Rheumatoide Arthritis – Ernährungstherapie

Die Ernährungstherapie ist ein empfehlenswerter Bestandteil in der Behandlung der rheumatoiden Arthritis. Aufgrund der Erkrankung selbst als auch infolge der Langzeitmedikation kann es zur Unterversorgung an Nährstoffen kommen. Zudem kann eine geeignete Lebensmittelwahl mit besonderem Augenmerk auf die Fettsäurezusammensetzung in vielen Fällen die entzündungsmindernde Wirkung von Medikamenten und anderen Schmerztherapien unterstützen.

Ernährungsziele, diätetische Prinzipien und mögliche Kostformen

Ernährungsziele

Die Linderung von Symptomen ist das wichtigste Ziel. Des Weiteren steht die ausreichende Versorgung mit lebensnotwendigen Nährstoffen im Fokus.

Diätetische Prinzipien

Neben der bedarfsdeckenden Zufuhr mit essenziellen Nährstoffen (vor allem Kalzium, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin E) erfolgt die Ernährungstherapie unter Berücksichtigung von Grund- und Begleiterkrankungen. Hierzu gehören zum Beispiel kardiovaskuläre Erkrankungen oder eine Glutensensitivität, das Sicca- oder auch das Sjögren-Syndrom. Die Zufuhr an Arachidonsäure sollte begrenzt werden.

Mögliche Kostformen

Im Rahmen der Ernährungstherapie werden für rheumatische Erkrankungen eine Reihe von Diätformen empfohlen, die dem Patienten Schmerzlinderung verschaffen sollen. Sowohl Fastenkuren, eine vegane bzw. vegetarische Ernährung sowie eine mediterrane Diät zielen auf eine Reduktion der besonders in tierischen Fetten vorkommenden entzündungsfördernden Arachidonsäure ab. Eliminationsdiäten, analog zu denen bei einer Lebensmittelunverträglichkeit, suchen hingegen gezielt nach Lebensmitteln, die eventuell einen entzündlichen Schub begünstigen.

Bisher konnte allerdings keine dieser Diätformen gänzlich überzeugen, um diese als Standardernährung bei rheumatischen Erkrankungen zu empfehlen. Zwar berichten Patienten besonders unter einer vegetarischen und mediterranen Ernährung von einer Schmerzlinderung. Anhand von klinisch erfassbaren Parametern konnte dies allerdings meist nicht nachgewiesen werden [Hag 2009]; [Sme 2010]. Die Wahl einer diätetischen Begleittherapie sollte daher von den Wünschen des Patienten abhängig gemacht werden, da die Erhaltung der Lebensqualität an erster Stelle steht. Zudem besteht bei sehr strengen und einseitigen Diätformen wie dem Fasten die Gefahr, dass eine bereits vorhandene Unterversorgung sich verschlimmert.

Fasten: Studien konnten zeigen, dass sich eine Fastenkur positiv auf den akuten Rheumaschub auswirken kann. Das wird mit dem durch Nahrungsverzicht verminderten Arachidonsäurepool im Körper begründet. Fasten ist jedoch keine Ernährungsweise und kann bei Rheumatikern mit vorliegender Mangel- oder Fehlernährung diese noch zusätzlich verstärken. Eine Fastenkur sollte, wenn überhaupt, unter (ärztlicher) Aufsicht durchgeführt werden

Fasten

Im Rahmen der Ernährungstherapie werden für rheumatische Erkrankungen eine Reihe von Diätformen empfohlen, die dem Patienten Schmerzlinderung verschaffen sollen. Sowohl Fastenkuren, eine vegane bzw. vegetarische Ernährung sowie eine mediterrane Diät zielen auf eine Reduktion der besonders in tierischen Fetten vorkommenden entzündungsfördernden Arachidonsäure ab. Eliminationsdiäten, analog zu denen bei einer Lebensmittelunverträglichkeit, suchen hingegen gezielt nach Lebensmitteln, die eventuell einen entzündlichen Schub begünstigen.

