Natrium

Natrium zählt zu den Elektrolyten, die sich durch ein bestimmtes Konzentrationsverhältnis innerhalb und außerhalb der Zelle auszeichnen. Dieses Gleichgewicht sorgt dafür, dass alle wichtigen Zellfunktionen aufrecht erhalten werden. Der Natriumgehalt ist außerhalb der Zelle größer als in der Zelle, was für die Regulation des Säure-Basen- sowie Wasserhaushaltes bedeutend ist. Weiterhin ist es Bestandteil von Verdauungssäften, an der Erregungsleitung und bei Enzymreaktionen beteiligt.

In der Prävention und Therapie des Bluthochdrucks ist Natrium als Bestandteil des Speisesalzes immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Tatsächlich kann aber nur bei etwa 20% der Hypertoniker mittels einer Salzreduktion in der Nahrung der Blutdruck gesenkt werden.

Chemie und Stoffwechsel

Salz (Kochsalz = Natriumchlorid, NaCl) besteht aus den Elementen Natrium (Na) und Chlor (Cl) im Verhältnis 1:1. Salz hat im festen Zustand eine Kristallstruktur, die in wässrigen Lösungen zu gleichen Teilen in die geladenen Ionen/ Teilchen: Na+ und Cl- zerfällt, sodass nach außen Neutralität besteht. In dieser Form liegt Kochsalz gelöst in den Körperflüssigkeiten des Organismus vor. Natriumchlorid wirkt in höheren Konzentrationen konservierend (ab ca. 8%). Es hemmt das Wachstum von Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen. Ein geringer Teil des körpereigenen Natriums befindet sich in der intrazellulären Flüssigkeit und ist dort für das Membranpotenzial der Zellwände und für Enzymaktivitäten von Bedeutung.

Ein geringer Teil des körpereigenen Natriums befindet sich in der intrazellulären Flüssigkeit und ist dort für das Membranpotenzial (Spannungsdifferenz zwischen dem Inneren und Äußeren einer Zelle) der Zellwände und für Enzymaktivitäten von Bedeutung. Der Gesamtbestand des Körpers an Natrium beträgt beim Mann durchschnittlich 100 g und bei der Frau 77 g. Davon fallen 98% auf den Extrazellulärraum. Der Natriumbestand in der extrazellulären Flüssigkeit und damit verbunden der Wasserhaushalt, wird in erster Linie über das Aldosteron-Angiotensin-Renin-System gesteuert und über die Niere geregelt. Vor allem in venösen Gefäßen findet eine kontinuierliche Messung der Wandspannung statt, die direkt mit dem osmotischen Druck und damit der Na+-Konzentration verbunden ist. Ein Abfall der Na+-Konzentration führt zur Bildung von Angiotensin, das in der Nebenniere die Freisetzung von Aldosteron bedingt. Es kommt zu einer verstärkten Na-Rückresorption. Die Natriumausscheidung kann nahezu auf null sinken. Bei einer Zunahme der Wandspannung in den Vorhöfen des Herzens kommt es umgekehrt zur Bildung des atrialen natriuretischen Faktors (ANF), der in der Niere für eine verstärkte Natriumausscheidung sorgt, da er als Gegenspieler vom Aldosteron wirkt. Er hemmt die Reninausscheidung und blockiert in der Nebennierenrinde die Stimulation der Aldosteronausschüttung. Mit dem Stuhl werden nur geringe Natriummengen ausgeschieden.

Funktionen und Aufgaben

NaCl (Kochsalz) befindet sich als Na+ und Cl- extrazellulär, Kalium hingegen als K+ intrazellulär. Die unterschiedlichen Konzentrationen, innerhalb und außerhalb der Zellen, führen zu einem elektrochemischen Gefälle, das als Membranpotenzial bezeichnet wird. Natrium (Na+) und Chlorid (Cl-) werden im Austausch mit Kalium unter Verbrauch von ATP aus der Zelle heraus gepumpt. Das Gleichgewicht der Konzentration innerhalb und außerhalb der Zelle ist für die Funktion der Nervensignalübermittlung, der Muskelkontraktion und der normalen Herzfunktion essenziell.

