Morbus Bechterew: Köstliche Linderung

Morbus Bechterew wird als eine chronische rheumatische Erkrankung der Wirbelsäule verbunden mit Schmerzen und einer Versteifung der Gelenke definiert. Bechterew manifestiert sich überwiegend im Lenden- und Brustwirbelsäulenbereich sowie im Bereich der Kreuzdarmbeingelenke. Morbus Bechterew ist eine sogenannte Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem wehrt sich nicht gegen von außen eindringende Fremdkörper, sondern gegen körpereigene Organe und Gewebe.

Definition und Häufigkeit

Morbus Bechterew wird als eine chronische rheumatische Erkrankung der Wirbelsäule verbunden mit Schmerzen und einer Versteifung der Gelenke definiert. Bechterew manifestiert sich überwiegend im Lenden- und Brustwirbelsäulenbereich sowie im Bereich der Kreuzdarmbeingelenke. Morbus Bechterew ist eine sogenannte Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem wehrt sich nicht gegen von außen eindringende Fremdkörper, sondern gegen körpereigene Organe und Gewebe.

Diese Erkrankung zählt zur Gruppe der seronegativen Spondylarthropathien. Darunter fallen chronisch entzündliche Gelenkerkrankungen, die unter anderem im Zusammenhang mit dem Erbmerkmal HLA-B27 (Humanes Leukozyten Antigen) stehen. Seronegativ bedeutet, dass im Blutserum keine Rheumafaktoren feststellbar sind.

0,1 bis 0,5 % der Gesamtbevölkerung leiden an Morbus Bechterew. Insgesamt sind mehr Männer als Frauen betroffen. Bei Frauen zeigen sich häufig mildere Verläufe. Die ersten Symptome treten meist im jungen Erwachsenenalter zwischen dem 16. und 35. Lebensjahr auf. Ein Ausbruch der Krankheit vor dem 16. Lebensjahr kann auf einen schweren Krankheitsverlauf hindeuten.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen der Krankheit sind noch unklar. Wissenschaftler vermuten ein Wechselspiel zwischen genetischen Anlagen und Umwelteinflüssen, die zu einer krankhaften Immunreaktion des Organismus mit der Folge einer chronischen Entzündung der Gelenke führen.

90 % der Träger des genetischen Merkmals HLA-B27 (Humanes Leukozyten Antigen) erkranken an Morbus Bechterew, was stark auf eine genetische Ursache hindeutet. Doch auch Menschen ohne dieses spezifische Erbmerkmal können erkranken.

Möglicherweise spielen Infektionen eine Rolle, da nach bestimmten Virus- oder Bakterieninfektionen ähnliche, meist aber zeitlich begrenzte Krankheitsbilder auftreten.

Formen und Klassifizierung

1. Stadium: Prodromal- oder Verdachtsstadium

  • beginnende Versteifung der Wirbelsäule
  • Sakroiliitis im Röntgenbild (entzündliche Veränderung der unteren Wirbelsäule)
  • Kreuz- und Rückenschmerzen

2. Stadium: Sakroiliitis

  • nicht umkehrbare Versteifung eines Abschnitts der Wirbelsäule
  • Kreuz-, Rücken- und Nackenschmerzen
  • Verknöcherung der Faserringe der Bandscheiben im Lendenwirbelsäulenbereich
  • Veränderungen an den Zwischenwirbelgelenken
  • fortschreitende entzündliche Veränderung der unteren Wirbelsäule

3. Stadium: Versteifendes Wirbelsäulenstadium

  • Verknöcherung der Rippenwirbelgelenke mit Einschränkung der Brustkorberweiterung bei tiefer Einatmung
  • Verknöcherung der Faserringe der Bandscheiben in 2 Hauptabschnitten der Wirbelsäule
  • Versteifung des Kreuzdarmbeingelenks
  • Schmerzen in den großen Gelenken

4. Stadium: Endstadium

  • Versteifung der gesamten Wirbelsäule, des Brustkorbs und oft auch nahegelegener Gelenke
  • vollständige Verknöcherung der Kreuzdarmbeingelenke

Morbus Bechterew: Köstliche Linderung

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Entstehung und Verlauf

Die genauen Ursachen der Krankheit sind noch unklar. Wissenschaftler vermuten ein Wechselspiel zwischen genetischen Anlagen und Umwelteinflüssen, die zu einer krankhaften Immunreaktion des Organismus mit der Folge einer chronischen Entzündung der Gelenke führen.

