Forschung: Joghurt und Milch – Effekte beim metabolischen Syndrom

Schenken wir aktuellen Statistiken Glauben, ist jeder Fünfte weltweit am metabolischen Syndrom erkrankt. Das auch als Syndrom X bezeichnete Krankheitsbild ist häufig mit einer nicht-alkoholischen Fettleber assoziiert. Chinesische Forscher haben nun untersucht, wie sich Joghurt im Vergleich zu Milch auf verschiedene Parameter des metabolischen Syndroms auswirkt. Die Studie wurde in der Aktuellen Ernährungsmedizin [Aktuel Ernahrungsmed 2019; 44(05): 305] vorgestellt und bezieht sich auf die Originalpublikation von Chen Y [Che 2019].

Studiendesign

Es wurden 100 Frauen zwischen 36 und 66 Jahren mit einem BMI >28 kg/m² und einem Taillenumfang >90 cm untersucht. Allen wurde das metabolische Syndrom und eine Fettleber diagnostiziert.

Auf 2 Gruppen aufgeteilt konsumierte eine Gruppe täglich 220 g Joghurt und die andere Gruppe 220 ml Milch.

Zu Studienbeginn und nach 6 Monaten wurden anthropometrische (Gewicht, BMI, Taillenumfang) und diagnostische (Blutglukose, Insulin, Cholesterinwerte, Zytokine) Parameter erfasst. Bei 20 zufällig ausgewählten Teilnehmern pro Gruppe wurden zudem das Leberfett und die Zusammensetzung des Mikrobioms im Darm analysiert.

Ergebnisse

Zu Beginn waren alle Variablen in beiden Gruppen vergleichbar. Nach 6 Monaten zeigten sich in der Joghurtgruppe im Vergleich zur Milchgruppe unter anderem:

  • ein signifikant reduzierter HOMA-Index (-0,53)
  • ein geringerer Nüchterninsulinwert (-2,77 mU/l) und ein geringeres 2-h-Insulin (-25,5 mU/l)
  • ein geringerer Alaninaminotransferasewert (-4,65 U/l)
  • verminderte intrahepatische Cholesterinwerte (-3,44 %) sowie weniger Leberfett (-3,48 %)
  • leicht verminderte Nüchternglukosewerte (- 0,08 mmol/l)
  • ein geringerer Fibroblastenwachstumsfaktor 21 (-57,76 pg/ml)
  • geringere Biomarkerwerte für Entzündung und oxidativen Stress
  • eine geringere durchschnittliche Fettmasse (-2,26 kg)
  • ein niedrigerer Taillenumfang (-1,85 cm)

Die Autoren konnten zudem einen Effekt eines täglichen Joghurt-Verzehrs auf die Zusammensetzung der Mikrobiota im Darm nachweisen.

Fazit

Joghurt ist besser geeignet als Milch, um verschiedene Parameter des metabolischen Syndroms bzw. der Insulinresistenz zu verbessern. Dabei zeigten sich vor allem durchgängig verbesserte Fett-bezogene Werte (Gesamtkörperfett, Leberfett, Lipidparameter im Blut).

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