NaCl (Kochsalz) reguliert den Wasserhaushalt und damit auch den Blutdruck. Es wird durch ein komplexes hormonelles Zusammenspiel des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) gewährleistet. Druckrezeptoren steuern die Ausscheidung von Kochsalz über die Nieren und regulieren somit das Blutvolumen und den Blutdruck.

Ein Blutdruckabfall führt zur Ausschüttung von Renin. Renin wandelt den Botenstoff Angiotensinogen in Angiotensin um. Dies führt zur Blutgefäßkonstriktion (Zusammenziehen der Blutgefäße) und damit zum Blutdruckanstieg. Angiotensin regt zudem die Ausschüttung von Aldosteron aus den Nebennieren an. Aldosteron beeinflusst die Nierenfunktion, so dass Kochsalz vermindert und Kalium vermehrt ausgeschieden wird. Dies führt zum Anstieg des Körperwassers (Blutflüssigkeit) und erhöht so den Blutdruck.

Das anti-diuretische Hormon (ADH) wird von der Hirnanhangsdrüse ausgeschüttet, wenn Blutvolumen oder Blutdruck abfallen. ADH führt dann in der Niere zu einer verminderten Ausfuhr von Wasser (antidiuretische Wirkung).

Weitere Funktionen:

  • Regulation des Säure-Basen-Haushaltes
  • Kontrolle des Membranpotenzials
  • Erregungsleitung in Nerven- und Muskelzellen
  • Resorption von Glukose, Aminosäuren und wasserlöslichen Vitaminen

Interaktionen

Einige Medikamente beeinflussen die Funktionsweise von Natrium. Die meisten dieser Medikamente bewirken eine erhöhte renale Ausscheidung von Natrium oder senken die Natriumresorption. Einige Wirkstoffe hingegen senken die Natriumausscheidung über die Niere und führen so zu einer Natriumübersättigung. Nur wenige Nährstoffe – insbesondere Kalzium, Kalium, Magnesium und Kadmiun – interagieren mit Natrium.

Mangelerscheinungen und Toxizität

Mangelerscheinungen treten in erster Linie nicht durch eine unzureichende Bedarfsdeckung, sondern infolge von Erkrankungen bzw. erhöhter Verluste (Stuhl, Urin und Schweiß) auf. Hierzu zählen beispielsweise nässende Hauterkrankungen, Mukoviszidose, starke Durchfallerkrankungen, anhaltendes Erbrechen, starkes Schwitzen (auch Hochleistungssport) sowie Nierenfunktionsstörungen. Starker unbehandelter Natriummangel führt bis zum Tode. Eine Überdosierung zieht Wassereinlagerungen ins Gewebe nach sich. Schlimmstenfalls kommt es infolge einer Natriumvergiftung zu Atem- und Herzfunktionsstörungen bzw. zum Tod.

Eine Hyponatriämie entsteht aufgrund eines Mangels an Natrium oder ist bedingt durch starke Durchfälle, anhaltendes Erbrechen, starkes Schwitzen, bei Resorptionsstörungen der Niere, chronische oder akute Niereninsuffizienz, vermehrte Harnausscheidung und vermehrtes Harnvolumen. Es kann aber auch zu einer Hyponatriämie durch eine Diuretikatherapie kommen. Diuretika blockieren die Rückresorption von Natrium und Chlorid in der Niere, so kommt es zu einer vermehrten Ausscheidung von Natrium und Wasser. Durch die Hyponatriämie kommt es zu einer Hypoosmolarität im Extrazellulärraum mit einer Flüssigkeitsverlagerung in den intrazellulären Raum, was zu Wasserverschiebungen ins Gewebe, insbesondere ins Gehirn führt. Als klinische Zeichen eines Natriummangelsyndroms sind erniedrigter Blutdruck, Kopfschmerzen, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen und Muskelkrämpfe zu beobachten. Bei Erkrankungen mit extrem starken Durchfällen, vor allem Na-Verlust oder Erbrechen sowie Chlorid-Verlust, kann die auftretende Dehydratation bis zum Tode führen.

