24.03.2025
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Wir machen eine kleine Pause. Der nächste Newsletter erscheint am 7. April 2025.
Inhaltsverzeichnis
Aktuelle Wissenschaft
Studie: Metaanalyse zu kohlenhydratrestriktiven Diäten und Übergewicht
Eine aktuelle Metaanalyse von 33 randomisierten, kontrollierten Studien mit insgesamt 2.821 Teilnehmern untersucht die Wirkung ketogener (KD) und kohlenhydratarmer Diäten (LCD) auf die Körperzusammensetzung bei übergewichtigen und adipösen Erwachsenen. Die Ergebnisse zeigen, dass eine drastische Reduktion der Kohlenhydratzufuhr zu signifikanten Verbesserungen von Körpergewicht, Body-Mass-Index (BMI) und Körperfettanteil führt.
Besonders effektiv ist eine sehr geringe Kohlenhydrataufnahme von ≤50 g pro Tag, die eine stärkere Reduktion des Körpergewichts im Vergleich zu einer moderaten Kohlenhydratrestriktion (≤100 g pro Tag) bewirkt. Die positiven Effekte treten bereits nach einem Monat auf und verstärken sich bei längerer Anwendung. Während Körpergewicht und BMI in allen Gruppen abnahmen, war die Reduktion der reinen Fettmasse uneinheitlich – vermutlich aufgrund methodischer Unterschiede zwischen den Studien.
Personen mit Typ-2-Diabetes profitieren besonders von einer sehr niedrigen Kohlenhydratzufuhr. Die Studie zeigt, dass eine Aufnahme von ≤20 g Kohlenhydraten pro Tag eine ausgeprägte Gewichtsreduktion bewirken kann. Gleichzeitig wurden hohe Abbruchraten festgestellt, was darauf hinweist, dass die Adhärenz eine Herausforderung darstellt.
Mögliche Nebenwirkungen wie Verdauungsprobleme, Muskelschwäche oder Herz-Kreislauf-Probleme sollten berücksichtigt werden. Daher wird empfohlen, eine ketogene oder stark kohlenhydratreduzierte Ernährung unter medizinischer Aufsicht durchzuführen.
Die Ergebnisse der Analyse unterstreichen das Potenzial von KD und LCD als Strategien zur Gewichtsreduktion, zeigen aber auch, dass eine langfristige Umsetzung und Verträglichkeit individuell betrachtet werden muss. Weitere Studien sind erforderlich, um die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen und optimale Makronährstoffverhältnisse zu bestimmen.
Vorgestellt
Sachbuch: Expertenwissen Fettleber
Die weit verbreitete Annahme, dass allein Alkohol zur Verfettung der Leber führt, gilt längst als überholt. Die nicht-alkoholische Fettleber betrifft Millionen Menschen – auch solche mit Normalgewicht. Ungünstige Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsmangel zählen zu den Hauptursachen. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann sich eine Leberentzündung entwickeln, die im schlimmsten Fall in eine Leberzirrhose oder Leberkrebs übergeht. Doch es gibt eine gute Nachricht: Die Leber besitzt ein bemerkenswertes Regenerationspotenzial.
In ihrem neuen Buch erklären die führenden Leberexperten Prof. Dr. Frank Tacke und Prof. Dr. Münevver Demir von der Charité Berlin, wie sich die Fettleber mit gezielten Lebensstilveränderungen und modernen Therapieansätzen wirksam behandeln lässt.
Basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen haben die Autoren ein praxisnahes Programm entwickelt, mit dem Betroffene ihre Lebergesundheit aktiv verbessern können. Im Mittelpunkt steht eine leberfreundliche Ernährung mit reichlich Ballaststoffen, gesunden Fetten und hochwertigen Proteinen – idealerweise orientiert am mediterranen Vorbild. Gleichzeitig raten sie dazu, stark verarbeitete Lebensmittel, gezuckerte Getränke und Alkohol deutlich zu reduzieren. Auch Bewegung spielt eine zentrale Rolle: Schon moderate körperliche Aktivität kann die Leber entlasten und den Stoffwechsel positiv beeinflussen.
Das Buch liefert klare Antworten auf häufige Fragen: Wie schädlich ist Fruchtzucker wirklich? Ist Fasten sinnvoll? Welche Leberwerte sind entscheidend? Und braucht es eine „Entgiftung“?
Neben Lebensstilmaßnahmen stellen die Autoren auch gezielte medizinische Behandlungsansätze vor. Sie erläutern, wann Medikamente sinnvoll sind, wie Begleiterkrankungen wie Übergewicht oder Diabetes die Leber belasten und welche neuen Wirkstoffe gegen die Fettleberhepatitis derzeit erforscht werden. Wer seine Leberwerte regelmäßig kontrolliert und frühzeitig handelt, kann schwerwiegende Folgen vermeiden.
Beratungspraxis
Best Practices: Verträglichkeit und Akzeptanz zweier Kostformen bei Morbus Crohn
Die Ernährung spielt bei Morbus Crohn – insbesondere in akuten Schüben – eine wichtige Rolle, vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen. Eine bewährte, aber nicht immer akzeptierte Methode ist die exklusive enterale Ernährung (EEN), bei der eine spezielle Formula-Diät vollständig die Nahrungsaufnahme ersetzt, häufig über eine Magensonde verabreicht. Sie kann zur Remissionsinduktion beitragen, ist jedoch nicht für alle Betroffenen geeignet. Eine alltagstauglichere Option könnte eine gezielte orale Ernährung darstellen.
