Beruf Ernährungsberater: Umfrage zeigt deutlichen Handlungsbedarf

In der Pressemitteilung vom 04.09.2017 haben wir Fachkräfte, die in der Ernährungsberatung und/ oder -therapie tätig sind, zu einer Befragung eingeladen. Anlass hierfür waren die Ergebnisse einer zuvor durchgeführten Mitgliederbefragung, die einige Kernprobleme bereits deutlich zum Vorschein brachte. Ziel war es, das Stimmungsbild der Branche abzubilden und herauszufinden, mit welchen Herausforderungen Ernährungsfachkräfte in der täglichen Praxis zu „kämpfen“ haben. Hieraus wollen wir mögliche Lösungsansätze identifizieren und die Engpässe der Branche bei relevanten Akteuren zur Diskussion bringen.

Wie sehen die Ergebnisse im Einzelnen aus?

Insgesamt folgten 212 Personen aus unterschiedlichen Fachrichtungen unserer Einladung. Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal recht herzlich für die Teilnahme bedanken!

Die Antworten und zahlreichen Anmerkungen stimmen größtenteils mit den Ergebnissen der FET-Mitgliederbefragung überein, an der sich bereits 101 Mitglieder beteiligten. Die Hauptergebnisse haben wir für Sie grafisch aufbereitet, so dass Sie sich einen schnellen Überblick verschaffen können. Selbstverständlich möchten wir alle Ergebnisse transparent machen und stellen diese daher als PDF-Datei zum Download zur Verfügung. 

Magazin Beruf Ernährungsberater: Umfrage zeigt deutlichen Handlungsbedarf  FET-Befragung 2017 - Gesamtauswertung

Frage 1: In welchem Bereich wünschen Sie sich mehr Unterstützung?

Die Ergebnisse zeigen, dass über 90% der Befragten den Stellenwert der Ernährungsberatung in der Gesellschaft als zu niedrig einschätzen und sich hier mehr Unterstützung wünschen. Es wird zudem sehr deutlich, dass die Befragten ihre Leistung zu wenig honoriert sehen und das Preisdumping am Markt sowie die uneinheitlichen Regelungen zur Zuzahlung von Ernährungsberatungsleistungen durch die Krankenkassen bemängeln. Viele Ernährungsfachkräfte fühlen sich nicht ausreichend ernst genommen und thematisieren insbesondere die fehlende (interdisziplinäre) Kooperation zwischen Ärzten und Ernährungsfachkräften. Die Kompetenz der Ernährungstherapeuten wird noch immer unterschätzt oder – im schlimmsten Fall – sogar in Frage gestellt, so dass das volle Potenzial der Ernährungstherapie zu wenig ausgeschöpft bzw. wertgeschätzt wird.

Patienten und Klienten hingegen wünschen sich – nach Meinung der Befragten – vor allem praktische Tipps zur Umsetzung im Alltag sowie Motivationsanreize, um die Ernährungsumstellung langfristig durchzuhalten.

Kleiner Auszug: Darin wünschen sich Ernährungsfachkräfte mehr Unterstützung

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Weitere Antworten finden Sie in der Gesamtauswertung

 

Frage 2: Was bremst Sie in Ihrer beruflichen Entwicklung aus?

Etwa 80% der Befragten fühlen sich durch politische bzw. gesetzliche Rahmenbedingungen in ihrer beruflichen Entwicklung beeinträchtigt. Kritisiert wird hier insbesondere die für die Abrechnung mit den Krankenkassen benötigte Zertifizierung durch die Fachverbände, die damit verbundenen Kosten und die zum Teil willkürlich empfundenen Regelungen der Zentralen Prüfstelle Prävention.

Auch in dieser Frage zeigte sich deutlich, dass Ernährungsfachkräfte ihren Preis häufig rechtfertigen müssen und ihre Leistung zu geringe finanzielle Anerkennung findet, obwohl die Berater über das nötige Know-how verfügen und kompetente Arbeit leisten.

