07.07.2025
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Inhaltsverzeichnis
Aktuelle Wissenschaft
Studie: Nach Gewichtsreduktion – Patienten als Mentoren?
Viele Menschen schaffen es, mithilfe einer Diät deutlich abzunehmen. Doch das Halten des neuen Gewichts bleibt eine Herausforderung. Oft kommt es zu Rückfällen.
Eine Studie aus den USA zeigt nun: Der Austausch mit Menschen, die selbst erfolgreich abgenommen haben, kann mehr bewirken als eine professionelle Nachsorge [Lea 2025]. Ehemalige Teilnehmer leiteten dabei regelmäßige Gruppentreffen und stärkten aktuelle Abnehmwillige als sogenannte Mentoren.
Das Besondere: Obwohl diese Gruppen seltener zusammenkamen als die Vergleichsgruppe mit professioneller Begleitung, schnitten sie langfristig besser ab. Die Teilnehmenden hielten ihr Gewicht nicht nur stabiler, sondern bewegten sich auch mehr im Alltag. Der Erfolg lag wohl weniger an festen Regeln, sondern am ehrlichen Austausch auf Augenhöhe und an der gegenseitigen Motivation im Alltag.
Im Mittelpunkt stehen einfache, aber wirkungsvolle Methoden wie zuhören, positive Rückmeldungen geben, dranbleiben. Die Studie macht deutlich, wie viel Potenzial in patientengeleiteten Konzepten steckt. Das gilt gerade dann, wenn langfristige Unterstützung sonst schwer finanzierbar ist. Wer den Weg schon gegangen ist, kann anderen helfen, ihn nicht allein gehen zu müssen.
Vorgestellt
Berichte out of the box: Wohin fließen unsere höheren Krankenkassenbeiträge?
Gesetzliche und private Krankenversicherungen verlangen immer höhere Beiträge, doch das Geld verschwindet in einem komplizierten Geflecht. Die ZDF-WISO-Reihe „DEALS“ folgt Reporterin Karen Grass und untersucht, wer am meisten von dieser Entwicklung profitiert.
Die meisten Akteure sehen von dem Geld wenig bis nichts
Im Gespräch mit einem Facharzt zeigt sich, dass knappe Termine weniger mit angeblicher Bürokratie, sondern mit fehlenden Anreizen zusammenhängen. Gleichzeitig belastet der Kostendruck Krankenhäuser, deren Leitung inzwischen jeden Cent dreimal umdrehen muss, um den Betrieb zu sichern. Gewinner der Beitragserhöhungen sind vor allem Pflegekräfte, deren Löhne gestiegen sind, während Fachärzte kaum mehr Honorar erhalten.
Versicherungsfremde Leistungen belasten die Beitragszahler massiv.
Ein erheblicher Teil der Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen entfällt nicht auf klassische Gesundheitsleistungen, sondern auf sogenannte versicherungsfremde Leistungen. Das sind Ausgaben, die eigentlich dem Staat obliegen. Darunter fallen die Mitversicherung von Kindern und Ehepartnern, das Kinderkrankengeld oder die Krankenversicherung für Bürgergeldempfänger. Laut einer Studie machen diese Leistungen rund 20 % aller Kassen-Ausgaben aus. Das entspricht fast 60 Milliarden Euro im Jahr. Der Staat ersetzt davon jedoch nur einen Bruchteil.
Der Beitragssatz könnte deutlich niedriger sein – wenn der Staat seine Verantwortung übernehmen würde.
Würden versicherungsfremde Leistungen vollständig aus Steuermitteln finanziert, ließe sich der Beitragssatz um bis zu 0,5 Prozentpunkte senken. Doch es fehlt bislang eine gesetzliche Definition dieser Leistungen. Das ist ein politisch gewollter Graubereich, der es erleichtert, Ausgaben zu verschieben. Reformbedarf ist zwar erkannt, konkrete Maßnahmen lassen jedoch auf sich warten.
Immer mehr Menschen fordern Gerechtigkeit – auch vor Gericht.
Ein Beispiel dafür ist Armin Haberkorn, der sich juristisch gegen die Beitragserhöhungen seiner Krankenkasse wehrt. Er kritisiert, dass Sozialbeiträge zunehmend Aufgaben finanzieren, die allen Bürgern zugutekommen, unabhängig davon, ob sie überhaupt einzahlen. Unterstützt vom Sozialverband VdK will er notfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Sein Fall steht exemplarisch für eine wachsende gesellschaftliche Debatte über faire Lastenverteilung im Gesundheitssystem.
Beratungspraxis
Best Practices: Ernährung bei rezidivierenden Harnwegsinfekten
Wiederkehrende Harnwegsinfekte beeinträchtigen nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch den Alltag vieler Betroffener. Schmerzen, häufiger Harndrang und Einschränkungen im sozialen Leben sind keine Seltenheit. Neben medizinischen Maßnahmen rückt die Ernährung zunehmend in den Fokus: Sie kann das Risiko senken, Beschwerden lindern und das Gefühl von Kontrolle stärken. Eine bewusste Auswahl an Lebensmitteln und Getränken kann einen relevanten Unterschied machen, insbesondere bei bekannten Risikofaktoren wie Verstopfung, starkem Übergewicht oder Diabetes.
Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass eine pflanzenbetonte, mediterrane Ernährung das Risiko für Infektionen der Harnwege senken kann. Bestimmte Ernährungsmuster fördern nicht nur ein ausgewogenes Immunsystem, sondern wirken auch entzündungshemmend. Entscheidend ist dabei der tägliche Verzehr von Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und hochwertigen Ölen. Kombiniert werden sollte das mit einem reduzierten Konsum von rotem Fleisch, Zucker und stark verarbeiteten Produkten. Auch ausreichend Flüssigkeit und fermentierte Milchprodukte können unterstützend wirken.
Ein weiteres Puzzleteil ist die Wirkung der Ernährung auf die Darm- und Blasengesundheit. Sie beeinflusst die Zusammensetzung des Mikrobioms, also der im Körper lebenden Bakterien, die wiederum eine wichtige Rolle im Immunsystem spielen. Besonders interessant: Der Verzicht auf bestimmte tierische Produkte, die als Träger von krankmachenden Bakterien gelten, kann das Infektionsrisiko senken. Auch Lebensmittel mit natürlichen Pflanzenstoffen, wie Senf, Radieschen oder Brokkoli, können helfen. Insgesamt zeigt sich: Ernährung ist kein Ersatz für eine medizinische Behandlung, aber ein wirkungsvoller Baustein in der Prävention und der Therapie.
10 Eckpfeiler einer unterstützenden Ernährung bei rezidivierenden Harnwegsinfekten
- Pflanzenbasiertes Ernährungsmuster: täglicher Verzehr von Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und Saaten
- Hochwertige Fette: bevorzugt Olivenöl und Omega-3-reiche Quellen wie fetter Fisch, Leinsamen oder Walnüsse
- Fermentierte Milchprodukte: regelmäßiger Konsum von Joghurt, Kefir oder Buttermilch mit natürlichen Bakterienkulturen
- Gemüse mit Senfölen: Einbindung von Brokkoli, Pak Choi, Radieschen, Meerrettich oder Kresse
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: etwa 2,5 Liter täglich, idealerweise Wasser, ungesüßter Tee oder verdünnte Säfte
- Wenig verarbeitetes Fleisch: seltener Verzehr von rotem oder industriell verarbeitetem Fleisch
- Zuckerarme Ernährung: Vermeidung von Süßigkeiten, gesüßten Getränken und stark verarbeiteten Lebensmitteln
- Ballaststoffreiche Kost: fördert die Verdauung und unterstützt ein gesundes Mikrobiom
- Stabile Vitamin-D-Versorgung: über Sonnenlicht, angereicherte Lebensmittel oder gezielte Supplementierung
- Kräuter und Heilpflanzen: regelmäßige Verwendung von Küchenkräutern und pflanzlichen Hausmitteln wie Goldrute oder Schachtelhalm
Interna/ Mitgliederservice
Neue/ aktualisierte Themenbeiträge: Rheumatoide Arthritis
Das Krankheitsbild im Überblick
Die rheumatoide Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, die vor allem Gelenke betrifft und unbehandelt zu erheblichen Funktionseinschränkungen führen kann. Der Beitrag behandelt die Ursachen, Symptome und die Entstehung der Erkrankung sowie die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnose und Therapie. Zudem werden die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und präventiven Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität von Betroffenen vorgestellt.
Antientzündliche Ernährung bei Rheuma
Rheumatoide Arthritis betrifft weit mehr als nur die Gelenke – auch Ernährung und Lebensstil spielen eine Rolle im Krankheitsgeschehen. Der Beitrag zeigt, wie gezielte Anpassungen helfen können, Entzündungen zu mindern, Komplikationen vorzubeugen und die Therapie sinnvoll zu ergänzen.
Veranstaltung (extern)
DGMIM Tagung: Mikrobiom, Darm und Gesundheit – Wissenschaft trifft Praxis
Kategorie: Präsenz-Tagung
Datum: 17.-18.10.2025
Veranstaltet von: DGMIM
Referierende: diverse
Kosten/ Rabatt für Mitglieder: Kosten der Abendveranstaltung 60 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:
Mikrobiom, Darm und Gesundheit: Wissenschaft trifft Praxis – unter diesem Motto wird am 17. und 18. Oktober die TUM School of Life Sciences zum Hotspot der Mikrobiom-Forschung verwandelt.
Es erwartet Sie ein zweittägiges wissenschaftliches Programm sowie die Option an der Abendveranstaltung am 17. Oktober teilzunehmen. Die Tagung wurde der bayerischen Ärztekammer zur Zertifizierung eingereicht und kann für Ernährungsfachkräfte zur kontinuierlichen Fortbildung bei E-Zert, DGE und VFED verwendet werden.
Wissenschaftler stellen ihre aktuelle Forschung vor, neue Erkenntnisse zur praktischen Umsetzung werden präsentiert und das Rahmenprogramm – mit Industrieausstellung und Abendveranstaltung – bietet ausreichend Zeit zum Netzwerken.
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