Schlankheitsmittel – große Versprechen, wenig Wirkung (Update)

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Die zu einer Gewichtsreduktion erforderlichen Maßnahmen bedeuten für die Betroffenen meist eine deutliche Änderung ihrer Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. Es ist nachvollziehbar, dass der Gedanke, schnell und leicht mithilfe von Medikamenten abzunehmen, eine verlockende Option ist. Die meisten Schlankheitsmittel sind jedoch nicht nachhaltig wirksam oder sogar unwirksam. Dennoch gibt es Hunderte von Produkten im Internet, die eine schnelle Gewichtsabnahme versprechen.

Unter den Schlankheitsmitteln gibt es verschiedene Wirkgruppen. Im freien Handel ist eine große Produktpalette erhältlich. Ein Risiko für den Verbraucher besteht besonders durch arzneilich wirksame Stoffe, die ohne ärztliche und pharmazeutische Überwachung und ohne Aufklärung des Verbrauchers über die Risiken und Nebenwirkungen eingenommen werden. Vor allem der Internethandel ist problematisch. Oft liegen unzulässige oder irreführende Werbeaussagen vor. Einige Produkte sind gesundheitsgefährdend. Der Kostenfaktor steht in keinem Verhältnis zur Wirksamkeit.

 

 

Unabhängig davon, ob ein Patient eines der zugelassenen Medikamente verschrieben bekommt oder ob er sich für ein frei verkäufliches Präparat aus der Apotheke bzw. der Drogerie entscheidet, sollte er sich immer im Klaren darüber sein, dass dieses keine Wunder bewirkt. Eine erfolgreiche und dauerhafte Gewichtsreduktion ist langfristig nur mit einer Veränderung bestimmter Ess- und Bewegungsgewohnheiten möglich.

Appetithemmer

Pharmazeutische Appetitzügler beeinflussen die Regulation von Hunger und Sättigung. Dabei erhöhen die Substanzen in erster Linie die Konzentration bestimmter Botenstoffe (wie der Neurotransmitter Noradrenalin, Dopamin und Serotonin) oder wirken an Rezeptoren und Neuronen im zentralen Nervensystem. Auf diese Weise sollen Hungergefühle unterdrückt und Sättigungssignale verstärkt werden.

Einige Substanzen versetzen den Körper in eine künstliche Stresssituation, sodass der Stoffwechsel erhöht und der Appetit gehemmt wird. Gleichzeitig vermitteln die Substanzen ein euphorisches Hochgefühl, was die Appetitminderung ebenfalls begünstigt, aber auf Dauer zu einer Abhängigkeit führen kann.

Bekannte, in Deutschland meist nicht mehr als Arzneimittel zugelassene, Wirkstoffe sind unter anderem Sibutramin, Rimonabant, Mefenorex, Dexfenfluramin, Fenfluramin, Fenproporex, Phenylpropanolamin, Amfepramon oder auch Bupropion.

Obwohl die Wirksamkeit verschreibungspflichtiger Appetitzügler bekannt und belegt ist, wurden viele Medikamente aufgrund der beobachteten Komplikationen verboten. Durch den weitreichenden Eingriff der Substanzen in nervale Regelprozesse können erhebliche Nebenwirkungen auftreten. Es wurden Abhängigkeit, eine Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit und Persönlichkeitsveränderungen wie Wahn oder Depressionen beschrieben. Es kann zu Herz-Kreislauf-Komplikationen und Lungenhochdruck kommen. Teils sind schwere gastrointestinale Symptome (Durchfall, Stuhlinkontinenz, Meteorismus) möglich. Trotz des Verbotes sind viele gepanschte Produkte mit diesen Wirkstoffen im Internet erhältlich.

Tabellentool: Schlankheitsmittel

Ballaststoffe, Quellmittel und Fettbinder

Dieser Gruppe lässt sich ein breites Spektrum an Substanzen zuordnen, die über verschiedenste Mechanismen zu einem erhöhten Sättigungsgefühl beitragen. Die meisten Substanzen wirken über eine vermehrte Magenfüllung, da das Sättigungsgefühl in erster Linie durch die Magendehnung stimuliert wird. Bei den Quell- und Füllstoffen handelt es sich in der Regel um Pflanzenfasern wie Zellulose oder Glucomannan, die viel Flüssigkeit binden. Diese quellen im Magen auf. Das bei der folgenden Mahlzeit schneller eintretende Sättigungsgefühl soll Speisenmenge und Kalorienzufuhr reduzieren. Fettbinder wie Orlistat hingegen sollen die Aufnahme von Fett aus der Nahrung blockieren und darüber die Kalorienzufuhr senken.