Bisher konnte allerdings keine dieser Diätformen gänzlich überzeugen, um diese als Standardernährung bei rheumatischen Erkrankungen zu empfehlen. Zwar berichten Patienten besonders unter einer vegetarischen und mediterranen Ernährung von einer Schmerzlinderung. Anhand von klinisch erfassbaren Parametern konnte dies allerdings meist nicht nachgewiesen werden [Hag 2009]; [Sme 2010]. Die Wahl einer diätetischen Begleittherapie sollte daher von den Wünschen des Patienten abhängig gemacht werden, da die Erhaltung der Lebensqualität an erster Stelle steht. Zudem besteht bei sehr strengen und einseitigen Diätformen wie dem Fasten die Gefahr, dass eine bereits vorhandene Unterversorgung sich verschlimmert.

Relevante Nährstoffe und Nahrungsinhaltsstoffe

Anhaltende Schmerzen begünstigen Appetitlosigkeit, was häufig zu einer geringeren Nahrungsaufnahme führt. Hierbei kann nicht nur die Versorgung an bestimmten Nährstoffen, sondern auch die Energieaufnahme unzureichend sein. Entzündliche Prozesse fördern – besonders in Kombination mit einer schmerzbedingten Bewegungsarmut – den Abbau von Muskelgewebe, wodurch es bei vielen PatientInnen zu einer Verschiebung der Körperzusammensetzung zugunsten des Fettgewebes kommt.

Ein systematisches Review kommt zu dem Schluss, dass tierische Proteine in Abhängigkeit der Herkunft das Risiko, an rheumatoider Arthritis zu erkranken, beeinflussen können.

Während der regelmäßige Verzehr von Fisch(-protein) mit einem niedrigeren Erkrankungsrisiko einherzugehen scheint, konnte für die Proteinquellen aus rotem Fleisch, Geflügel oder Milchprodukten kein Zusammenhang gefunden werden [Aso 2021]. Es wurden leider keine Studien, die den Verzehr pflanzlicher Proteine untersuchten, einbezogen.

Die Forschenden empfehlen jedoch weitere gut konzipierte Studien, die ihre Auswertungen weiter untermauern.

In einzelnen Fällen berichten PatientInnen von bestimmten Lebensmitteln, nach deren Genuss besonders häufig Beschwerden auftreten. Dies sind vor allem bestimmte Fischarten, Rotwein, Schokolade, Erdbeeren und Zitrusfrüchte. Da diese einen hohen Gehalt an Histamin aufweisen bzw. die Histaminfreisetzung fördern, wäre ein Einfluss auf die Autoimmunreaktion bzw. die Entzündungsreaktion denkbar. Zwar reichen die widersprüchlichen Studienergebnisse nicht aus, Eliminationsdiäten bei rheumatischen Beschwerden regulär durchzuführen. Allerdings sollten Hinweise des PatientInnen auf mögliche Auslöser ernst genommen werden.

PatientInnen mit rheumatoider Arthritis haben ein erhöhtes Risiko an Osteoporose zu erkranken. Die anhaltenden Entzündungen, die Bewegungsarmut und die durch eine Langzeittherapie mit Steroidmedikamenten bedingte verringerte Knochenneubildung tragen gleichermaßen zum Knochenschwund bei.

Bei RheumapatientInnen kam es unter Gabe von Fischöl zu einer signifikanten Verminderung der morgendlichen Gelenksteifigkeit, der Rötung und Schwellung der Gelenke sowie der Schmerzhaftigkeit. Weiterer Vorteil war eine reduzierte Dosis an Kortison und Salizylsäure und damit auch die Verminderung der Nebenwirkungen dieser Medikamente. Die positiven Effekte können sich jedoch nur bei langfristiger Einnahme von DHA und EPA einstellen, da diese über Wochen und Monate vermehrt in die Zellmembran eingebaut werden, wo sie anschließend zur Eicosanoidbildung zur Verfügung stehen. Im Vergleich bewirkte fetter Fisch eine weitaus bessere Symptomlinderung als fettarmer Fisch.

Omega-6-Fettsäuren

Im Zuge von Entzündungsprozessen entstehen aus der Fettsäure Arachidonsäure verschiedene entzündungsfördernde Botenstoffe. Arachidonsäure wird entweder mit der Nahrung direkt aufgenommen oder im Körper aus Linolsäure gebildet.

