Rheumatoide Arthritis (Arthritis urica) – Krankheitsbild und Ernährungstherapie

Die Ernährungstherapie ist ein empfehlenswerter Bestandteil in der Behandlung der rheumatoiden Arthritis. Aufgrund der Erkrankung selbst als auch infolge der Langzeitmedikation kann es zur Unterversorgung an Nährstoffen kommen. Zudem kann eine geeignete Lebensmittelwahl mit besonderem Augenmerk auf die Fettsäurezusammensetzung in vielen Fällen die entzündungsmindernde Wirkung von Medikamenten und anderen Schmerztherapien unterstützen.

Krankheitsbild rheumatoide Arthritis im Überblick

Definition und Häufigkeit

Die rheumatoide Arthritis ist eine chronisch entzündliche Gelenkerkrankung, welche überwiegend die Körperstamm-fernen Gelenke der Gliedmaßen befällt und zu schmerzhaften, geschwollenen Gelenken mit Bewegungseinschränkungen und fortschreitender Gelenkzerstörung führt. Hiervon abzugrenzen ist die juvenile chronische Arthritis (veraltet: juvenile rheumatoide Arthritis), die im Kindes- und Jugendalter auftritt und bei der Entzündungsprozesse im Vordergrund stehen.

Rheumatoide Arthritis ist – neben der Arthrose – die häufigste entzündliche Gelenkveränderung. Die Verbreitung in Deutschland liegt zwischen 0,5 bis 0,8 % der erwachsenen Bevölkerung, sodass unter 1.000 Einwohnern etwa 5 bis 8 Personen betroffen sind. Der Ausbruch der Erkrankung liegt zwischen dem 5. und 8. Lebensjahrzehnt, wobei Männer meist später erkranken als Frauen. Frauen sind zudem etwa dreimal häufiger betroffen, weshalb ein hormoneller Einfluss denkbar ist [Sym 2002].

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen sind noch weitgehend ungeklärt. Nach derzeitigen Erklärungsansätzen scheinen autoimmunologische Prozesse, die durch eine vorangegangene Bakterien- oder Virusinfektion ausgelöst wurden, eine wesentliche Rolle bei der Entstehung zu spielen. Da die Krankheit bei Trägern bestimmter Genvarianten bzw. familiär gehäuft auftritt, tragen Erbfaktoren höchstwahrscheinlich ebenfalls zur Entwicklung bei.

Entstehung

Die rheumatoide Arthritis ist eine chronisch entzündliche Gelenkerkrankung, welche überwiegend die Körperstamm-fernen Gelenke der Gliedmaßen befällt und zu schmerzhaften, geschwollenen Gelenken mit Bewegungseinschränkungen und fortschreitender Gelenkzerstörung führt. Hiervon abzugrenzen ist die juvenile chronische Arthritis (veraltet: juvenile rheumatoide Arthritis), die im Kindes- und Jugendalter auftritt und bei der Entzündungsprozesse im Vordergrund stehen.

Am Beginn der Krankheit stehen Entzündungsreaktionen, über deren Ursprung nach wie vor spekuliert wird. Inwiefern diese bereits zu Beginn Folge einer genetisch bedingten Fehlregulation sind oder durch Infektionen hervorgerufen werden, ist weiterhin rätselhaft. Eine mögliche Abfolge könnte darin bestehen, dass das Immunsystem aufgrund einer Vireninfektion einen Entzündungsprozess einleitet, in dessen Folge es unter bestimmten genetischen Bedingungen zu einem fehlgerichteten Angriff von gebildeten Antikörpern gegen  körpereigenes Gewebe kommt.

Bekannt ist, dass im Krankheitsverlauf Autoantikörper (Rheumafaktoren) gegen andere Antikörper (Immunglobuline) wie auch gegen bestimmte körpereigene Gewebeeiweiße (z.B. Antikörper gegen citrullinierte Peptide, ACPA) gebildet werden können. Diese treten zwar nicht bei jedem Patienten auf, gehen bei Vorhandensein allerdings mit einer schwereren Entzündungsaktivität sowie Gelenkzerstörung einher. Welche Ausprägung die Krankheit erreicht, welche Autoantikörper gebildet werden und ob diese nur die Gelenke befällt oder sich systemisch ausbreitet, scheint von der jeweiligen genetischen Veranlagung des Patienten abzuhängen [Bur 2003].

