Streitpunkt Milch: Fieser Krankmacher oder wichtige Nährstoffquelle?

Geschätzte Lesezeit: 9 Minuten

Um das Thema Milch gibt es seit Jahren eine nicht enden wollende Diskussion zwischen Milchgegnern und -befürwortern. Für die einen ist Milch ein ungesundes und krankmachendes Lebensmittel, das nicht für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist. Für die anderen stellt Milch einen wichtigen Nährstofflieferanten dar, der einen festen Platz im Speiseplan verdient. In der Mitte bleiben meist Verbraucher zurück, die durch die unterschiedlichen Argumentationen verunsichert sind.

Ist Milch also gesund oder sollten wir lieber darauf verzichten? Diese Frage stellen sich viele. Das zu beantworten ist allerdings nicht ganz einfach. Denn trotz vieler positiver Wirkungen sind auch nachteilige Effekte bekannt.

10 Argumente gegen Milch – was stimmt, was nicht?

Wir haben uns 10 gängige Argumente gegen Milch genauer angesehen und erklären, was an den Vorwürfen dran ist. Dabei geht es aber vor allem um die gesundheitliche Wirkung von Milch, nicht um Milchlieferquoten, Rentabilität, Besamungstechniker oder Turbo-Kühe mit Labmagenverlagerung. Denn aus ökologischer und ethischer Sicht ist die Milchviehwirtschaft und -produktion in vielerlei Hinsicht durchaus kritisch zu betrachten.

Argument 1: Erwachsene können das Eiweiß in der Milch nicht verdauen
Argument 2: Milch verursacht Allergien und Unverträglichkeiten
Argument 3: Milch erhöht das Risiko für Krebserkrankungen
Argument 4: Milch verhindert das Abnehmen und macht dick
Argument 5: Milch erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Argument 6: Milch fördert Hautunreinheiten und Akne
Argument 7: Milch verschleimt die Atemwege
Argument 8: Milch übersäuert den Körper und schwächt so die Knochen
Argument 9: Milch fördert Osteoporose und erhöht die Knochenbruchgefahr
Argument 10: Milch fördert die Entstehung von Nierensteinen

Unser Fazit

Die bisher vorliegenden Daten zu einer möglichen Gesundheitsgefährdung durch Milch und Milchprodukte rechtfertigen einen generellen Verzicht auf diese nicht. Allerdings sollten auch die vermutlich positiven Gesundheitswirkungen differenziert betrachtet werden.Blogazine Kontroversen Streitpunkt Milch: Fieser Krankmacher oder wichtige Nährstoffquelle?

Milch und Milchprodukte können eine bedeutsame Nährstoffquelle darstellen, sind aber keinesfalls ein Muss. Jeder sollte also selbst entscheiden. Dogmatische Belehrungen helfen uns nicht weiter und verunsichern nur unnötig.

Und was heißt das für die Praxis?

Menschen, die Milch nicht mögen oder nicht vertragen, sollten ganz klar die Finger davon lassen. Für diejenigen mit einer Laktoseintoleranz empfehlen wir die individuelle Verträglichkeit von laktosearmen Produkten auszutesten, sofern sie Milchprodukte in ihrem Speiseplan vermissen.

Diejenigen, die Milch mögen und auch gut vertragen, können diese genießen und immer mal wieder in sich hinein horchen, ob ihnen die Produkte (noch) gut tun. Denn auch die Einnahme von Medikamenten oder bestimmte Darmerkrankungen können die Verträglichkeit herabsetzen und das Entzündungspotenzial im Körper erhöhen.

Blogazine Kontroversen Streitpunkt Milch: Fieser Krankmacher oder wichtige Nährstoffquelle?

Und diejenigen, die sich nicht sicher sind? Die verzichten am besten einmal 4 bis 6 Wochen auf Milch und daraus hergestellte Produkte, um zu überprüfen, ob es ihnen dadurch tatsächlich besser geht. Denn das ist es, was wirklich zählt.

Links

 

Blogazine Kontroversen Streitpunkt Milch: Fieser Krankmacher oder wichtige Nährstoffquelle? Exklusiv
Unseren Mitgliedern stehen zu diesem Thema zusammenfassend 4 Beraterkarten als PDF-Download zur Verfügung.

Blogazine Kontroversen Streitpunkt Milch: Fieser Krankmacher oder wichtige Nährstoffquelle?  Beratungskarten - Streitpunkt Milch
Bitte loggen Sie sich mit Ihren Zugangsdaten ein, um die Datei herunterzuladen.

 

2 thoughts on “Streitpunkt Milch: Fieser Krankmacher oder wichtige Nährstoffquelle?”

  1. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass homogenisierte Milch oft Probleme bei der Verdauung macht. Nur pasteurisierte Milch wird meist gut vertragen.
    Bei der Homogenisierung werden die Fettmoleküle so stark zerkleinert, dass sie von Eiweiß umhüllt werden. Durch die Magensäure verklumpt dann die Milch. Die passiert nicht so stark bei mir pasteurisierter Milch.
    Verdauungsbeschwerden wäre es einen Versuch wert

  2. Sehr geehrte Frau Rohard, herzlichen Dank für Ihren Hinweis.

    Zum Einfluss der Verarbeitungsprozesse auf die Eiweiße in der Milch existieren unterschiedliche Auffassungen. Es wird vermutet, dass Verfahren wie die Homogenisierung das allergische Potential des Milcheiweißes beeinflussen bzw. erhöhen. Durch die Verkleinerung der Fettkügelchen vergrößert sich deren Oberfläche und es wird diskutiert, dass die dort angelagerten Eiweißbestandteile vom Körper als „fremd“ angesehen werden und daher vermehrt allergische Reaktionen hervorrufen.

    Andere wiederum vermuten, dass die Eiweiß- und Fettverdauung durch Homogenisierung und Pasteurisierung verbessert wird.

    Auch hier gilt, wie Sie bereits richtig angedeutet haben: der Verzehr von Milch und Milchprodukten sollte immer an der individuellen Verträglichkeit ausgerichtet sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.