Vitamin C (Ascorbinsäure)

Vitamin C ist ein wasserlösliches, gegenüber Hitze, Licht und Sauerstoff empfindliches Vitamin. Es kann vom Menschen nicht selbst gebildet werden und ist über die Nahrung aufzunehmen. Vitamin C ist wichtig für das Immunsystem, beeinflusst zahlreiche Reaktionen im Stoffwechsel und übernimmt Entgiftungsaufgaben.

Funktionen und Wirkungsweisen

Radikalfänger (Regeneration von Vitamin E und Glutathion)

Zu Vitamin C zählen die zwei Substanzen L-Ascorbinsäure und Dehydro-L-Ascorbinsäure. Diese können im Körper ineinander umgewandelt werden und so als Radikalfänger wirken.

Regeneration von Vitamin E: Bei der Lipidperoxidation entsteht unter Verbrauch von Vitamin E ein Tocopherol-Radikal. Dieses Tocopherol-Radikal kann mittels der Ascorbinsäure, regeneriert werden.

Regeneration von Glutathion: Ascorbinsäure regeneriert ebenso das Antioxidans Glutathion aus dessen oxidierter Form.

Entgiftungsfunktion

Vitamin C ist damit in der Lage, potenziell giftige Substanzen (Stoffwechselendprodukte, Medikamente) so zu verstoffwechseln, dass diese vom Körper ausgeschieden werden können.

Es ist durch zahlreiche Hydroxylierungsreaktionen in den Lebermikrosomen an Entgiftungsprozessen toxischer Stoffwechselprodukte und Medikamente beteiligt. Die L-Ascorbinsäure stimuliert die Synthese von Cytochrom P450 und inaktiviert reaktive Sauerstoffspezies.

Enzymatische Effekte

Zudem ist es an einer Reihe von enzymatischen Reaktionen im Stoffwechsel beteiligt wie der Synthese von Adrenalin/ Noradrenalin, Carnitin, Peptidhormonen und Kollagen oder auch dem Abbau von Aminosäuren.

  • Bildung von Kollagen (normale Funktion von Blutgefäßen, Knochen, Knorpel, Zähne und Zahnfleisch, Haut)
  • Bildung von Adrenalin und Noradrenalin (normale Funktion des Nervensystems, psychische Funktion)
  • Bildung von Carnitin und Peptidhormonen (Energiestoffwechsel, Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung)
Stoffwechsel von Eisen

Ascorbinsäure fördert die Aufnahme von Eisen und dessen Bindung an Eiweiß in der Zelle, sodass Eisen keine Radikale bilden kann.

Nitrosaminstoffwechsel

Vitamin C verhindert die Bildung von krebserregenden Nitrosaminen im Magen, die aus Nitritpökelsalz und stickstoffhaltigen Substanzen entstehen.

Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Das gilt auch während und nach intensiver körperlicher Betätigung.

Ascorbinsäure ist ein beliebtes Antioxidationsmittel. Es wird als Zusatzstoff (Antioxidans und Farbstabilisator) E 300 bis 304, 315, 316 eingesetzt. Es hemmt die Nitrosaminbildung bei Pökelware und verbessert die Teigeigenschaften bei Mehlen.

Der Zusatz ist in Obst- und Gemüsekonserven, tiefgefrorenen oder getrockneten Kartoffelprodukten, Fruchtsäften, Konfitüre, Marmelade, Gelee, Fleisch- und Wurstwaren, Fischwaren sowie Brot und Backmischungen erlaubt.

Präventives und therapeutisches Potenzial

COPD

COPD-PatientInnen haben einen erhöhten Vitamin C-Bedarf von etwa zusätzlich 40 mg täglich (Gesamttageszufuhr: 150 mg/Tag).

Erkältungskrankheiten/ COVID-19

Bei Erkältungskrankheiten sollen unter anderem Vitamin C und Zink die Symptome lindern und den Krankheitsverlauf verkürzen. Ebenso stellt sich die Frage nach einem möglichen Nutzen der beiden Mikronährstoffe bei Corona-Symptomen.

