FETeV Newsletter 2024-43

25.11.2024

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Der Newsletter erscheint bis auf wenige Ausnahmen wöchentlich.


Studie: Fettzellen speichern mehr als nur Fett –  Epigenetisches Gedächtnis und Jo-Jo-Effekt

Der Jo-Jo-Effekt nach Diäten könnte durch ein epigenetisches Gedächtnis der Fettzellen bedingt sein, wie eine Studie der ETH Zürich in Nature zeigt [Hin 2024]. Fettzellen von adipösen Menschen zeigen veränderte Genaktivitäten im Vergleich zu schlanken Personen, da sie vor allem überschüssige Kalorien speichern. Selbst nach einer erfolgreichen Gewichtsreduktion, etwa durch eine bariatrische Operation, bleiben einige dieser Veränderungen bestehen. Das Transkriptom – eine Art genetischer Aktivitätsplan der Zelle – passt sich nur langsam an und zeigt weiterhin eine hohe Bereitschaft zur Fettansammlung.

Die Forscher fanden heraus, dass langanhaltende Phasen überkalorischer Ernährung epigenetische Veränderungen an der DNA und Histonen auslösen. Diese Anpassungen sind oft träge und bleiben selbst nach einer Diät bestehen. Dadurch fällt es dem Körper schwer, nach einer Reduktionsdiät das Gleichgewicht zwischen Fettaufbau und Fettabbau wiederherzustellen. Bei Mäusen konnte gezeigt werden, dass die epigenetischen Veränderungen lange anhalten und nicht sofort verschwinden, auch wenn andere Stoffwechselstörungen wie Hyperinsulinämie durch Gewichtsabnahme verbessert werden.

Wie lange das epigenetische Gedächtnis der Fettzellen anhält, ist unklar. Da Fettzellen jedoch erst nach etwa zehn Jahren erneuert werden, könnte die Neigung zur Gewichtszunahme über Jahre bestehen bleiben. Die Erkenntnisse werfen auch Fragen zur Langzeitbehandlung mit Medikamenten wie GLP-1-Agonisten auf, deren Absetzen aktuell häufig mit einem erneuten Jo-Jo-Effekt verbunden ist.


Bericht: 15. DGE-Ernährungsbericht erschienen

Der 15. Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) beleuchtet umfassend die Ernährungssituation in Deutschland. Er umfasst Themen wie die Gesundheit der Bevölkerung, den Lebensmittelverbrauch sowie die Rolle der Gemeinschaftsverpflegung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Nachhaltigkeit und deren Bedeutung für Mensch, Umwelt und Klima. Der Bericht enthält aktuelle Analysen, etwa zur Kennzeichnung durch den Nutri-Score und zum Einfluss stark verarbeiteter Lebensmittel, sowie neue Forschungsergebnisse, z. B. zu personalisierter Ernährung, alternativen Proteinquellen und Mikroplastik.

Der Bericht zeigt, dass weiterhin großer Handlungsbedarf besteht, um ernährungsbedingte Erkrankungen zu reduzieren und ökologische Herausforderungen zu bewältigen. Besondere Aufmerksamkeit wird auch der Ernährungssituation in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und armutsgefährdeten Haushalten gewidmet. Diese Erkenntnisse sollen Debatten über die zukünftige Ernährungspolitik bereichern und zu einer Ernährungswende beitragen.

Erstmals steht der Bericht ausschließlich digital und kostenfrei zum Download bereit. Mit seinen fundierten wissenschaftlichen Analysen dient er als wertvolle Grundlage für Politik, Forschung und Fachkräfte.

Zeitschrift: Ernährungspsychologie im Fokus – Sonderheft 10 der ErnährungsUmschau

Das aktuelle Sonderheft der Ernährungs Umschau widmet sich auf 96 Seiten der Ernährungspsychologie und bietet fundiertes Wissen für Ernährungsfachkräfte. Die Beiträge beleuchten Grundlagen, Herausforderungen im Berufsalltag und psychologische Aspekte in der Ernährungsberatung. Neben aktualisierten Artikeln enthält das Heft exklusive neue Inhalte, die praxisnahe Herangehensweisen und Lösungsstrategien vermitteln.

