Weitere Stoffwechselparameter

Harnsäure ist das Endprodukt beim Abbau von Purinen. Die wichtigsten Vertreter der Purine sind Adenosin und Guanin. Diese liegen im Körper hauptsächlich als Nukleotide (verknüpft mit Ribose sowie ein bis drei Phosphatresten) vor und sind wesentliche Bestandteile der DNA (in Form von AMP und GMP) bzw. fungieren als Energieüberträger (in Form von ATP und GTP) bei zahlreichen Reaktionen. Dementsprechend kommen Purine in menschlichen, tierischen und pflanzlichen Zellen vor.

Hyperurikämie und Gicht: Harnsäure

Überschüssige Purine werden vom Körper in Harnsäure umgewandelt, die größtenteils renal ausgeschieden werden. Aufgrund der besseren Löslichkeit liegt Harnsäure als Dinatriumurat (Salzform) vor. Ab einem Harnsäurespiegel von 400 µmol/ l (6,8 mg/ dl) ist das Löslichkeitsgleichgewicht überschritten und die Moleküle beginnen als Uratkristalle auszufällen (Gicht). Scharfkantige Kristalle in der Synovialflüssigkeit der Gelenke führen zu den typischen Gichterscheinungen.

Indikation zur Bestimmung

  • häufig im Rahmen der Routine-Blutuntersuchung
  • Diagnostik und Verlaufs-/ Therapiekontrolle einer Hyperurikämie bzw. Gichterkrankung
  • Diagnostik und Verlaufs-/ Therapiekontrolle einer Niereninsuffizienz
  • Diagnostik und Verlaufs-/ Therapiekontrolle von hämolytischen Krankheiten

Der Harnsäurespiegel variiert nach Alter, Geschlecht und Tagesrhythmus. Männer weisen allgemein höhere Konzentrationen auf. Bei Frauen erreicht der Blutspiegel aufgrund des Östrogenmangels nach den Wechseljahren einen Maximalwert. Darüber hinaus beeinflusst die Einnahme bestimmter Medikamente die Höhe des Harnsäurespiegels.

Erhöhte Harnsäurewerte können aus einer verminderten Ausscheidung und/ oder einer erhöhten Bildung entstehen. In vielen Fällen sind an der Entwicklung einer Hyperurikämie mehrere Faktoren beteiligt.

Ketonkörper

Unter dem Begriff Ketonkörper werden Substanzen zusammengefasst, die bei Kohlenhydratmangel als Zwischenprodukt beim Fettabbau entstehen und dem Körper neben Glukose als Energielieferant dienen. Im medizinischen Sprachgebrauch werden diese Verbindungen als Acetoacetat, Beta-Hydroxybutyrat und Aceton bezeichnet. Beta-Hydroxybutyrat ist chemisch gesehen kein Keton, wird aufgrund ähnlicher physiologischer Eigenschaften dennoch zu dieser Gruppe gezählt und stellt den mengenmäßig bedeutendsten Vertreter dar. Es wird durch Enzyme aus Acetoacetat umgewandelt.

Eine erhöhte Konzentration an Ketonkörpern ist üblicherweise auf einen verstärkten Fettabbau zurückzuführen. Dieser kann in Hungerphasen, bei stark kohlenhydratreduzierter Ernährung, extremer körperlicher Belastung oder infolge einer gestörten Zuckerverwertung bzw. bei Insulinmangel (Diabetes mellitus) auftreten. Aber auch Alkoholismus, schweres Erbrechen, schwere Durchfälle und Infektionskrankheiten können erhöhte Konzentrationen mit sich bringen. Beim Neugeborenen können Ketonkörper im Harn zudem ein Zeichen einer angeborenen Stoffwechselerkrankung sein. Ketonkörper werden über die Lunge mit der Ausatemluft (Aceton) oder über den Harn ausgeschieden (Ketonurie).

Die Bestimmung von Ketonkörpern erfolgt meist zur Abklärung von Stoffwechselentgleisungen und stark erhöhten Blutzuckerwerten, als Hilfsmittel zur Erkennung von Hungerzuständen oder zur Feststellung seltener angeborener Erkrankungen. Der Ketonkörper-Nachweis ist sowohl im Urin als auch im Serum/ Plasma möglich. Die häufigste Messung ist die sogenannte Nitroprussid-Methode, bei der die Ketonkörper-Konzentration mit Hilfe eines optischen Kolorimeters semiquantitativ bestimmt wird. Die hierbei verwendeten Teststreifen weisen nach der Reaktion zwischen Ketonen und Nitroprussid (Na-Nitroferricyanid) eine violette Färbung auf. Die Tests weisen in der Regel eine praktische Empfindlichkeit von 5 mg/dl auf, so dass physiologische Erhöhungen bis 2 mg/dl nicht erfasst werden. Zudem werden bei dieser Methode nicht alle Ketonkörper, sondern nur Acetoacetat und in manchen Fällen Aceton gemessen. Beta-Hydroxybutyrat wird nicht erfasst. Dies ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn diese Methode als Ketonkörpernachweis eingesetzt wird. Zur quantitativen Bestimmung von Beta-Hydroxybutyrat und Acetoacetat im Serum/ Plasma kommen enzymatische Tests zum Einsatz.