In Untersuchungen aus den USA zeigte sich eine Hochdosistherapie mit beiden Substanzen als wirkungslos. Die ProbandInnen gaben kaum Unterschiede hinsichtlich Symptomstärke und -dauer an. Jedoch kam es unter hochdosiertem Vitamin C öfter zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall und Magenkrämpfen [Tho 2021].

Vitamin C kann das Gichtrisiko insbesondere bei Männern reduzieren. In einigen Studien zeigte sich, dass hoch dosiertes Vitamin C das relative Risiko für Gicht bei Männern um bis zu 45 % senken kann. Bereits 500 mg senkten bei Männern das Risiko, an Gicht zu erkranken, um 17 % [Joh 2009].

Eine hohe Vitamin-C-Aufnahme scheint mit einer verminderten Steinbildung einherzugehen. Personen mit hohen Ascorbinsäure-Serumspiegeln waren seltener betroffen [Sim 2000]. Aus Tierversuchen ist unter anderem bekannt, dass ein Vitamin-C-Mangel das Enzym Cholesterol-7-alpha-Hydroxylase hemmt, welches maßgeblich für die Bildung von Gallensäuren aus Cholesterin verantwortlich ist [Sim 1993].

Einige wenige Hinweise auf eine positive Wirkung gibt es auch für Kalzium, Folsäure und Vitamin E (Literatur in [Cue 2004]).

Vitamin C besitzt die Fähigkeit, verbrauchtes Vitamin E zu regenerieren und wirkt zusammen mit Vitamin E antioxidativ. Da RheumapatientInnen häufig einen niedrigen Vitamin C-Spiegel aufweisen, wird ein erhöhter Bedarf angenommen.

Vorkommen und Bedarf

Vorkommen

Ergiebige Vitamin C-Quellen sind bestimmte Gemüsesorten und Obst sowie daraus hergestellte Säfte. Tierische Lebensmittel enthalten mit Ausnahme einiger Innereien sowie Wurstwaren kaum Vitamin C. Auch Nüsse und Samen, Pflanzenöle oder Streichfette sind arm an Vitamin C. Der Gehalt in einem Lebensmittel ist abhängig von Erntezeitpunkt, Transport, Dauer und Art der Lagerung sowie der Zubereitung.

Für Mitglieder: Recherche-Tabellentool mit Vitamin C-Gehalten von Lebensmitteln pro 100 g und pro Portion.

Bedarf

Gesunde Erwachsene

Die Zufuhrempfehlungen liegen bei 110 mg Ascorbinsäure täglich für Männer und 95 mg für Frauen.

Der Bedarf ist in Schwangerschaft (105 mg/Tag) und Stillzeit (125 mg/Tag) erhöht [DACH-Referenzwerte]. Der Mehrbedarf bei Schwangeren und Stillenden resultiert aus der Abnahme des Körperpools während der Schwangerschaft und dem Verlust über die Muttermilch in der Stillzeit.

RaucherInnen haben ebenfalls einen erhöhten Bedarf (155 mg/Tag für Männer und 135 mg/Tag für Frauen).

Ist-Zufuhr

Die Versorgungslage der Bevölkerung ist gut, zumal Ascorbinsäure auch vielfältig als Zusatzstoff eingesetzt wird (Verbraucherzentrale).

Unter- und Überversorgung

Mangelerscheinungen

Eine Unterversorgung mit Vitamin C sowie bestimmte Erkrankungen können Mangelerscheinungen führen. In diesen Fällen ist ernährungstherapeutisch zu prüfen, ob eine Vitamin C-reiche Zufuhr indiziert ist.

Ursachen

Ein manifester alimentärer Mangel ist beim gesunden Menschen eher selten anzutreffen. Unterversorgungen sind bei Risikopersonen sowie bestimmten Erkrankungen und Medikamenten möglich.