Omega-3-Fettsäuren fördern hingegen die Bildung entzündungshemmender Stoffe. Die Ernährungsempfehlungen bei rheumatoider Arthritis beruhen daher auf dem Grundgedanken arachidon- und linolsäurereiche Lebensmittel zu reduzieren und Omega-3-Fettsäuren-reiche Lebensmittel als Fettlieferanten zu bevorzugen.

Bei einem hohen Omega-6-/ Omega-3-Fettsäuren-Verhältnis im Plasma von Rheuma-Betroffenen ließen sich höhere Gehalte an entzündungsfördernden Botenstoffen finden, während bei einem niedrigen Verhältnis entzündungshemmende Botenstoffe überwogen [Fer 2006].

Vitamin C besitzt die Fähigkeit, verbrauchtes Vitamin E zu regenerieren und wirkt zusammen mit Vitamin E antioxidativ. Da RheumapatientInnen häufig einen niedrigen Vitamin C-Spiegel aufweisen, wird ein erhöhter Bedarf angenommen.

Da der Kalziumhaushalt unmittelbar mit dem Vitamin D-Haushalt zusammenhängt, ist auf eine ausreichende Versorgung zu achten.

Im Zuge von Entzündungsprozessen entstehen aus der Fettsäure Arachidonsäure verschiedene entzündungsfördernde Botenstoffe. Arachidonsäure wird entweder mit der Nahrung direkt aufgenommen oder im Körper aus Linolsäure gebildet.

Omega-3-Fettsäuren fördern hingegen die Bildung entzündungshemmender Stoffe. Die Ernährungsempfehlungen bei rheumatoider Arthritis beruhen daher auf dem Grundgedanken arachidon- und linolsäurereiche Lebensmittel zu reduzieren und Omega-3-Fettsäuren-reiche Lebensmittel als Fettlieferanten zu bevorzugen.

Bei einem hohen Omega-6-/ Omega-3-Fettsäuren-Verhältnis im Plasma von Rheuma-Betroffenen ließen sich höhere Gehalte an entzündungsfördernden Botenstoffen finden, während bei einem niedrigen Verhältnis entzündungshemmende Botenstoffe überwogen [Fer 2006].

Relevante Lebensmittel

Da die rheumatoide Arthritis durch chronische Entzündungsprozesse gekennzeichnet ist, kann der verstärkte Konsum entzündungshemmend wirkender und die reduzierte Zufuhr entzündungsfördernder Lebensmittel die Beschwerden lindern.

Komplikationen, häufige Begleiterkrankungen und Medikamente

Osteoporose/ Glukokortikoide

In klinischen Studien zeigte sich, dass bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises wie der rheumatoiden Arthritis ein erhöhtes Risiko für Osteoporose und osteoporotische Frakturen besteht [Sch 2006] [Con 2011]. Die Schwere der rheumatischen Erkrankung korreliert dabei mit der Schädigung des Knochenstoffwechsels.

Pathophysiologisch bedingte Entzündungsprozesse lösen dabei katabole Effekte auf die Knochen aus. Die Behandlung mit Glukokortikoiden und krankheitsbedingte Immobilität stören den Knochenstoffwechsel zusätzlich [Sch 2009].

Psoriasis-Arthritis

Bei der Psoriasis-Arthritis (Schuppenflechte-Arthritis, Arthritis psoriatica) handelt es sich um eine entzündlich-rheumatische Systemerkrankung, die bei etwa jedem dritten Menschen mit Schuppenflechte auftritt. Der Körper richtet sich dabei gegen körpereigene Strukturen und greift diese an (Autoimmunreaktion). Dabei treten Entzündungsreaktionen an verschiedenen Stellen (v. a. Gelenke, Nägel, Haut) des Körpers auf.

Häufig treten die Symptome (geschwollene und schmerzende Gelenke, entzündete Hautstellen, Nagelverformungen) erst Jahre nach der Schuppenflechte-Erkrankung auf, meist im Alter zwischen 35 und 55 Jahren [Rheuma-Liga].