Der Nutzen der einzelnen Substanzen ist durch wissenschaftliche Untersuchungen kaum oder nicht belegt. Mögliche Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden (Krämpfe, Blähungen, Verstopfung, Sodbrennen und Aufstoßen) und Übelkeit. Bei einer unzureichenden Trinkmenge besteht die Gefahr von zum Teil lebensbedrohlichen Verengungen der Speiseröhre oder des Darms. Einige Medikamente wurden aus diesem Grund bereits vom Markt genommen.

Ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie Gemüse und Vollkornprodukte können das Sättigungsgefühl genauso unterstützen und sind ein wesentlicher Bestandteil einer Ernährungsumstellung. Es ist fraglich, wie groß der Nutzen zusätzlich zugeführter Quell- und Füllstoffe zur Gewichtsabnahme wirklich ist. Aufgrund der Obstruktionsgefahr ist dringend auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten. Ebenso sind die Herstellerangaben bezüglich Einnahme, Dosierung und Dauer einzuhalten.

Diuretika/Entwässerungsmittel

Diuretika wirken harntreibend und sorgen für eine vermehrte Ausscheidung von Wasser aus dem Körper. Kurzfristig führen derartige Präparate durch den Flüssigkeitsverlust zu einer geringen Gewichtsabnahme. Fett wird hierbei nicht abgebaut.

Medikamentöse Diuretika werden in erster Linie zur Behandlung von Ödemen und Hypertonie eingesetzt. Die derzeit erhältlichen Mittel sind ausnahmslos verschreibungspflichtig, sodass ein Missbrauch zu Gewichtsreduktionszwecken eher die Ausnahme ist.

Daneben sind im Handel einige frei verkäufliche pflanzliche Entwässerungsmittel erhältlich, die oft als „Entschlackungsmittel“ beworben werden. Hierzu zählen beispielsweise Pu-Erh-Tee und Kräutertees aus Brennnesseln, Birkenblättern oder Goldrute, Habichtskraut, Steinklee sowie Katzenbart. Einige Extrakte sind auch als Dragees erhältlich. Auch einige Nahrungsmittel wie Reis, Spargel, Erdbeeren, Artischocken oder Zitronen wirken leicht entwässernd und sind als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich.

Da die beobachtete Gewichtsreduktion lediglich das Ergebnis eines Flüssigkeitsverlustes ist, sind derartige Mittel zum Abnehmen ungeeignet. Bei missbräuchlicher Anwendung besteht langfristig die Gefahr von Elektrolytverlusten, die sich schlimmstenfalls in Herzrhythmusstörungen widerspiegeln. Ein Kaliummangel kann zudem zu Übelkeit und Erbrechen führen. Langfristig führt die Einnahme von hoch konzentrierten Entwässerungsmitteln zu einem Blutdruckabfall. Akute Nebenwirkungen sind bislang nicht bekannt.

Entwässerungsmitteln sollten nur bei vom Arzt diagnostizierten Wassereinlagerungen (Ödemen) über einen begrenzten Zeitraum eingenommen werden. Das Trinken von Kräutertees (Brennnessel, Birkenblätter) bzw. der Verzehr von Nahrungsmitteln mit leicht entwässernder Wirkung ist jedoch unbedenklich.

Abführmittel (Laxanzien)

Abführmittel, auch Laxanzien genannt, sind pharmazeutische Präparate, die die Stuhlentleerung beschleunigen. Therapeutisch werden diese bei Verstopfung eingesetzt. Dabei greifen 3 verschiedene Mechanismen.

Volumen vergrößernde bzw. osmotisch wirksame Abführmittel wirken über eine Vergrößerung des Stuhlvolumens (siehe Quellmittel). Zu den bekannten Vertretern zählen Ballaststoffe (Leinsamen, Indische Flohsamenschalen, Weizenkleie), osmotisch wirkende Substanzen (Glaubersalz, Bittersalz), Zucker und Zuckeralkohole (Laktose, Laktulose, Sorbit, Mannitol) sowie gasbildende Substanzen (Natriumhydrogencarbonat).