90 % der Träger des genetischen Merkmals HLA-B27 (Humanes Leukozyten Antigen) erkranken an Morbus Bechterew, was stark auf eine genetische Ursache hindeutet. Doch auch Menschen ohne dieses spezifische Erbmerkmal können erkranken.

Möglicherweise spielen Infektionen eine Rolle, da nach bestimmten Virus- oder Bakterieninfektionen ähnliche, meist aber zeitlich begrenzte Krankheitsbilder auftreten.

Ursachen und Risikofaktoren

Durch Morbus Bechterew kommt es zunehmend zu Veränderungen an der Wirbelsäule. Dennoch verläuft die Krankheit nicht bei jedem Menschen gleich. Bei einigen Patienten stagniert die Krankheit in einer Phase und es kommt nie zur völligen Versteifung der Wirbelsäule.

Eine Entzündung des Kreuzdarmbeingelenks (Sakroiliitis) tritt häufig am Anfang der Erkrankung auf. Im Gelenk zerstört ein vom Knochenmark ausgehendes Granulationsgewebe den Knorpel. Granulationsgewebe ist ein hellrotes Gewebe, bei dem sich kleine Kapillaren ausbreiten, die an der Oberfläche Körnchen bilden und bluten.

An verschiedenen Stellen kommt es zu Entzündungen der Sehnenansätze am Knochen (Enthesitis), vor allem an der Ferse, dem Becken oder der Wirbelsäule. Zwischenwirbelentzündungen entstehen durch Entzündungen in der Gelenkhaut, die durch Granulationsgewebe Knochen, randständigen Knorpel und Gelenkkapseleinlagerungen zerstören.

Die Entzündungen stimulieren Verknöcherungsvorgänge. Beschädigte Gelenkränder werden durch Faserknorpel ersetzt und verknöchern daraufhin. An der Wirbelsäule kommt es zu Knochenspangen zwischen den Wirbelkörpern (Syndesmophyten). Dies kann bis zur völligen Versteifung der Wirbelsäule, zur sogenannten „Bambuswirbelsäule“, fortschreiten.

Symptome

Morbus Bechterew geht mit folgenden Symptomen einher:

  • tiefsitzende Rückenschmerzen
  • anhaltende Beschwerden über mehr als 3 Monate
  • Schmerzen in der Nacht
  • Morgensteifigkeit
  • gelegentliche Hüft-, Knie- und Schulterschmerzen
  • Müdigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Regenbogenhautentzündung am Auge

Häufige Begleit- und Folgeerkrankungen sowie Komplikationen

  • periphere Arthritis (Entzündung), vor allem der Großgelenke: Knie, Hüfte und Schultern
  • Enthesiopathien: Schmerzen und Entzündungen der Sehnen, des Sehnengleitgewebes und der Schleimbeutel
  • Spinalkanalstenose beschreibt eine Verengung des Wirbelsäulenkanals und eine dadurch verursachte Bedrängung des darin liegenden Rückenmarks beziehungsweise der Nervenwurzeln. Spinalkanalstenosen können im Halswirbelsäulenbereich und Brustwirbelsäulenbereich auftreten, am häufigsten jedoch im Bereich der Lendenwirbelsäule.
  • Atlanto axiale Dislokation: Bei dieser Verletzung handelt es sich um eine Verschiebung zwischen den ersten beiden Halswirbeln, die durch eine Zerreißung der stabilisierenden Bänder, durch Brüche einer der beiden Wirbel oder durch eine Kombinationsverletzung entstehen kann.
  • Verknöcherung des hinteren Längsbandes im Bereich der Bandscheibe oder hinter den Wirbelkörpern
  • Entzündungen der Augen und damit verbunden eine verminderte Sehkraft, Lichtscheu und Rötung der Augen, jedoch erholt sich die Sehkraft in der Regel wieder vollständig
  • Die durch chronisch rheumatische Entzündungen hervorgerufenen Vernarbungen können auch die Hauptschlagader, Herzinnenwand oder den Herzmuskel befallen und Herzrhythmusstörungen, Atemnot bei Anstrengung oder Herzklopfen verursachen
  • In seltenen Fällen entstehen vernarbte Veränderungen des Lungengewebes (Lungenfibrose), die zu Atembeschwerden führen.