In Folge der Immunantwort werden verstärkt weitere Entzündungsbotenstoffe (Zytokine) wie Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) und Interleukin-1 (IL-1) gebildet. Das Gleichgewicht zwischen entzündungsfördernden und entzündungshemmenden Zytokinen scheint ebenfalls gestört zu sein [Bur 2003]. Die anhaltende, vermehrte Freisetzung von entzündungsfördernden Botenstoffen führt zur Umwandlung von Synovialfibroblasten in eine pathologisch aggressive und invasive Form, die in der Lage ist, einerseits in Knorpelgewebe einzudringen – und diese wahrscheinlich zu zerstören – und andererseits sich im Körper auszubreiten [Sco 2010]. Zudem scheinen bestimmte Faktoren, die die knochenabbauenden Osteoklasten aktivieren, an der Zerstörung des Knochengewebes beteiligt zu sein [Bur 2003].

Durch die Entzündung weiten sich die Blutgefäße der Gelenkinnenhaut und Flüssigkeit tritt aus den Gefäßen in die Synovialis (Gelenkflüssigkeit) über. Das Ergebnis ist eine Schwellung des Gelenks. In der Synovialis sammeln sich verstärkt weiße Blutkörperchen und Gerinnungsfaktoren. Infolge der Einwirkung von Zytokinen kommt es zu einer verstärkten Zellteilung der Gelenkinnenhaut (Hyperplasie), die sich daraufhin verdickt und einen sogenannten Pannus (Bindegewebswucherung) bildet. Dieser bildet eine Reihe abbauender Enzyme, die dessen infiltratives Einwachsen in das Knorpel- und Knochengewebe ermöglichen. Durch die Ausbreitung des Pannus verliert das Gelenk zunehmend an Beweglichkeit, bis es versteift und deformiert.

Symptome

Diese halten mindestens eine Stunde an und bessern sich im Laufe des Tages. Auslöser hierfür sind Entzündungen des Bindegewebes, insbesondere der Gelenkinnenhaut (Synovitis), die mit der Zeit das Gelenk zerstört. Charakteristischerweise treten diese Schwellungen bzw. Schmerzen symmetrisch (beidseitig) auf.

Betroffene Körperregionen
  • Hand-,
  • Fingergrund- und/ oder
  • Fingermittelgelenke sowie die Zehengelenke.
Symptome

Die rheumatoide Arthritis äußert sich durch

  • starke Schmerzen,
  • Schwellungen und
  • Steifheit der betroffenen Gelenke, insbesondere in den Morgenstunden.

Häufig sind 5 Gelenke und mehr betroffen (Polyarthritis), seltener weniger (Mono- bzw. Oligoarthritis).

Darüber hinaus tritt ein allgemeines Krankheitsgefühl auf. Betroffene leiden meist unter

  • Müdigkeit,
  • Antriebslosigkeit,
  • Leistungsminderung,
  • leichtes Fieber,
  • Appetitlosigkeit und
  • Gewichtsabnahme sowie
  • Depressionen.
Weiterer Verlauf

Im weiteren Verlauf der Krankheit kann es zu Entzündungen gelenkumgebender Gewebe wie Sehnen oder Schleimbeutel kommen. Durch zunehmende Zerstörung der Gelenke und Sehnen verformen sich die Gliedmaßen bis zur völligen Unbeweglichkeit.

Bei etwa einem Drittel der Patienten entwickeln sich an Stellen mit hoher Druckbelastung sogenannte Rheumaknoten. Diese sind je nach Schwere der Entzündung unterschiedlich groß und können beispielsweise durch die Gabe von Kortisol verkleinert werden. Durch die immer früher gestellte Diagnose und Behandlung geht die Zahl der Patienten, die solche Rheumaknoten entwickeln, allerdings zurück.

In einigen Fällen können die Entzündungen auch andere Organe und Gewebe befallen. So können Entzündungen der verschiedenen Schichten der Augenwand (Skleritis und Episkleritis) auftreten, die in Extremfällen bis zu einer Perforation des Augapfels führen können. Kleingefäßentzündungen sind mit teilweise großen Hautdefekten vor allem an Unterschenkeln und Fußrücken verbunden. In seltenen Fällen können auch lebensbedrohliche Entzündungen auftreten, wenn beispielsweise der Herzmuskel (Perikarditis), das Rippenfell (Pleuritis) oder die Gefäßwände (Vaskulitis) betroffen sind.