Motilitäts- und sekretionsbeeinflussende Abführmittel hingegen stimulieren die Darmbewegungen und bewirken einen schnelleren Transport. Hierdurch wird dem Darminhalt weniger Wasser entzogen. Beispiele hierfür sind pflanzliche Anthrachinone (z. B. in Rizinus, Aloe, Faulbaum, Rhabarber, Senna) oder synthetische Triarylmethan-Derivate (Bisacodyl, NatriumpicosulfatPhenolphthalein).

Gleitmittel wiederum verleihen dem Stuhl eine weichere Konsistenz und machen diesen gleitfähig. Derartige Produkte werden insbesondere bei Verletzungen oder Erkrankungen im Analbereich wie bei Hämorrhoiden und Analfissuren eingesetzt. Als Gleitmittel werden in erster Linie Glycerol und dickflüssiges Paraffin verwendet.

Durch den schnellen Weitertransport des Stuhls wird die Nährstoffaufnahme deutlich eingeschränkt. Da zahlreiche Laxantien rezeptfrei in Apotheken und Drogeriemärkten erhältlich sind, ist ein Missbrauch mit diesen Substanzen leicht möglich. Durch die verminderte Nährstoffaufnahme wird zwar ein Teil der zugeführten Fette und Kohlenhydrate ungenutzt wieder ausgeschieden, was einer negativen Energiebilanz theoretisch zugutekommt. Gleichzeitig wird allerdings auch die Aufnahme von Aminosäuren, Vitaminen und Mineralstoffen beeinträchtigt, was bei längerfristiger Anwendung zu einer Mangelernährung führen kann.

Typisch für einen Missbrauch von Laxantien ist ein Kaliummangel im Blut, der zu Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall und Muskelschwäche führen kann. In extremen Fällen sind Harnblasen- und Leberstörungen möglich. Bei der Einnahme quellender Laxanzien ist besonders auf die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit zu achten, da es sonst zu Verengungen der Speiseröhre oder des Darms kommen kann. Gleitmittel können ölige Stühle verursachen.

Bei der Einnahme über einen längeren Zeitraum tritt schnell ein Gewöhnungseffekt auf. Eine Stuhlentleerung ohne Abführmittel ist dann nicht oder nur noch schwer möglich. Dies geht auch mit der Konsequenz einher, dass immer höhere Dosen benötigt werden, um überhaupt noch eine abführende Wirkung zu erzielen. Werden die Mittel abgesetzt, arbeitet der Darm über einen längeren Zeitraum nur noch eingeschränkt.

 

 

Physiologische Substanzen

Hormone

Der Energieumsatz und die Fettverbrennung sind hormonell gesteuerte Prozesse. Daraus resultiert die Annahme, dass die zusätzliche Aufnahme von stoffwechselanregenden Hormonen den Energieverbrauch und den Abbau von Energiereserven steigert. Es spielen vor allem zwei Hormone eine Rolle.

Schilddrüsenhormone regen verschiedene Stoffwechselprozesse an und steigern den Grundumsatz. Thyroxin wird zur Behandlung einer Hypothyreose eingesetzt, bei der es unter anderem oft zu einer Gewichtszunahme kommt. Unseriöse Quellen bieten L-Thyroxin auch zur Gewichtsreduktion an. Die Einnahme von Thyroxin bei normaler Schilddrüsenfunktion kann den Hormonregelkreis empfindlich stören. Bei Überdosierungen besteht die Gefahr von Herz-Kreislauf-Störungen wie Bluthochdruck, Herzrasen und Herzrhythmusstörungen. Zudem kann es zu Muskelschwächen und Lähmungen sowie zu lebensbedrohlichen Stoffwechselentgleisungen kommen [Aki 2011]. Todesfälle aufgrund der Einnahme von Thyroxin als Schlankheitsmittel wurden in der Literatur beschrieben [Har 2010].

