Buchvorstellung – Stopp Alzheimer

Dr. Bruce Fife ist Naturheilkundler und renommierter Kokosöl-Experte und leitet das gemeinnützige Coconut Research Center in Colorado Springs. In seinem Buch Stopp Alzheimer erläutert er wissenschaftlich fundiert die Hintergründe seiner Anti-Alzheimer-Strategie. Ernährungswissenschaftlerin und Wissenschaftsjournalistin Ulrike Gonder überarbeitete den aus dem Amerikanischen übersetzten Text und passte ihn für die deutschen Leser an.

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Ein höheres Alter ist ein nicht unerheblicher Risikofaktor für Alzheimer. Es ist jedoch nicht automatisch mit der Entwicklung neurodegenerativer Erkrankungen verbunden. Bruce Fife beschreibt in seinem lesenswerten Buch, dass man eine Menge dagegen tun kann. Als besonderen Risikofaktor macht er eine Kohlenhydrat-betonte, fettarme Kost fest. Diese fördere eine bestehende Insulinresistenz und die vermehrte Bildung von zellschädigenden AGEs (Advanced Glycation Endproducts). Weitere Risiken lägen im Verzehr zu vieler mehrfach ungesättigter Fettsäuren, die aufgrund ihrer Reaktionsfreudigkeit die Bildung freier Radikale in Gang setzen. Auch einige Medikamente wie z.B. Statine, Aspirin und Paracetamol, das Bevorzugen industriell gefertigter Lebensmittel sowie die Exposition mit giftigen Metallen wie Eisen, Aluminium und Quecksilber in Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen seien an einer beschleunigten Zellalterung beteiligt.

Seit fast einem Jahrhundert gilt eine ketogene Diät als einzig wirksame Maßnahme bei der Behandlung von pharmokoresistenter Epilepsie. In den letzten zwanzig Jahren häufen sich die Vermutungen, dass diese Kostform auch für weitere neurogenerative Störungen wie Alzheimer, Parkinson oder Multiple Sklerose hoffnungsvolle Ansätze bieten könnte.

Die wichtigsten Bestandteile der Therapie sind eine stark Kohlenhydrat-reduzierte Ernährung und größere Mengen an Kokosöl. Die dabei im Stoffwechsel gebildeten Ketone können außer von der Leber von allen Organen einschließlich des Gehirns als Energiequelle genutzt werden. Dadurch wird das neurodegenerativen Störungen zugrunde liegende Problem des gestörten Glucose-Stoffwechsels umgangen. Gleichzeitig werden Hirn- und Nervenzellen mit hochpotenten Energieträgern versorgt. Rechtzeitig und konsequent angewendet kann laut Fife der Krankheitsverlauf aufgehalten und in vielen Fällen eine erhebliche Besserung bewirkt werden – was bisher mit noch keinem Medikament gelungen ist.

So überzeugend diese Hinweise auch sein mögen, Betroffene müssen die Kostform für sich selbst ausprobieren. Eine meiner Multiple Sklerose-Patientinnen hat sich für ein Vierteljahr an die vorgeschlagene Therapie gehalten und größere Mengen an Kokosöl verwendet. Bereits nach wenigen Tagen verbesserte sich ihr Gangbild, die Heißhungerattacken auf Süßes wurden geringer und sie fühlte sich insgesamt besser. Eine genauere Lipidanalyse ergab jedoch, dass ihre Leber das viele Fett nicht ausreichend verbrennt und größere Mengen an die Blutbahn abgibt. Hier bleibt abzuwägen, welches der Probleme individuell schwerwiegender ist. Die Patientin hat sich entschieden, die ketogene Ernährung weiterzuführen, allerdings mit weniger Kokosöl.

Nährwerte

  • Autor(en): Bruce Fife
  • Titel: Stopp Alzheimer
  • Verlag: Systemed Verlag, 2. Auflage (2013)
  • ISBN:  978-3942772266
  • Preis: 11,95 EUR