Diagnostik

Seit 2010 gelten für die Diagnose der rheumatoiden Arthritis neue Klassifikationskriterien, die vom amerikanischen Fachverband der Rheumatologen (ACR) in Zusammenarbeit mit dem europäischen Fachverband der Rheumatologen (EULAR) definiert wurden.

Anamnese
  • Seit wann bestehen die Symptome?
  • Zu welcher Tageszeit treten die Beschwerden auf und wie lange halten diese an?
  • Wo treten Schmerzen und Schwellungen auf? Wie ist das allgemeine Krankheitsgefühl?
Körperliche Untersuchung
  • Sind die schmerzenden Gelenke geschwollen und überwärmt bzw. sind die Gelenke symmetrisch auf beiden Körperhälften betroffen?
  • Liegen knöcherne Auftreibungen und/ oder Deformationen vor?
  • Liegt eine Bewegungseinschränkung des betroffenen Gelenks vor, die nicht durch andere Ursachen erklärbar ist?
  • Sind eventuell Rheumaknoten vorhanden?

Bestehen seit mindestens 6 Wochen in mindestens 3 Gelenken Schmerzen, Schwellungen sowie Steifheit, die meist morgens beginnen und mindestens 1 Stunde anhalten bzw. vorzugsweise symmetrisch auftreten, liegt wahrscheinlich eine rheumatoide Arthritis vor, die von einem Rheumatologen überprüft werden sollte.

Labordiagnostik

Bei einer rheumatoiden Arthritis zeigen sich aufgrund des Entzündungsprozesses (Akut-Phase-Reaktion) serologische Veränderungen. Sowohl die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) als auch das c-reaktive Peptid (CRP) können erhöht sein. Zur genaueren Eingrenzung der Entzündungsursache bzw. zur Verdachtserhärtung einer rheumatoiden Arthritis sollten spezifische Antikörper im Blut nachgewiesen werden. Neben den klassischen Rheumafaktoren stehen heute auch sensitivere Antikörpertests zur Verfügung, beispielsweise auf Antikörper gegen citrullinierte Peptide/ Proteine (ACPA).

Rheumafaktoren

Rheumafaktoren sind Autoantikörper (meist der IgM-Klasse) die sich gegen das Fc-Fragment der körpereigenen Immunglobuline des Typs G (IgG) richten. Diese lassen sich im Frühstadium einer rheumatoiden Arthritis nur bei etwa der Hälfte der Patienten nachweisen, mit anhaltender Krankheit erhöht sich der Anteil auf etwa 80 %. Je höher der Wert ausfällt, umso schwerwiegender ist der Verlauf der Krankheit. Schwach positive Testergebnisse lassen sich teilweise auch bei anderen autoimmunologischen Krankheiten wie Sjögren-Syndrom, Lupus erythematodes und Sklerodermie aber auch beispielsweise bei chronischen Lebererkrankungen, Kollagenose, Malignomen oder Tuberkulose nachweisen.

Disease Activity Score (DAS)

Der Disease Activity Score (DAS) ist ein Instrument zur Messung der Krankheitsaktivität bei einer rheumatoiden Arthritis. Es ist ein Maß für die momentane Entzündungsstärke, die verschiedene Parameter der Diagnostik sowie körperliche Symptome einschließt:

  • Anzahl der druckschmerzhaften Gelenke
  • Anzahl der geschwollenen Gelenke
  • Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG)
  • Einschätzungen des Krankheitszustandes/Aktivität der Krankheit durch die Betroffenen

Der Score ist nicht gleichbedeutend mit der Schwere der Erkrankung, korreliert aber in gewisser Weise mit dieser und wird mithilfe einer Formel berechnet. Das Ergebnis ist mit einem Punktewert zwischen 0 und 10 beschrieben:

  • Wert zwischen 0 und 3,2: fehlende bis geringe Krankheitsaktivität
  • Wert zwischen 3,2 und 5,1: mittlere Krankheitsaktivität
  • Werte >5,1: hohe Krankheitsaktivität

Für den DAS28 stehen standardisierte Erhebungsbögen und Berechnungshilfen zur Verfügung, zum Beispiel unter msdmanuals.com.