Auf dem ECCO-Kongress wurden erstmals Ergebnisse der TASTI-MM-Studie vorgestellt, in der die unkomplizierte Ernährungsform Tasty&Healthy mit EEN verglichen wurde [Fru 2025]. Diese Diät verzichtet auf stark verarbeitete Lebensmittel, rotes Fleisch, Gluten und Milchprodukte (mit Ausnahme von Joghurt), erlaubt aber eine breite Auswahl anderer Nahrungsmittel wie Fisch, Geflügel, Eier, Obst, Nüsse und geringe Mengen Zucker. Die Umsetzung ist deutlich alltagsnäher als bei strikten Ernährungstherapien. In der Studie brachen 59 % der EEN-Patienten die Therapie vorzeitig ab, während in der Tasty&Healthy-Gruppe nur 15 % ausstiegen.
Die Wirksamkeit beider Ansätze war vergleichbar: Zentrale Messwerte verbesserten sich in beiden Gruppen. Aufgrund der geringeren Abbruchrate zeigte die orale Ernährung in der Gesamtanalyse sogar leichte Vorteile. Zudem wiesen Teilnehmende unter der Tasty&Healthy-Diät ein vielfältigeres und gesünderes Darmmikrobiom auf. Damit liegen erstmals randomisierte Daten vor, die eine rein orale Ernährung als mögliche Alternative zur enteralen Therapie bei Morbus Crohn belegen.
Ergänzende Steckbriefe zu den beiden Ansätzen:
Exklusive enterale Ernährung (EEN): Die exklusive enterale Ernährung ist eine spezielle Ernährungstherapie, die vor allem bei Kindern und Jugendlichen mit Morbus Crohn in akuten Schüben zur Anwendung kommt. Die gesamte Nahrungsaufnahme erfolgt über eine vollbilanzierte, flüssige Formula-Diät, die entweder getrunken oder über eine Magensonde zugeführt wird. EEN liefert alle essenziellen Nährstoffe und soll entzündliche Prozesse im Darm gezielt reduzieren. Der Übergang zur normalen Ernährung erfolgt schrittweise. Obwohl die Wirksamkeit gut belegt ist, wird die Methode oft schlecht akzeptiert – insbesondere wegen der monatelangen Einschränkung auf Flüssignahrung.
Tasty&Healthy-Diät: Die Tasty&Healthy-Diät ist eine alltagstaugliche, orale Ernährungstherapie zur Remissionsinduktion bei Morbus Crohn. Sie basiert auf einer weitgehend normalen Kost, schließt jedoch bestimmte Lebensmittelgruppen aus. Nicht erlaubt sind stark verarbeitete Produkte, rotes Fleisch, Gluten sowie Milchprodukte (außer Joghurt). Erlaubt sind hingegen Fisch, Geflügel, ein Ei pro Tag, Obst, Nüsse, Honig, Kaffee, Tee und unverarbeitete Gewürze. Auch geringe Mengen Industriezucker sind gestattet. Die Diät zeigte in Studien vergleichbare Remissionserfolge wie EEN, wurde aber besser akzeptiert und wirkte sich günstig auf die Diversität des Mikrobioms aus.
Interna/ Mitgliederservice
Download: Pankreasgesundheit und Ernährung
Anfang 2025 startete das neue, fortlaufend erweiterbare Beratungspaket „Unser Körper“. Es beleuchtet vielfältige Aspekte zu Organen, Geweben und Regulationssystemen mit Schwerpunkt auf Wohlbefinden und ausgewogener Ernährung.
Die einzelnen Themen eignen sich für die fundierte Ernährungs- und Gesundheitsberatung und tragen so zur Vermittlung relevanter Kenntnisse bei. Sie sind praxiserprobt und lassen sich direkt im Beratungsalltag anwenden.
In dieser Woche steht unseren Mitgliedern als zehntes Thema „Pankreasgesundheit und Ernährung“ zum Download zur Verfügung.
Veranstaltung (extern)
Online-Vortrag: SIBO als versteckte Ursache von Verdauungsproblemen
Kategorie: Online-Vortrag
Datum: 05.05.2025
Veranstaltet von: Weiterbildung Ernährung
Referierende: Monika Berg, Dr. Sven Georgi
Kosten/ Rabatt für Mitglieder: 10 % auf 59 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:
Wussten Sie, dass 60–80 % der Reizdarmpatient*innen an einer unerkannten Dünndarmfehlbesiedlung (Small Intestinal Bacterial Overgrowth = SIBO) leiden sollen? Bei SIBO wandern Bakterien aus dem Dickdarm in den Dünndarm und verursachen dort starke Verdauungsbeschwerden. Typische Symptome sind Blähungen & Blähbauch, Durchfall oder Verstopfung, Müdigkeit und Nährstoffmängel.
Unser Expertenteam -bestehend aus zwei Ärzten und einer Diätassistentin – stellt Ihnen Fallbeispiele aus ihren Praxen vor. Wahrscheinlich erkennen Sie hierbei schon einige Ihrer eigenen Patient*innen, die bislang unentdeckt unter SIBO/IMO leiden.
Ein Fokus in diesem Vortrag wird auf die korrekte Diagnostik gelegt. Außerdem erfahren Sie, wie Sie durch eine gezielte medikamentöse und diätetische Therapie Verdauungsbeschwerden nachhaltig lindern können.
Inhalte:
- Lernen Sie SIBO und IMO kennen
- Ursachen, Symptome, Testverfahren, Behandlung und Ernährungstherapie
- Bedeutung einer interdisziplinären Behandlung
- Fallbeispiele.
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