Humanes Choriongonadotropin (HCG) wird während der Schwangerschaft in der Plazenta gebildet. Gering dosiertes HCG soll die Wirkung kalorienreduzierter Diäten verstärken. Dabei soll der Körper unter dem Einfluss des Hormons angeregt werden, bevorzugt Fettreserven abzubauen. Gleichzeitig soll das Hormon die Sättigung verstärken und so das Durchhaltevermögen für eine veranschlagte 500 kcal-Diät begünstigen [Yen 2012]. Als akute Nebenwirkungen wurden Blutdruckabfall, Unterzuckerungen, Verstopfung und verstärkte Müdigkeit beschrieben [Ste 1976]. Verschiedene Untersuchungen zur Wirkung von HCG konnten keinen Vorteil gegenüber der Einnahme eines Placebos belegen [Ste 1976Bos 1990]. Vielmehr schien der erreichte Gewichtsverlust allein auf die niedrig-kalorische Diät zurückzugehen.

Enzyme

In einigen Ratgebern wird nach wie vor die Fettstoffwechsel ankurbelnde Wirkung einiger Enzyme aus Südfrüchten angepriesen. Dabei werden vor allem das Bromelain aus der Ananas sowie Papain, Chymopapain, Lysozyme und Lipasen aus der Papaya genannt. Enzyme sind Proteine, die wie andere Eiweißverbindungen im Magen denaturiert und verdaut werden. Eine Wirksamkeit im Darm ist folglich nicht mehr gegeben. Zudem bleibt der Einfluss eiweißspaltender Enzyme wie Bromelain und Papain auf die Fettverbrennung fragwürdig.

Aminosäuren und Amine

Carnitin ist eine Aminosäureverbindung, die im Energiestoffwechsel der Zellen eine Rolle spielt. Durch dessen Notwendigkeit für den Fettabbau entstand die Annahme, dass eine zusätzliche Zufuhr die Konzentration im Muskel und damit die Fettverbrennung – besonders nach dem Sport – erhöht. Sorgfältig durchgeführte Studien konnten allerdings nicht belegen, dass sich durch die orale Zufuhr die Konzentration im Muskel wesentlich verändert [Bar 1994Vuk 1994]. Berechnungen anhand der Enzymkinetik ergaben zudem, dass der ruhende Muskel über ausreichend Carnitin verfügt, damit das für die Fettverbrennung notwendige Enzym (Carnitin-Palmitoyltransferase 1) die maximale Aktivität entfaltet. Eine Gewichtsreduktion mithilfe von exogen zugeführtem Carnitin ist insbesondere ohne Sport folglich nicht gegeben [Jeu 2011]. Neuere Untersuchungen weisen zwar darauf hin, dass Carnitin in Kombination mit einer hohen Kohlenhydratzufuhr im Training doch zu einer verbesserten Fettverbrennung führt. Diese Erkenntnis dürfte allerdings nur für Leistungssportler von Bedeutung sein. Für einen Gewichtsverlust ist die Zufuhr hoher Kohlenhydratmengen eher kontraproduktiv [Jeu 2011]. Carnitin ist in hohen Konzentrationen vor allem in Fleisch enthalten und wird bei einer abwechslungsreichen Kost in ausreichenden Mengen zugeführt.

Die Aminosäuren Arginin, Lysin und Ornithin sind an der Freisetzung des Wachstumshormons (Somatotropin) beteiligt. Da dieses die Fettsynthese hemmt und die Proteinsynthese stimuliert, argumentieren einige Ratgeber, dass durch die Zufuhr der drei Aminosäuren Muskelaufbau und Fettabbau verbessert werden. Aminosäuren sind Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung und werden in Deutschland in ausreichendem Maße über Nahrungsmittel zugeführt. Der Sinn einer zusätzlichen Supplementierung ist folglich fraglich.

Die Aminosulfonsäure Taurin ist ein Abbauprodukt von Aminosäuren. Die exogene Zufuhr soll den Fettstoffwechsel steigern und so eine Gewichtsreduktion begünstigen. Dabei wird besonders unter Sportlern eine verbesserte Fettverbrennung durch Einnahme von Taurin vor dem Training diskutiert. Eindeutige Beweise für diesen Effekt fehlen allerdings bislang [Jeu 2011]. Hinweise, dass Taurin auch ohne sportliche Betätigung zu einem Gewichtsverlust beiträgt, gibt es zudem nicht.