Irritable bowel syndrome – Severity Scoring System (kurz: IBS-SSS)

Das Irritable bowel syndrome – Severity Scoring System (kurz: IBS-SSS) ist ein Fragebogen, der zur Erfassung bzw. Beurteilung des Schweregrads der Erkrankung – insbesondere in Studien – zum Einsatz kommt. Dieser wurde von Francis et al. 1997 erstmalig validiert [Fra 1997].

Der Fragebogen besteht aus zwei Teilen:

  • Teil 1 umfasst 5 Fragen, in denen die Patienten auf einer Skala von 0 bis 100 die Schwere und Frequenz der Schmerzen, das Ausmaß der Blähungen sowie die Zufriedenheit mit dem Stuhlgang und die empfundene Beeinträchtigung der Lebensqualität in den letzten 10 Tagen bewerten. Die Punktzahl der einzelnen Fragen wird addiert, sodass theoretisch ein Maximalwert von 500 erreicht werden kann. Die Gesamtpunktzahl stellt das Testergebnis (Score) dar und soll den Schweregrad der Erkrankung wiedergeben.
  • Teil 2 enthält Fragen zum Stuhlgang, zur Lokalisation des empfundenen Schmerzes und der Anzahl krankheitsbedingter Fehltage, wird jedoch nicht in die Berechnung des Testergebnisses einbezogen.
  • Auswertung: milder Schweregrad (Score 75 bis <175), mittelschwerer Schweregrad (Score 175 bis 300) und schwerer Schweregrad (Score >300)

Wie sehr die Lebensqualität beim Reizdarmsyndrom durch die Erkrankung bzw. die damit einhergehenden Symptome beeinträchtigt ist, wird mit Hilfe des Irritable Bowel Syndrome Quality of Life (kurz: IBS-QOL) Fragebogens bewertet. Auch dieses Messinstrument kommt vorrangig in Studien zum Einsatz und gilt als sehr zuverlässig. Entwickelt wurde der IBS-QOL in den 1990er Jahren von einem amerikanischen Forscherteam in Zusammenarbeit mit Novartis Pharmaceuticals Corporation und Novartis Pharma AG.

Der Test besteht aus insgesamt 34 Fragen. Der Patient gibt darin beispielsweise Auskunft über das selbst erlebte körperliche, emotionale bzw. seelische Empfinden, soziale Beziehungen und Interaktionen sowie die Funktionsfähigkeit im Alltag.

Anhand der erreichten Punktzahl wird die Lebensqualität des Patienten bewertet. Je mehr Punkte der Antwortgeber erreicht, desto höher wird die Lebensqualität eingeschätzt.

Häufige Begleit- und Folgeerkrankungen sowie Komplikationen

Es gibt einige häufig auftretende Begleit- und Folgeerkrankungen.

Osteoporose (Knochenschwund)

In klinischen Studien zeigte sich, dass bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises wie der rheumatoiden Arthritis ein erhöhtes Risiko für Osteoporose und osteoporotische Frakturen besteht [Sch 2006] [Con 2011]. Die Schwere der rheumatischen Erkrankung korreliert dabei mit der Schädigung des Knochenstoffwechsels.

Pathophysiologisch bedingte Entzündungsprozesse lösen dabei katabole Effekte auf die Knochen aus. Die Behandlung mit Glukokortikoiden und krankheitsbedingte Immobilität stören den Knochenstoffwechsel zusätzlich [Sch 2009].

Psoriasis-Arthritis

Bei der Psoriasis-Arthritis (Schuppenflechte-Arthritis, Arthritis psoriatica) handelt es sich um eine entzündlich-rheumatische Systemerkrankung, die bei etwa jedem dritten Menschen mit Schuppenflechte auftritt. Der Körper richtet sich dabei gegen körpereigene Strukturen und greift diese an (Autoimmunreaktion). Dabei treten Entzündungsreaktionen an verschiedenen Stellen (v. a. Gelenke, Nägel, Haut) des Körpers auf.