Unter einer Hypernatriämie versteht man einen Überschuß an Natrium. Meistens ensteht dieser durch eine zu große aufgenommene Natriummenge oder eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme oder aus einer Kombination von beidem. Eine geringe Flüssigkeitsaufnahme wird oft bei älteren Menschen beobachtet. Es kann aber auch zu einem vermehrten Flüssigkeitsverlust durch Erbrechen, Diarrhöe, starkes Schwitzen sowie bei Verbrennungen und Fieberzuständen kommen. Als klinische Zeichen eines Natriumüberschusses sind Hypertonie (=Bluthochdruck), Proteinurie (=Nierenerkrankung, bei der es zu vermehrter Proteinausscheidung kommt), Polyurie (=vermehrte Urinausscheidung, beispielsweise bei einem unentdeckten Diabetes mellitus), EKG Veränderungen sowie Muskelschwäche zu beobachten. Durch den erhöhten Natriumgehalt, steigt die Osmolarität, was zu einem Wasserentzug aus den Zellen führt. Das macht sich besonders im Zentralnervensystem durch Anzeichen wie beispielsweise Durst, Schwindel, Konzentrationsschwäche, Verwirrtheit bis hin zum Koma bemerkbar.

Vorkommen

Natrium ist nicht nur Bestandteil des Speisesalzes, sondern als solches in einer Vielzahl von natürlichen Lebensmitteln und nahezu allen Fertiggerichten enthalten. Weitere natürliche Quellen sind vor allem Mineralwässer, aber auch Fisch, Käse und Wurstzubereitungen. Durch die bei uns übliche Kost wird der tägliche Bedarf meist um ein Vielfaches überschritten. Auch in Schwangerschaft und Stillzeit ist eine unzureichende Zufuhr über die Nahrung nicht zu befürchten.

Natrium wird in Verbindung mit Chlorid als Kochsalz bezeichnet und in dieser Form am häufigsten verzehrt. Ein erheblicher Teil der täglichen Kochsalzaufnahme erfolgt „verborgen“ in Form von industriell hergestellten Lebensmitteln. Von Natur aus natriumarmen Lebensmitteln wird bei der Weiterverarbeitung oft Kochsalz in großen Mengen zur Konservierung zugeführt. Aus dem primär natriumarmen Nahrungsmittel ist dann durch die industrielle Bearbeitung ein natriumreiches Lebensmittel, wie geräucherter Fisch entstanden. Auch Fertigprodukte sind in der Regel reich an Kochsalz. Gemüsesäfte enthalten durchschnittlich 7 g Kochsalz pro Liter. In Deutschland werden durch Brot- und Backwaren etwa 30%, mit Fleisch und Wurstwaren über 30% der täglichen Natriumchloridaufnahme gedeckt. Natürliche Quellen, die einen hohen bzw. niedrigen Gehalt an Natrium enthalten, sind in den folgenden Tabelle aufgeführt. Kochsalzarm sind beispielsweise Sauermilchprodukte wie Speisequark, Kefir, Joghurt, Fleisch und Fisch, Gemüse, Obst und natriumarmes Trinkwasser.

Umrechnung von Natrium (Na) zu Natriumchlorid (NaCl, Kochsalz): NaCl (g) = Na (g) x 2,54 oder: 1 g NaCl = 0,4 g Na

Natrium wird in Verbindung mit Chlorid als Kochsalz bezeichnet und in dieser Form am häufigsten verzehrt. Ein erheblicher Teil der täglichen Kochsalzaufnahme erfolgt „verborgen“ in Form von industriell hergestellten Lebensmitteln. Von Natur aus natriumarmen Lebensmitteln, wird bei der Weiterverarbeitung in Form von Konservierung, oft Kochsalz in großen Mengen zugeführt. Aus dem primär natriumarmen Nahrungsmittel ist dann durch die industrielle Bearbeitung ein natriumreiches Lebensmittel wie geräucherter Fisch entstanden. Auch Fertigprodukte sind in der Regel reich an Kochsalz. Gemüsesäften kann beispielsweise bis zu 10 g Kochsalz pro Liter zugeführt sein. In Deutschland werden durch Brot- und Backwaren etwa 30%, mit Fleisch und Wurstwaren über 30% der täglichen Natriumchloridaufnahme gedeckt.

Kochsalzarm sind beispielsweise Sauermilchprodukte wie Speisequark, Kefir, Joghurt, Fleisch und Fisch, Gemüse, Obst und natriumarmes Trinkwasser.

Downloads

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  Miniposter Natrium
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  Lebensmitteltabelle Natrium
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