Tools Beratung und Wissen: moodgym – Aktive Hilfe bei negativen Gedanken und Gefühlen

moodgym ist ein kostenloses Online-Training zur Stärkung der Psyche. Mit Übungen und Beispielcharakteren können die Nutzer ungesunde Gedankenmuster erkennen und durch neue ersetzen, um das Handeln positiv zu verändern.

Ziel des Programms

Ziel des Programms ist es, depressive Symptome zu verringern und Depressionen langfristig möglichst zu verhindern. Das Programm basiert auf dem Konzept der Verhaltenstherapie und wurde von australischen Forschern entwickelt. Ein Expertenteam des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health der Universität Leipzig übersetzte moodgym mit Förderung der AOK ins Deutsche.

Auch Ernährungsfachkräfte können das Programm ihren Kunden und Klienten empfehlen oder bei Bedarf aktiv in den Beratungsprozess integrieren. Das Programm richtet sich ausdrücklich nicht nur an Patienten mit der Diagnose Depression, sondern setzt wesentlich früher an und ist damit auch für den „Gesunden“ mit teil- und/oder zeitweise negativen Gedanken und Gedanken hilfreich.

Funktionen und Nutzen

Das interaktive Trainingsprogramm unterstützt Nutzer dabei herauszufinden, ob sie psychisch belastet sind und Depressions- oder Angstsymptome haben. In einem nächsten Schritt haben sie dann die Möglichkeit, sich praktische Fähigkeiten und Fertigkeiten anzueignen, die den Umgang mit negativen Gedanken und Gefühlen erleichtern. Das Programm basiert dabei auf 2 Therapieansätzen: der kognitiven Verhaltenstherapie und der Interpersonellen Therapie.

Vor der ersten Nutzung wählt der Nutzer bei der Registrierung ein eigenes Passwort. Zum Schutz der Privatsphäre kann der Nutzername frei gewählt werden. Alle Angaben und Informationen werden vertraulich behandelt.

In einem ersten Schritt wird der Nutzer gebeten, einige Fragebögen und Tests zu seinen Gefühlen und Gedanken auszufüllen. Anschließend erhält der Nutzer eine Rückmeldung mit seinen Ergebnissen.  Dabei werden auch die durchschnittlichen Antworten aller anderen Nutzer vorgestellt.

Dann geht es in die verschiedenen Trainingsstufen, deren Reihenfolge nicht fest vorgegeben ist. So kann der Nutzer seine Bausteine frei wählen. Auch die Übungen sind freiwillig. Um weiterzukommen ist es nicht notwendig, die Übungen aktiv am Bildschirm durchzuführen.

Im ersten Trainingsbaustein erfährt der Nutzer, wie Gefühle sein Denken beeinflussen. Anhand von Beispielsituationen mit 5 verschiedenen Charakteren wird verdeutlicht, wie unterschiedlich Situationen wahrgenommen werden und welche Gedanken- und Gefühlsmuster dabei dominieren.

Im zweiten Trainingsbaustein lernt der Nutzer zu verstehen, warum er auf eine bestimmte Art denkt und fühlt. Dabei geht es vor allem auch um die Selbstwahrnehmung und -bewertung, um die eigenen Wünsche und Hoffnungen.

Der dritte Trainingsbaustein fokussiert die Selbstakzeptanz. Wie schafft es der Nutzer, negative Gedanken und darauf resultierend negative Gefühle in Bezug auf sich selbst zu verändern und in neutrale oder positive Gedanken umzulenken?

Der vierte Trainingsbaustein hilft dabei, den eigenen Umgang mit Stress zu verändern. Hier werden auch Entspannungstechniken vorgestellt und erläutert.

Schlussendlich dreht sich der fünfte Trainingsbaustein um die Frage, wie der Nutzer adäquat und selbstwertschätzend mit den Herausforderungen im familiären und beruflichen Umfeld umgehen kann.

Am Ende jedes Bausteins bekommt der Nutzer eine Zusammenfassung seiner Ergebnisse, wenn er die Übungen durchgeführt hat. Die Ergebnisse können ausgedruckt werden und sind zudem jederzeit im sogenannten Arbeitsbuch des Nutzers archiviert. Hier werden alle Test- und Übungsergebnisse übersichtlich gesammelt.

Prädikat „empfehlenswert“ und wissenschaftlicher Nachweis

moodgym hat in einem aktuellen Test der Stiftung Warentest als einziges kostenfreies Angebot zur Prävention und Linderung depressiver Symptome das Prädikat „empfehlenswert“ bekommen. Zudem stechen die nachgewiesenen guten Nutzenbelege hervor.  Eine Studie der Universität Leipzig konnte zeigen, dass depressive Symptome bei Patienten, die zusätzlich zur Behandlung durch ihren Hausarzt das Programm nutzten, stärker zurückgingen als in einer Kontrollgruppe.

Wesentliche Ergebnisse sind:

  • Depressive Symptome entwickelten sich bei Patienten, die neben der ärztlichen Behandlung moodgym nutzten, kurzfristig und langfristig stärker zurück.
  • Bei moodgym-Nutzern war die Wahrscheinlichkeit, dass Depressionssymptome verschwinden, größer als bei Nichtnutzern.
  • Die Lebensqualität und Fähigkeit zur Bewältigung der Krankheit hat sich bei moodgym-Nutzern nach einem halben Jahr stark verbessert.
  • moodgym basiert auf dem

Wichtiger Hinweis: moodgym ersetzt weder die ärztliche Behandlung noch die Behandlung mit Medikamenten. Informieren Sie Ihren Arzt oder Psychotherapeuten, wenn Sie am Programm teilnehmen möchten.

Das Selbsthilfeprogramm steht unter www.moodgym.de zur kostenlosen Nutzung bereit.

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