Häufig treten die Symptome (geschwollene und schmerzende Gelenke, entzündete Hautstellen, Nagelverformungen) erst Jahre nach der Schuppenflechte-Erkrankung auf, meist im Alter zwischen 35 und 55 Jahren [Rheuma-Liga].

Das Krankheitsbild ist durch akute Schübe im insgesamt chronischen Verlauf gekennzeichnet und nicht heilbar. Neben Schmerzmitteln und anderen Medikamenten können eine entzündungshemmende Ernährung und regelmäßige Bewegung die Beschwerden lindern.

Rheumaknoten

Bei etwa einem Drittel der PatientInnen entwickeln sich an Stellen mit hoher Druckbelastung sogenannte Rheumaknoten. Diese sind je nach Schwere der Entzündung unterschiedlich groß und können beispielsweise durch die Gabe von Kortisol verkleinert werden. Durch die immer früher gestellte Diagnose und Behandlung geht die Zahl der Patienten, die solche Rheumaknoten entwickeln, allerdings zurück.

Weitere Entzündungen

Im weiteren Verlauf der Krankheit kann es zu Entzündungen Gelenk-umgebender Gewebe wie Sehnen oder Schleimbeutel kommen. Durch zunehmende Zerstörung der Gelenke und Sehnen verformen sich die Gliedmaßen bis zur völligen Unbeweglichkeit.

In einigen Fällen können die Entzündungen auch andere Organe und Gewebe befallen. So können Entzündungen der verschiedenen Schichten der Augenwand (Skleritis und Episkleritis) auftreten, die in Extremfällen bis zu einer Perforation des Augapfels führen können. Kleingefäßentzündungen sind mit teilweise großen Hautdefekten vor allem an Unterschenkeln und Fußrücken verbunden. In seltenen Fällen können auch lebensbedrohliche Entzündungen auftreten, wenn beispielsweise der Herzmuskel (Perikarditis), das Rippenfell (Pleuritis) oder die Gefäßwände (Vaskulitis) betroffen sind.

Ernährungsziele und diätetische Prinzipien

Ernährungsziele

Die Linderung von Symptomen ist das wichtigste Ziel. Des Weiteren steht die ausreichende Versorgung mit lebensnotwendigen Nährstoffen im Fokus.

Diätetische Prinzipien

Neben der bedarfsdeckenden Zufuhr mit essenziellen Nährstoffen (vor allem Kalzium, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin E) erfolgt die Ernährungstherapie unter Berücksichtigung von Grund- und Begleiterkrankungen. Hierzu gehören zum Beispiel kardiovaskuläre Erkrankungen oder eine Glutensensitivität, das Sicca- oder auch das Sjögren-Syndrom. Die Zufuhr an Arachidonsäure sollte begrenzt werden.

Untersuchte Kostformen

Allgemeines

Im Rahmen der Ernährungstherapie werden für rheumatische Erkrankungen eine Reihe von Diätformen empfohlen, die dem Patienten Schmerzlinderung verschaffen sollen. Sowohl Fastenkuren, eine vegane bzw. vegetarische Ernährung sowie eine mediterrane Diät zielen auf eine Reduktion der besonders in tierischen Fetten vorkommenden entzündungsfördernden Arachidonsäure ab. Eliminationsdiäten, analog zu denen bei einer Lebensmittelunverträglichkeit, suchen hingegen gezielt nach Lebensmitteln, die eventuell einen entzündlichen Schub begünstigen.

Bisher konnte allerdings keine dieser Diätformen gänzlich überzeugen, um diese als Standardernährung bei rheumatischen Erkrankungen zu empfehlen. Zwar berichten Patienten besonders unter einer vegetarischen und mediterranen Ernährung von einer Schmerzlinderung. Anhand von klinisch erfassbaren Parametern konnte dies allerdings meist nicht nachgewiesen werden [Hag 2009]; [Sme 2010]. Die Wahl einer diätetischen Begleittherapie sollte daher von den Wünschen des Patienten abhängig gemacht werden, da die Erhaltung der Lebensqualität an erster Stelle steht. Zudem besteht bei sehr strengen und einseitigen Diätformen wie dem Fasten die Gefahr, dass eine bereits vorhandene Unterversorgung sich verschlimmert.