Diagnostik

  • Anamnese
  • medizinische Untersuchungen
    • Finger-Boden-Abstand (FBA)
    • Kinn-Sternum-Abstand
    • Hinterkopf-Wand-Abstand
    • Menell’sche Zeichen
    • Palpation
    • Perkussion
  • Laboruntersuchungen
    • BSG (Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit)
    • CRP (C-reaktives Protein)
  • HLA-B27
  • Röntgenuntersuchungen
  • CT
  • MRT

Ernährungstherapie

Fasten

Studien konnten zeigen, dass sich eine Fastenkur positiv auf den akuten Rheumaschub auswirken kann. Das wird mit dem durch Nahrungsverzicht verminderten Arachidonsäurepool im Körper begründet. Fasten ist jedoch keine Ernährungsweise und kann bei Rheumatikern mit vorliegender Mangel- oder Fehlernährung diese noch zusätzlich verstärken. Eine Fastenkur sollte, wenn überhaupt, unter (ärztlicher) Aufsicht durchgeführt werden. Empfehlungen

  • geringe Aufnahme der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure
  • vermehrter Konsum von Omega-3-Fettsäuren
  • regelmäßiger Verzehr von Milchprodukten (Kalziumversorgung)
  • gute Vitamin D-Zufuhr

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Morbus Bechterew: Köstliche Linderung

Vitamine allgemein

Vitamin E zählt zu den Antioxidantien und hemmt den Arachidonsäurestoffwechsel, indem es die Enzyme in ihrer Aktivität beschränkt. Ebenso wird der Anstieg verschiedener Zytokine (Entzündungsmediatoren) gebremst. Manche Patienten weisen eine Unterversorgung mit Vitamin E auf. Ihr Bedarf kann über die Ernährung nicht mehr gedeckt werden und muss mit Supplementen ausgeglichen werden. Jedoch sollte dies mit dem Arzt besprochen werden. Vitamin C besitzt die Fähigkeit, verbrauchtes Vitamin E zu regenerieren und wirkt zusammen mit Vitamin E antioxidativ. Da Rheumapatienten häufig einen niedrigen Vitamin C-Spiegel aufweisen, wird ein erhöhter Vitamin C-Bedarf angenommen. Dieser sollte durch reichliche Aufnahme von Obst und Gemüse gedeckt werden. Vitamin C-reich sind Zitrusfrüchte, Schwarze Johannisbeeren und rote Paprika. Schonende Zubereitungen beim Kochen erhalten die wertvollen Vitamine.

Selen wirkt antioxidativ. Die entzündlichen Prozesse im Körper führen zu einem erhöhten Selenbedarf, der durch Supplemente gedeckt werden kann. Es gibt jedoch momentan zu wenige Studien, die eine positive Wirkung wirklich bestätigen und somit eine Supplementierung empfehlen. Gleiches gilt für Zink. Deshalb ist vor einer zusätzlichen Einnahme der Arzt zu befragen. In der Nahrung ist Selen hauptsächlich in tierischen Nahrungsmitteln zu finden. Diese sind jedoch wegen des hohen Arachidonsäuregehaltes nicht zu empfehlen. Der Bedarf sollte deshalb über Fisch und Nüsse gedeckt werden. Eisen ist Bestandteil entzündungshemmender und entzündungsfördernder Enzyme. Im Überschuss zugeführt überwiegt die entzündungsfördernde Wirkung.