Nahrungsinhaltsstoffe und andere

Koffein stimuliert das sympathische Nervensystem und fördert indirekt über eine vermehrte Adrenalinfreisetzung den Fettabbau. Zudem hat es einen leicht thermogenen Effekt. Die einmalige Verabreichung von 100 mg Koffein (entspricht etwa dem Gehalt in 125 ml Filterkaffee) führte in einem Experiment bei normal- und leicht übergewichtigen Personen zu einer leichten Steigerung des Grundumsatzes [Dul 1989]. Weitere Studien konnten keinen größeren Gewichtsverlust gegenüber einem Placebo nachweisen bzw. die Unterschiede waren nicht von klinischer Relevanz [Ast 1992]; [Wes 2005]. Die Effekte von Koffein auf den Energiestoffwechsel sind zu gering, um für die Praxis von klinischer Bedeutung zu sein. Gegen den Konsum von Kaffee im Rahmen der normalen Ernährung gibt es keine Einwände. Die zusätzliche Einnahme von Koffeinsupplementen zur Gewichtsreduktion ist hingegen wenig sinnvoll.

Die konjungierte Linolsäure (CLA) ist ein Abkömmling einer Omega-6-Fettsäure und wird vor allem über das Fleisch von Wiederkäuern sowie über Milchprodukte aufgenommen. Bei Nagetieren erhöhte die Gabe von CLA den Energieumsatz und verringerte die Fettmasse. Am Menschen konnte dies bislang nicht eindeutig nachgewiesen werden. Ein leichter Verlust an Fettmasse konnte durch eine langfristige Einnahme von etwa 3 g CLA pro Tag erreicht werden [Jeu 2011]. Zudem reduzierte CLA bei übergewichtigen Männern die Insulinresistenz [Ris 2004]. Die positive Wirkung von CLA auf das Körpergewicht und die Körperzusammensetzung wurde in erster Linie in Tierversuchen belegt.

Chrom ist ein essenzielles Spurenelement, das laut Werbeaussagen den Muskelaufbau fördert und die Fettverbrennung ankurbelt. Jedoch konnte in sorgfältig durchgeführten Studien kein Einfluss auf die Magermasse festgestellt werden [Cla 1994]; [Hal 1996]. Unter kontrollierter Kalorienzufuhr bewirkte die Gabe von Chrom auch keine Veränderung des Körpergewichts oder der Körperzusammensetzung [Luk 2007].

Präparate mit Ephedra (Ma Huang) enthalten zur Unterstützung meist Koffein oder Guarana. In dieser Kombination konnten gute Ergebnisse bezüglich eines kurzfristigen Gewichts- und Fettgewebeverlustes erzielt werden [Boo 2001]; [She 2003], weswegen entsprechende Produkte in vielen Ländern lange Zeit als Schlankheitsmittel gefragt waren. Aufgrund der schweren, teilweise lebensbedrohlichen Nebenwirkungen wurden Ephedra-Präparate mittlerweile in zahlreichen westlichen Ländern verboten. In Deutschland sind Ephedrin-haltige Mittel seit 2006 verschreibungspflichtig. Zu den Nebenwirkungen zählen unter anderem Störungen der Herztätigkeit, die zu Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und plötzlichem Tod führen können. Diese Phänomene können auch bei Patienten ohne kardiovaskuläre Grundleiden auftreten [Sam 2002].

Forskolin kommt im Harfenstrauch Coleus forskohlii vor. Es steigerte den Abbau von Fett im Fettgewebe von Ratten. Jedoch ist weder die positive Wirkung durch mehrere Studien belegt, noch gibt es Daten zur gesundheitlichen Unbedenklichkeit.

 

 

Checkliste für die Praxis

Die folgende Checkliste soll helfen, aus dem sehr unüberschaubaren Angebot an Schlankheitsmitteln diejenigen Produkte herauszufiltern, deren Nutzen und Wirksamkeit fraglich ist.

 

 

Downloads

Unseren Mitgliedern stehen Infokarten als PDF-Download für die Beratung zur Verfügung. Das Fachkompendium Schlankheitsmittel ist auch im Medienshop erhältlich.

  Infokarten Schlankheitsmittel
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  Fachinfo Adipositas 3 - Schlankheitsmittel
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