Das Krankheitsbild ist durch akute Schübe im insgesamt chronischen Verlauf gekennzeichnet und nicht heilbar. Neben Schmerzmitteln und anderen Medikamenten können eine entzündungshemmende Ernährung und regelmäßige Bewegung die Beschwerden lindern.

Rheumaknoten

Bei etwa einem Drittel der PatientInnen entwickeln sich an Stellen mit hoher Druckbelastung sogenannte Rheumaknoten. Diese sind je nach Schwere der Entzündung unterschiedlich groß und können beispielsweise durch die Gabe von Kortisol verkleinert werden. Durch die immer früher gestellte Diagnose und Behandlung geht die Zahl der Patienten, die solche Rheumaknoten entwickeln, allerdings zurück.

Weitere Entzündungen

Im weiteren Verlauf der Krankheit kann es zu Entzündungen gelenkumgebender Gewebe wie Sehnen oder Schleimbeutel kommen. Durch zunehmende Zerstörung der Gelenke und Sehnen verformen sich die Gliedmaßen bis zur völligen Unbeweglichkeit.

In einigen Fällen können die Entzündungen auch andere Organe und Gewebe befallen. So können Entzündungen der verschiedenen Schichten der Augenwand (Skleritis und Episkleritis) auftreten, die in Extremfällen bis zu einer Perforation des Augapfels führen können. Kleingefäßentzündungen sind mit teilweise großen Hautdefekten vor allem an Unterschenkeln und Fußrücken verbunden. In seltenen Fällen können auch lebensbedrohliche Entzündungen auftreten, wenn beispielsweise der Herzmuskel (Perikarditis), das Rippenfell (Pleuritis) oder die Gefäßwände (Vaskulitis) betroffen sind.

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Unterstützung im Alltag, Hilfsmittel und weitere Informationen

App: Rheuma-Auszeit

Die Rheuma-Liga Deutschland bietet für Betroffene mit rheumatischen Erkrankungen die App „Rheuma-Auszeit“ an. Diese stellt konkrete und praktische Empfehlungen zur sofortigen Anwendung bereit. Dabei handelt es sich unter anderem um Bewegungsübungen im Bereich „Kraftspender“ oder auch Entspannungsübungen im Bereich „Entspannung“.

Es gibt Anleitungen zu:

  • Progressive Muskelentspannung & Passive Entspannung
  • Selbstmassage
  • Gedankenreisen
  • Kälte- & Wärmebehandlungen
  • Bewegungstraining

Die Bewertungen der App sind insgesamt sehr positiv. Die Urheber geben an, so wenig personenbezogene Daten wie möglich zu sammeln. Die in dieser App vorgestellten Übungen und Anwendungen sollen Betroffene vor allem im Alltag unterstützen. Diese ersetzen aber weder einen Arztbesuch noch die Therapie.

Weitere Informationen sind auf der Website der Rheuma-Liga Deutschland verfügbar.

Disesase Activity Score

Der Disease Activity Score (DAS) ist ein Instrument zur Messung der Krankheitsaktivität bei einer rheumatoiden Arthritis. Es ist ein Maß für die momentane Entzündungsstärke, die verschiedene Parameter der Diagnostik sowie körperliche Symptome einschließt:

  • Anzahl der druckschmerzhaften Gelenke
  • Anzahl der geschwollenen Gelenke
  • Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG)
  • Einschätzungen des Krankheitszustandes/Aktivität der Krankheit durch die Betroffenen

Der Score ist nicht gleichbedeutend mit der Schwere der Erkrankung, korreliert aber in gewisser Weise mit dieser und wird mithilfe einer Formel berechnet. Das Ergebnis ist mit einem Punktewert zwischen 0 und 10 beschrieben:

  • Wert zwischen 0 und 3,2: fehlende bis geringe Krankheitsaktivität
  • Wert zwischen 3,2 und 5,1: mittlere Krankheitsaktivität
  • Werte >5,1: hohe Krankheitsaktivität

Für den DAS28 stehen standardisierte Erhebungsbögen und Berechnungshilfen zur Verfügung, zum Beispiel unter msdmanuals.com.

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