Bei der Frage, ob mangelndes Selbstvertrauen ein Grund dafür sein könnte, dass es manchen Ernährungsfachkräften schwer fällt, sich am Markt zu positionieren, zeigte sich ein relativ ausgeglichenes Bild. Insgesamt 190 der Befragten antworteten auf diese Frage. Davon stimmten 93 der Aussage „voll“ oder „eher“ zu und 97 stimmten „eher nicht“ oder „gar nicht“ zu.

Kleiner Auszug: Darin fühlen sich Ernährungsfachkräfte in ihrer beruflichen Entwicklung ausgebremst

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Weitere Antworten finden Sie in der Gesamtauswertung

 

Frage 3: Hand aufs Herz: Was kotzt Sie in der Branche (bezogen auf Ernährungsberatung und -therapie) so richtig an?

Mit dieser Frage wollten wir den Befragten die Möglichkeit bieten, ganz offen zu äußern, was ihnen gegen den Strich geht. Wir haben uns erlaubt, wiederkehrende Nennungen zusammenzufassen und präsentieren Ihnen hier die Top 10 der Antworten. Für Interessierte lohnt sich ein Blick in die detaillierte Gesamtauswertung.

  • Ernährungsberatung ist kein geschützter Begriff – das erschwert die qualitative Abgrenzung zu „weniger qualifizierten“ Ernährungsberatern und ihren Methoden (Strukturvertriebe, Produkt-gebundene Beratungen und Seminare, starkes Marketing, Tests, etc.)
  • mangelnde Unterstützung seitens der Berufsverbände; fehlende Zusammenarbeit untereinander
  • fehlende Lobby auf der einen Seite, aber große Lobby (der Konzerne) auf der anderen Seite
  • uneinheitliche und zum Teil veraltete Empfehlungen
  • fehlende Anerkennung der Ernährungstherapie durch andere Berufsgruppen (z.B. Ärzte) und seitens der Patienten; Priorisierung medikamentöser Therapie seitens der Ärzte und Krankenkassen (statt Prävention)
  • Konkurrenzdenken unter den Ernährungsfachkräften
  • Fehlende Preisakzeptanz und geringe Wertschätzung der erbrachten Leistung/ Dumpingpreise
  • Unzufriedenheit mit Krankenkassenzertifizierung hinsichtlich Abrechnungsaufwand, Höhe der Erstattung bzw. Bezuschussung; notwendige Qualifikation (Kosten und Anzahl notwendiger Fortbildungen); uneinheitliche Regelungen der Krankenkassen/ Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP)
  • Ernährungspopulismus in den Medien; Verbreitung ständig widersprüchlicher Empfehlungen und Halbwahrheiten; Ernährungstrends/ Modeerscheinungen (Experten, Themen, Diäten)
  • mangelnde Selbstverantwortung des Patienten; Beratungsresistenz; fehlende Wertschätzung für Beratung und gute Ernährung; Wunsch nach schnellem Erfolg durch Patienten

Kleiner Auszug: Das kotzt Ernährungsfachkräfte an der Branche an

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Weitere Antworten finden Sie in der Gesamtauswertung

 

Was machen wir mit den Ergebnissen?

Die Ergebnisse ermöglichen uns einen tieferen Einblick in die täglichen Herausforderungen der Ernährungsberater. Auf der inhaltlichen Ebene werden wir unsere Leistungen und Medien in den nächsten Monaten auf Wünsche und Vorschläge abstimmen.

Auf der politischen Ebene sind wir hingegen selbst nicht aktiv, da dies laut Satzung nicht vorgesehen ist. Daher leiten wir die Ergebnisse der Befragungen in den kommenden Tagen an die entsprechenden Fachverbände und Krankenkassen weiter, um – im Idealfall – einen Dialog anzuregen und um Rückmeldung zu bitten, ob und inwieweit relevante Änderungen für die nächsten Jahre vorgesehen sind.

Selbstverständlich informieren wir Sie im Anschluss auch darüber.

 

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