Buchvorstellung – Menschenstopfleber

Für eine ordentliche Gänseleberpastete braucht es Gänse-Fettleber. Dazu werden heute wie ehedem Gänse gestopft. Nicht etwa mit Fett, sondern mit Kohlenhydraten. Nur so kann eine verfettete Leber sicher angefuttert werden. Das ist bei uns Menschen nicht anders. Die von vielen als gesund propagierte kohlenhydratreiche und fettarme Kost unterstützt auf diese Weise bei einem Großteil der Bevölkerung die Ausbildung einer Fettleber mit weitreichenden Folgen.

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Eine verfettete Leber ist keinesfalls harmlos. Sie ist wesentliche Ursache für die Entstehung des Metabolischen Syndroms, von Diabetes, Herz- und Hirninfarkt, Alzheimer, vielen Krebserkrankungen und möglicherweise auch der Niereninsuffizienz. Als nicht alkoholische Fettleber NAFLD (Non Alcoholic Fatty Liver Disease) kann sie ihre Entgiftungsarbeit nicht in vollem Umfang leisten, verursacht im Stoffwechsel eine Fülle von Fehlsteuerungen und geht bei Nichtbehandlung in die nicht alkoholische Steatohepatitis (NASH) über. Letztlich kann dies zur Leberfibrose, schließlich in die Leberzirrhose und zu Leberkrebs führen. Es wird Zeit, umzudenken. Von einer Fettleber sind bereits 30 Prozent der übergewichtigen Kinder, 70 Prozent der übergewichtigen Erwachsenen und bis zu 90 Prozent der Typ-2-Diabetiker betroffen. Auch Schlanke sind nicht ausgenommen.

Der bisher zur Beurteilung der gesundheitlichen Gefährdung gehandelte BMI sagt nichts darüber aus, wie viel Fett im inneren Bauchraum (viszeral) und in den Organen angesammelt ist. Die im subkutanen Fettgewebe angesammelten Fettzellen sind nicht das Problem. Das eigentliche Risiko geht vom sogenannten ektopen Fett aus, das sich an untypischen Orten im Bauchinneren ansammelt und in die Organe verirrt hat. Wenn die vorgesehenen Fett-Speicherorte überfüllt sind oder aus anderen Gründen nicht angesteuert werden können, muss das überzählige Fett, besonders das aus den nicht verbrannten Kohlenhydraten an anderen Stellen zwischengespeichert werden: an erster Stelle in der Leber, aber auch in der Bauchspeicheldrüse sowie in der Skelett- und Herzmuskulatur. Das ektope Fett behindert nicht nur die Arbeit der betroffenen Organe, sondern sendet vermehrt Entzündungsstoffe aus und sorgt für eine Insulinresistenz im entsprechenden Gewebe. Damit legt es den Grundstein für die Ausprägung des Metabolischen Syndroms mit all seinen Folgen für die Blutzuckerregulation und für die Gefäße.

Es wird höchste Zeit, zu handeln und der Fettleber mehr Beachtung zu schenken. Wenn der Bauchumfang des Patienten über der Norm liegt, gleichzeitig die Triglyzeride und das Enzym GGT im Blut erhöht sind, liegt mit großer Wahrscheinlichkeit eine Fettleber vor. Sind gleichzeitig die übrigen Leberwerte AST und ALT erhöht, bestärkt das die Diagnose einer Fettleber-Hepatitis.

Nährwerte

  • Autor(en): Nicolai Worm
  • Titel: Menschenstopfleber. Die verharmloste Volkskrankheit Fettleber.
  • Verlag: systemed Verlag, 1. Auflage 2013
  • ISBN: 978-3927372788
  • Preis: 19,99 EUR