Im Rahmen der Ernährungstherapie werden für rheumatische Erkrankungen eine Reihe von Diätformen empfohlen, die dem Patienten Schmerzlinderung verschaffen sollen. Sowohl Fastenkuren, eine vegane bzw. vegetarische Ernährung sowie eine mediterrane Diät zielen auf eine Reduktion der besonders in tierischen Fetten vorkommenden entzündungsfördernden Arachidonsäure ab. Eliminationsdiäten, analog zu denen bei einer Lebensmittelunverträglichkeit, suchen hingegen gezielt nach Lebensmitteln, die eventuell einen entzündlichen Schub begünstigen.

Bisher konnte allerdings keine dieser Diätformen gänzlich überzeugen, um diese als Standardernährung bei rheumatischen Erkrankungen zu empfehlen. Zwar berichten Patienten besonders unter einer vegetarischen und mediterranen Ernährung von einer Schmerzlinderung. Anhand von klinisch erfassbaren Parametern konnte dies allerdings meist nicht nachgewiesen werden [Hag 2009]; [Sme 2010]. Die Wahl einer diätetischen Begleittherapie sollte daher von den Wünschen des Patienten abhängig gemacht werden, da die Erhaltung der Lebensqualität an erster Stelle steht. Zudem besteht bei sehr strengen und einseitigen Diätformen wie dem Fasten die Gefahr, dass eine bereits vorhandene Unterversorgung sich verschlimmert.

Nährstoffe und Nahrungsinhaltsstoffe

Anhaltende Schmerzen begünstigen Appetitlosigkeit, was häufig zu einer geringeren Nahrungsaufnahme führt. Hierbei kann nicht nur die Versorgung an bestimmten Nährstoffen, sondern auch die Energieaufnahme unzureichend sein. Entzündliche Prozesse fördern – besonders in Kombination mit einer schmerzbedingten Bewegungsarmut – den Abbau von Muskelgewebe, wodurch es bei vielen PatientInnen zu einer Verschiebung der Körperzusammensetzung zugunsten des Fettgewebes kommt.

Ein systematisches Review kommt zu dem Schluss, dass tierische Proteine in Abhängigkeit der Herkunft das Risiko, an rheumatoider Arthritis zu erkranken, beeinflussen können.

Während der regelmäßige Verzehr von Fisch(-protein) mit einem niedrigeren Erkrankungsrisiko einherzugehen scheint, konnte für die Proteinquellen aus rotem Fleisch, Geflügel oder Milchprodukten kein Zusammenhang gefunden werden [Aso 2021]. Es wurden leider keine Studien, die den Verzehr pflanzlicher Proteine untersuchten, einbezogen.

Die Forschenden empfehlen jedoch weitere gut konzipierte Studien, die ihre Auswertungen weiter untermauern.

In einzelnen Fällen berichten PatientInnen von bestimmten Lebensmitteln, nach deren Genuss besonders häufig Beschwerden auftreten. Dies sind vor allem bestimmte Fischarten, Rotwein, Schokolade, Erdbeeren und Zitrusfrüchte. Da diese einen hohen Gehalt an Histamin aufweisen bzw. die Histaminfreisetzung fördern, wäre ein Einfluss auf die Autoimmunreaktion bzw. die Entzündungsreaktion denkbar. Zwar reichen die widersprüchlichen Studienergebnisse nicht aus, Eliminationsdiäten bei rheumatischen Beschwerden regulär durchzuführen. Allerdings sollten Hinweise des PatientInnen auf mögliche Auslöser ernst genommen werden.

PatientInnen mit rheumatoider Arthritis haben ein erhöhtes Risiko an Osteoporose zu erkranken. Die anhaltenden Entzündungen, die Bewegungsarmut und die durch eine Langzeittherapie mit Steroidmedikamenten bedingte verringerte Knochenneubildung tragen gleichermaßen zum Knochenschwund bei.

Bei RheumapatientInnen kam es unter Gabe von Fischöl zu einer signifikanten Verminderung der morgendlichen Gelenksteifigkeit, der Rötung und Schwellung der Gelenke sowie der Schmerzhaftigkeit. Weiterer Vorteil war eine reduzierte Dosis an Kortison und Salizylsäure und damit auch die Verminderung der Nebenwirkungen dieser Medikamente. Die positiven Effekte können sich jedoch nur bei langfristiger Einnahme von DHA und EPA einstellen, da diese über Wochen und Monate vermehrt in die Zellmembran eingebaut werden, wo sie anschließend zur Eicosanoidbildung zur Verfügung stehen. Im Vergleich bewirkte fetter Fisch eine weitaus bessere Symptomlinderung als fettarmer Fisch.