Zu den Schwerpunktthemen zählen emotionale Faktoren in der Ernährung, wie emotionales Essen oder achtsamkeitsbasierte Trainings zur Verhaltensänderung. Interviews und Fachbeiträge beleuchten psychologische Herausforderungen und geben Einblicke in Handlungsstrategien für anspruchsvolle Beratungssituationen. Ergänzt wird dies durch Artikel zu Essstörungen, gewichtsneutraler Gesundheitsförderung und der psychischen Belastung von Berater*innen.

Das Sonderheft bietet zudem innovative Ansätze wie die tiefenpsychologische Beratung oder neue Erkenntnisse zur Orthorexie und Muskeldysmorphie. Diskriminierungsthemen und deren Ausdruck in digitalen Medien werden kritisch hinterfragt. Damit wird ein breites Spektrum an Wissen bereitgestellt, das die Bedeutung psychologischer Aspekte für eine ganzheitliche Ernährungsberatung unterstreicht.


Fallbericht: Zu viel Lakritz als Ursache für Bluthochdruck

Eine 71-jährige Patientin mit langjährigem Bluthochdruck, der zuletzt gut eingestellt war, entwickelte vor Weihnachten eine deutliche Verschlechterung der Blutdruckwerte. Messungen ergaben systolische Werte bis zu 200 mmHg. Neben Kopfschmerzen und Kribbeln in den Händen vermutete die Patientin vorweihnachtlichen Stress als Auslöser. Weder eine Änderung der Medikation noch bekannte Ursachen wie primärer Hyperaldosteronismus konnten die Beschwerden erklären.

Eine wiederholte Befragung brachte die Lösung: Die Patientin hatte in den Wochen vor den Symptomen täglich zwischen150 und 300 g Salzlakritz konsumiert. Der hohe Lakritzkonsum führte zu einer Hypokaliämie und Pseudohyperaldosteronismus – einer seltenen Nebenwirkung, die den Blutdruck stark ansteigen lässt. Nach Verzicht auf Lakritz normalisierte sich der Blutdruck der Patientin.

Die Fallgeschichte zeigt die Bedeutung einer gründlichen Anamnese. Ungewohnte Ernährungsgewohnheiten wie übermäßiger Lakritzkonsum können unklare Blutdruckentgleisungen erklären. In solchen Fällen kann frühzeitiges Nachfragen entscheidend sein, um unnötige Diagnostik und Therapien zu vermeiden.


Blogazine: Dünndarmfehlbesiedlung – Mit Ernährung gegen den Blähbauch

Die Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) beschreibt eine übermäßige Ansammlung von Bakterien im Dünndarm, die zu Symptomen wie Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen führen kann. Häufig bleibt die Erkrankung unerkannt, obwohl sie in Verbindung mit Grunderkrankungen wie Reizdarmsyndrom oder Diabetes häufig auftritt. Im Artikel werden die Ursachen, Risikofaktoren und Symptome umfassend beleuchtet. Zudem erfahren Sie, wie eine gezielte Diagnostik, individuell angepasste Ernährung und medikamentöse Ansätze effektiv zur Linderung der Beschwerden beitragen und langfristige Komplikationen verhindern können.


Online-Seminar: Online-Beratungen professionell gestalten

Kategorie: Webinar/ Online-Seminar
Datum: 28.01.2025
Veranstaltet von: Weiterbildung Ernährung
Referierende: Lukas Wiora
Kosten/ Rabatt für Mitglieder: 10 % auf 149 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:

Im Zeitalter der Digitalisierung finden Ernährungsberatungen und -Schulungen immer häufiger online statt. Dieser Trend macht die digitale Beratungspraxis auch zum Arbeitsalltag von Ernährungsfachkräften. Der Fokus dieser Fortbildung wird auf Beratungs-Tools und einsetzbarer Technik gelegt, um Sie als Ernährungsfachkräfte optimal zu unterstützen.

Inhalte:

  • Von der Lampe bis zur Kamera: Basics für eine optimale Beleuchtung und Tonqualität
  • Online Beratungs-Tools im Überblick
  • Videokonferenz-Plattformen im Vergleich: Sicherheit und Funktionen
  • Online-Fragebögen sicher gestalten und automatische Datenaufbereitung
  • OBS Studio (Open Broadcaster Software): Integration von Schaubildern, Protokollen etc. ohne immer den Bildschirm zu teilen.