05.05.2025
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Inhaltsverzeichnis
Aktuelle Wissenschaft
Studie: Proteinreiche Fertigprodukte verringern Überessen nur geringfügig
Immer mehr Produkte im Supermarkt locken mit dem Zusatz „High Protein“ und wecken die Hoffnung, gesünder zu essen oder leichter abzunehmen. Eine neue Studie der Universität Kiel zeigt jedoch: Auch proteinreiche Fertigprodukte können das Überessen fördern [Häg 2025]. Zwar war die Kalorienaufnahme bei eiweißreichen Varianten etwas niedriger, doch blieb der Energieüberschuss deutlich. Das Risiko für Übergewicht bleibt bestehen – selbst wenn auf der Verpackung ein hoher Proteingehalt beworben wird.
Hochverarbeitete Lebensmittel wie Fertiggerichte, Snacks oder aromatisierte Joghurts vereinen Eigenschaften, die das natürliche Sättigungsgefühl untergraben. Sie sind energiereich, besonders schmackhaft und oft leicht zu essen, ohne dass viel gekaut werden muss. Zwar verlangsamt Eiweiß die Nahrungsaufnahme etwas und steigert das Sättigungsgefühl, doch das grundlegende Problem bleibt: Hochverarbeitete Lebensmittel führen schneller dazu, dass mehr gegessen wird, als der Körper eigentlich braucht.
Für die meisten Menschen sind proteinangereicherte Produkte zudem unnötig. Die tägliche Eiweißzufuhr ist in Deutschland längst ausreichend. Nur in besonderen Situationen – etwa bei älteren Menschen mit Untergewicht oder Appetitlosigkeit – können solche Produkte sinnvoll sein. Wer sich gesund ernähren möchte, findet hochwertiges Eiweiß auch in natürlichen Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten, Quark oder Fisch. Wichtiger als ein hoher Proteingehalt ist oft, dass das Essen zum Kauen anregt und echte Sättigung ermöglicht.
Vorgestellt
Sachbuch: Unser Gesundheitssystem
Unser Gesundheitswesen steht vor einem Wendepunkt. In Zeiten globaler Unsicherheiten und gesellschaftlicher Umbrüche wirkt die gesetzliche Krankenversicherung wie ein Anker im Sturm. Doch wie lange kann sie diese Rolle noch erfüllen? Jens Baas, Vorstandschef einer der größten Krankenkassen, zeigt in seinem neuen Buch auf, wo unser Gesundheitssystem heute steht – und welche Kurskorrekturen jetzt nötig wären, damit es auch morgen noch trägt.
Der Blick nach vorn ist dabei ebenso zentral wie der Blick aufs Ganze. Das Gesundheitswesen ist nicht nur eine Frage von Behandlung und Finanzierung, sondern ein Spiegel gesellschaftlicher Strukturen. Wie gut oder schlecht es funktioniert, beeinflusst das Vertrauen der Menschen in Staat und Demokratie. Fortschritte in der Digitalisierung sind zwar gemacht, reichen aber bei Weitem nicht aus. Es fehlt an klaren Strategien, wie die großen Herausforderungen angegangen werden sollen – und wer sie überhaupt verantwortet.
Das Buch liefert keine Patentrezepte, aber wichtige Impulse. Es benennt Baustellen, schlägt Lösungswege vor und macht deutlich, warum Gesundheitspolitik mehr ist als reine Verwaltung. Was auf dem Spiel steht, ist nicht nur eine funktionierende Versorgung, sondern auch das Fundament eines solidarischen Gemeinwesens. Wer sich für den Zusammenhang von Gesundheit, Gesellschaft und Zukunft interessiert, findet hier einen klaren, zugänglichen Einstieg.
Beratungspraxis
Stolpersteine: Sarkopenie-Risiko durch Abnehmspritzen?
Der Verlust von Muskelmasse bei starkem Gewichtsverlust wird oft unterschätzt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin weist darauf hin, dass schnelles Abnehmen nicht nur Fett, sondern auch wertvolle Muskeln kostet. Besonders kritisch wird es, wenn Medikamente wie Semaglutid oder Tirzepatid eingesetzt werden, ohne auf eine eiweißreiche Ernährung und gezielte Bewegung zu achten.
Eine reine Fokussierung auf das Gewicht birgt erhebliche Risiken. Um Nebenwirkungen wie Muskelschwund zu vermeiden, sei eine begleitende Ernährungstherapie zwingend notwendig, so Expertinnen und Experten. Ziel ist es, auch bei verringerter Kalorienaufnahme den Körper ausreichend mit Energie, Eiweiß und wichtigen Nährstoffen zu versorgen.