Omega-6-Fettsäuren

Im Zuge von Entzündungsprozessen entstehen aus der Fettsäure Arachidonsäure verschiedene entzündungsfördernde Botenstoffe. Arachidonsäure wird entweder mit der Nahrung direkt aufgenommen oder im Körper aus Linolsäure gebildet.

Omega-3-Fettsäuren fördern hingegen die Bildung entzündungshemmender Stoffe. Die Ernährungsempfehlungen bei rheumatoider Arthritis beruhen daher auf dem Grundgedanken arachidon- und linolsäurereiche Lebensmittel zu reduzieren und Omega-3-Fettsäuren-reiche Lebensmittel als Fettlieferanten zu bevorzugen.

Bei einem hohen Omega-6-/ Omega-3-Fettsäuren-Verhältnis im Plasma von Rheuma-Betroffenen ließen sich höhere Gehalte an entzündungsfördernden Botenstoffen finden, während bei einem niedrigen Verhältnis entzündungshemmende Botenstoffe überwogen [Fer 2006].

Vitamin C besitzt die Fähigkeit, verbrauchtes Vitamin E zu regenerieren und wirkt zusammen mit Vitamin E antioxidativ. Da RheumapatientInnen häufig einen niedrigen Vitamin C-Spiegel aufweisen, wird ein erhöhter Bedarf angenommen.

Da der Kalziumhaushalt unmittelbar mit dem Vitamin D-Haushalt zusammenhängt, ist auf eine ausreichende Versorgung zu achten.

Im Zuge von Entzündungsprozessen entstehen aus der Fettsäure Arachidonsäure verschiedene entzündungsfördernde Botenstoffe. Arachidonsäure wird entweder mit der Nahrung direkt aufgenommen oder im Körper aus Linolsäure gebildet.

Omega-3-Fettsäuren fördern hingegen die Bildung entzündungshemmender Stoffe. Die Ernährungsempfehlungen bei rheumatoider Arthritis beruhen daher auf dem Grundgedanken arachidon- und linolsäurereiche Lebensmittel zu reduzieren und Omega-3-Fettsäuren-reiche Lebensmittel als Fettlieferanten zu bevorzugen.

Bei einem hohen Omega-6-/ Omega-3-Fettsäuren-Verhältnis im Plasma von Rheuma-Betroffenen ließen sich höhere Gehalte an entzündungsfördernden Botenstoffen finden, während bei einem niedrigen Verhältnis entzündungshemmende Botenstoffe überwogen [Fer 2006].

Lebensmittel und spezielle Produkte

Da die rheumatoide Arthritis durch chronische Entzündungsprozesse gekennzeichnet ist, kann der verstärkte Konsum entzündungshemmend wirkender und die reduzierte Zufuhr entzündungsfördernder Lebensmittel die Beschwerden lindern.

Unterstützung im Alltag

App Rheuma-Auszeit

Die Rheuma-Liga Deutschland bietet für Betroffene mit rheumatischen Erkrankungen die App “Rheuma-Auszeit” an. Diese stellt konkrete und praktische Empfehlungen zur sofortigen Anwendung bereit. Dabei handelt es sich unter anderem um Bewegungsübungen im Bereich “Kraftspender” oder auch Entspannungsübungen im Bereich “Entspannung”.

Es gibt Anleitungen zu:

  • Progressive Muskelentspannung & Passive Entspannung
  • Selbstmassage
  • Gedankenreisen
  • Kälte- & Wärmebehandlungen
  • Bewegungstraining

Die Bewertungen der App sind insgesamt sehr positiv. Die Urheber geben an, so wenig personenbezogene Daten wie möglich zu sammeln. Die in dieser App vorgestellten Übungen und Anwendungen sollen Betroffene vor allem im Alltag unterstützen. Diese ersetzen aber weder einen Arztbesuch noch die Therapie.

Weitere Informationen gibt es auf der Website der Rheuma-Liga.

Beratungsmaterialien/ Downloads

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