FETeV-Newsletter 2024-39

28.10.2024

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Der Newsletter erscheint bis auf wenige Ausnahmen wöchentlich.


Studie: Chronotyp und Diabetes-Risiko

Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass der Zeitpunkt der Mahlzeiten das Risiko für Adipositas und Diabetes beeinflussen kann. Insbesondere spätes Essen wird mit einem höheren Körpergewicht und einer schlechteren Empfindlichkeit des Hormons Insulin in Verbindung gebracht. Eine Zwillingsstudie zeigt zudem, dass Essgewohnheiten stark genetisch beeinflusst werden und eng mit dem Schlaf-Wach-Rhythmus und dem Chronotyp der Person verknüpft sind [Ram 2024].

Die Studie deutet darauf hin, dass eine frühere Kalorienaufnahme am Tag förderlich für die metabolische Gesundheit sein könnte. Der sogenannte „Kalorienmittelpunkt“ – der Zeitpunkt, bis zu dem die Hälfte der täglichen Kalorien konsumiert wird – war signifikant mit Faktoren wie Insulinsensitivität und BMI (Body Mass Index) assoziiert. Späte Mahlzeiten könnten daher das Risiko für metabolische Störungen erhöhen.

Diese Erkenntnisse könnten in der Prävention von Diabetes und Adipositas eine wichtige Rolle spielen. Eine Verschiebung der Hauptkalorienaufnahme auf frühere Tageszeiten könnte langfristig positive Auswirkungen auf das metabolische Gleichgewicht haben.


Sachbuch: Medical Cooking – Vegane Ernährung

Das Buch „Medical Cooking“ zeigt, wie eine vollwertige, pflanzenbasierte Ernährung helfen kann, chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Rheuma und neurodegenerativen Krankheiten wie Demenz vorzubeugen. Autoren sind der Studienarzt Etienne Hanslian, der an der Charité Berlin gemeinsam mit seinen Co-Autorinnen Melanie Dell’Oro und Julia Schiele zu veganer Ernährung und Fasten forscht, sowie die Ernährungswissenschaftlerinnen Dell’Oro und Schiele, die ihre Expertise als und Wissenschaftlerinnen einbringen.

Die Autoren bieten wissenschaftlich fundierte Empfehlungen und stellen Zusammenhänge zwischen veganer Ernährung und potenziellen gesundheitlichen Vorteilen dar. Dabei zeigen sie, wie die pflanzliche Ernährung auch bei verschiedenen Erkrankungen umgesetzt werden kann. Besonders eingehend beleuchten sie die Vielfalt veganer Powerlebensmittel und wie die richtige Kombination von Hülsenfrüchten, Getreide, Gemüse und Nüssen zur optimalen Nährstoffversorgung beitragen kann. Extra-Themen wie Kräuter und die pflanzliche Unterstützung der Hormongesundheit sind durch Dell’Oros umfangreiche Praxis als Kräuterpädagogin und Expertin für Frauengesundheit eingebracht. Dazu gibt es eine Übersicht zur Nährstoffversorgung und Hinweise, wie sich eine ausreichende Zufuhr wichtiger Nährstoffe wie Eisen und Eiweiß sicherstellen lässt. Mit einem veganen Tagesplan und Vorschlägen zu Supplementen wird das Ernährungskonzept praxisnah vermittelt.

Mit einem praktischen Rezeptteil, der etwa 90 Gerichte für alle Tageszeiten umfasst, wird die pflanzenbasierte Küche alltagstauglich gestaltet. Die Rezepte sind leicht umsetzbar und berücksichtigen saisonale, einfach erhältliche Zutaten. „Medical Cooking“ bringt damit die Wissenschaft und die Umsetzung einer gesundheitsförderlichen pflanzlichen Ernährung in den Alltag. Es richtet sich damit an Interessierte, die eine pflanzliche Kost auch bei Erkrankungen umsetzen wollen.


Schon gewusst?: Leberschäden durch Botanicals

Eine aktuelle Studie der Universität Michigan zeigt, dass fast 5% der US-Bevölkerung regelmäßig pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel (HDS) mit potenziell leberschädigenden Inhaltsstoffen einnehmen [Lik 2024]. Zu den untersuchten Präparaten gehörten Kurkuma, Grüntee, Ashwagandha, Garcinia cambogia, Black Cohosh und rot fermentierter Reis. Besonders Frauen und ältere Menschen über 60 Jahre greifen häufig zu diesen Botanicals, die in Drogerien und online rezeptfrei erhältlich sind.

Die Analyse der NHANES-Daten ergab, dass 58% der Teilnehmer in den letzten 30 Tagen Nahrungsergänzungsmittel konsumiert hatten, davon 7,5% pflanzliche Präparate. Kurkuma wurde am häufigsten zur Linderung von Gelenkbeschwerden verwendet, während Grünteeprodukte Energie spenden sollten. Auffällig war, dass Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes oder Arthrose besonders oft zu diesen Produkten griffen.

Für die medizinische Praxis ergibt sich eine klare Empfehlung: Bei erhöhten Leberwerten und unspezifischen Beschwerden sollte gezielt nach dem Konsum von leberschädigenden pflanzlichen Präparaten gefragt werden, um mögliche Zusammenhänge zu erkennen.


Blogazine: Anorexia nervosa

Magersucht zählt zu den schwerwiegendsten Essstörungen und betrifft vor allem junge Frauen. Sie zeichnet sich durch extremes Untergewicht, eine verzerrte Körperwahrnehmung und eine intensive Angst vor Gewichtszunahme aus. Obwohl die Krankheit gut erforscht ist, bleibt die Behandlung eine große Herausforderung. In diesem Artikel beleuchten wir die Ursachen und Risikofaktoren, die Formen und Symptome sowie die langfristigen Folgen dieser Erkrankung. Wir zeigen, welche therapeutischen Ansätze und präventiven Maßnahmen wichtig sind und wie eine gezielte Ernährungstherapie helfen kann, den Betroffenen den Weg zur Heilung zu ebnen.

Hinweis: Mittglieder haben nach dem Login Zugriff auf zussätzliche Informationen und umfangreiche wissenschaftliche Quellenbelege.


Online-Seminar: Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) – ein übersehenes Krankheitsbild

Kategorie: Online-FortbildungDatum: 16.11.2024
Veranstaltet von: 
Essteam
Referierende: 
Edith Sichtar
Kosten/Rabatt für Mitglieder: 10 % Rabatt auf 149 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:

Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen, Verstopfung und Durchfall können vielfältige Ursachen haben. Häufig wird die Diagnose „Reizdarm“ gestellt, die für viele Patienten wenig zufriedenstellend ist. Schlagen aufgrund einer Falschdiagnose Therapien nicht an, kann dies nicht nur bei Ärzten, sondern auch bei Ernährungsfachkräften zu Frust führen. Studien der letzten Jahre haben gezeigt, dass bis zu 78 Prozent der Reizdarm-Betroffenen eine bakterielle Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) aufweisen. Dies zeigt, dass auf diesem Gebiet Handlungsbedarf besteht, um Patienten die richtige Therapie anbieten zu können und ihre Lebensqualität zu steigern.