  • Ernährung: unzureichende Aufnahme von Obst und Gemüse, exzessiver Alkoholkonsum
  • Lebensstil: Raucher, extreme körperliche Belastung/ Stress, längerer Aufenthalt in extremer Kälte
  • Erkrankungen: Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts (gestörte Aufnahme aus der Nahrung), Tumorerkrankungen (siehe assoziierte Erkrankungen)
  • Medikamente (siehe Bioverfügbarkeit und Interaktionen)

Symptome/Folgen

Eine leichte Unterversorgung verursacht Störungen des Immunsystems. Ein schwerer Mangel manifestiert sich im Krankheitsbild Skorbut (<10 mg/Tag über einen langen Zeitraum). Bei Säuglingen kann die Moeller-Barlowsche Krankheit auftreten.

  • allgemein: Müdigkeit, Muskelschwäche
  • Immunsystem: erhöhte Infektanfälligkeit, schlechte Wundheilung
  • Blut: Anämie durch Eisenmangel
  • Skorbut (Brüchigkeit der Gefäße): Müdigkeit, vermehrte Blutungsneigung, verzögerte Wundheilung, Zahnausfall, Störung des Knochenwachstums, Fieber, evtl. Tod durch Herzschwäche
  • Moeller-Barlowsche Krankheit bei Säuglingen: subperiostale Hämatome, Schmerzen in den Extremitäten, erhöhte Knochenbrüchigkeit, Störungen des Knochenstoffwechsels bis hin zum Wachstumsstillstand
Toxizität

Ursachen

Eine Vitamin C-Hypervitaminose ist sehr selten. Selbst bei Dosierungen von mehr als 2 g pro Tag treten keine Symptome auf. Eine Gefahr besteht lediglich für Nierenkranke, da Oxalsäure beim Vitamin C-Abbau entsteht.

  • Ernährung: Megadosen Vitamin C
  • Erkrankungen: Nierenerkrankungen

Symptome/Folgen

Mögliche Nebenwirkungen nach Einnahme hoch dosierter Präparate sind Durchfälle und Blähungen.

  • Magen-Darm: Durchfälle, Blähungen,
  • Nervensystem: Nervosität, Schlafstörungen
  • Blut und Urin: Hyperoxalurie, Hyperoxalämie, Hyperurikosurie

Bioverfügbarkeit und Interaktionen

Lebensmittel/ Küchentechnik

Durch Zubereitung und Lagerung von Lebensmitteln können Verluste zwischen 30 und 100 % auftreten. Vitamin C ist hitzeempfindlich und wird daher beim Kochen zerstört. Auch Licht, Sauerstoff und hohe Feuchte führen zu Verlusten.

Nährstoffe

Es sind Wechselwirkungen mit Eisen, Kupfer, Folsäure, Vitamin B1, Vitamin B6, Vitamin E und Selen bekannt.

Medikamente

Verschiedene Medikamente erhöhen die Ausscheidung von Vitamin C und/oder vermindern dessen Aufnahme im Darm. Hierzu gehören beispielsweise Antazida, Antikoagulanzien, Barbiturate, Calcitonin, Indometacin, orale Kontrazeptiva, Kortikosteroide, Acetylsalicylsäure, Tetracycline und Thiaziddiuretika.

Vitamin C-Bestimmung (Versorgungsgrad)

Vitamin C wird im Blut gemessen. Auch die Bestimmung in Leukozyten und Erythrozyten ist möglich. Um die aktuelle Versorgungslage abzuleiten, kann das Messen von Vitamin C-Ausscheidungsprodukten nach einer oralen Testdosis durchgeführt werden.

Vitamin C (Heparin-Blut) [Quelle]

Referenzbereich: 4,6 – 14,9 mg/l (kann von Labor zu Labor variieren)

Infografiken Vitamin C

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