Im Mittelpunkt einer guten Behandlung stehen der Erhalt der Muskelkraft, eine nachhaltige Verbesserung des Essverhaltens und die Anpassung an den Alltag der Betroffenen. Bewegungstherapie ergänzt das Konzept, indem sie gezielt die körperliche Leistungsfähigkeit stärkt und den Muskelaufbau unterstützt.
Interna/ Mitgliederservice
Beratungsmethoden: Reflexionsfragen zur Förderung der Selbstwirksamkeit
In der Ernährungsberatung entscheidet nicht allein das Fachwissen über den Erfolg, sondern vor allem, ob Klient:innen in sich selbst die Kraft zur Veränderung erkennen. Reflexionsfragen können helfen, innere Ressourcen sichtbar zu machen, Handlungsspielräume zu erweitern und das Vertrauen in die eigene Wirksamkeit zu stärken. Sie regen dazu an, Erfahrungen zu deuten, Erfolge anzuerkennen und neue Wege als realisierbar zu begreifen.
Solche Fragen sollten weder moralisieren noch kontrollieren, sondern neugierig machen. Sie sind offen formuliert, bewertungsfrei und laden zum Erkunden ein. In der Praxis können sie als Gesprächseinstieg, zur Zielklärung oder zur Rückschau auf die letzte Sitzung genutzt werden – auch schriftlich als Arbeitsblatt oder Gesprächsprotokoll.
10 Reflexionsfragen zur Förderung der Selbstwirksamkeit in der Beratung:
- Was hat in der letzten Woche besser funktioniert, als Sie erwartet hatten?
- In welchen Situationen haben Sie sich besonders handlungsfähig gefühlt?
- Was haben Sie konkret dazu beigetragen, dass etwas gut gelaufen ist?
- Welche Ihrer Stärken kamen in der letzten Zeit zum Einsatz?
- Wann haben Sie zuletzt bewusst eine Entscheidung für Ihre Gesundheit getroffen?
- Welche Hürden haben Sie gemeistert – und wie?
- Was hilft Ihnen dabei, dranzubleiben, auch wenn es schwerfällt?
- Welche kleinen Veränderungen haben sich bereits positiv ausgewirkt?
- Wer oder was unterstützt Sie bei Ihren Vorhaben besonders gut?
- Welche nächste kleine Handlung würde sich für Sie stimmig und machbar anfühlen?
Diese Fragen fördern keine schnellen Antworten, sondern begleiten Prozesse. Sie schaffen Raum für Entwicklung – und für Selbstwirksamkeit, die nicht verordnet, sondern erlebt wird.
Blogazine: Dünndarmfehlbesiedlung – Mit Ernährung gegen den Blähbauch
Die Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) beschreibt eine übermäßige Ansammlung von Bakterien im Dünndarm, die zu Symptomen wie Blähungen Durchfall oder Bauchschmerzen führen kann. Häufig bleibt die Erkrankung unerkannt, obwohl sie in Verbindung mit Grunderkrankungen wie Reizdarmsyndrom oder Diabetes häufig auftritt. Im Artikel werden die Ursachen, Risikofaktoren und Symptome umfassend beleuchtet. Zudem erfahren Sie, wie eine gezielte Diagnostik, individuell angepasste Ernährung und medikamentöse Ansätze effektiv zur Linderung der Beschwerden beitragen und langfristige Komplikationen verhindern können.
Veranstaltung (extern)
Online-Seminar: Ohne Selbstfürsorge geht auf Dauer nix!
Kategorie: Online-Seminar
Datum: 05.06.-06.06.2025
Veranstaltet von: Jutta Kamensky
Referierende: Jutta Kamensky
Kosten/ Rabatt für Mitglieder: 298 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:
Klienten, die sowieso gut für sich sorgen, ändern auch ihr Essverhalten leichter. Aber…
Die Gestressten haben weder Zeit noch Nerven für ein Pausenbrot. Emotionale Esser stillen fast jedes Bedürfnis mit Essen, anstatt achtsam zu erkunden, was ihnen wirklich gut tut und reiten sich immer tiefer in den Schlamassel. Manche glauben, sie dürften sich selbst nicht so wichtig nehmen, das wäre egoistisch. Sie sorgen lieber für andere und verschieben die Lösung für ihr Essproblem auf später. Irgendwann geben sie frustriert auf: „Das bringt hier sowieso nichts.“
Mangelnde Selbstfürsorge ist eine echte Motivations-Bremse beim Essverhalten ändern, denn vielen Klienten fällt es richtig schwer, sich im Alltagstrott gut um sich selbst zu kümmern. Hier müssen sie flott überzeugende Strategien für ein selbstfürsorgliches Essverhalten bieten, um die Klienten aus der Sackgasse zu befreien und bei der Stange zu halten.
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