FETeV Newsletter 2025-25

14.07.2025

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Der Newsletter erscheint bis auf wenige Ausnahmen wöchentlich.


Studie: Bauchfett bedroht Blutgefäße

Exzessive Pfunde schaden den Adern. Entscheidend ist, wo sich das Fett ansammelt. Ein Forschungsteam aus Göttingen zeigt, dass Bauch- und Unterhautfett ganz unterschiedlich auf Überernährung reagieren. Während beide Speicher wachsen, verändern sich ihre Blutgefäße auf eigene Weise. Erste Schäden treten damit früher ein als erwartet. Die Erkenntnis macht deutlich: Fettdepots sind nicht gleichwertig. Ihr Standort bestimmt, wie stark Herz und Kreislauf belastet werden.

Bauchfett erwies sich dabei als besonders problematisch. Dort schreitet ein Umbau der Aderwände voran, der Entzündungen fördert und die Durchblutung stört. Im Fett direkt unter der Haut entdeckten die Forschenden dagegen winzige Gefäßabschnitte mit feinen „Fenstern“, die den Stoffaustausch begünstigen. Dieser schützende Zelltyp verschwindet jedoch, sobald das Gewicht stark zunimmt. Dadurch verlieren selbst vermeintlich harmlose Polster ihren Puffer gegen Gefäßstress.

Ein Schlüssel zum Gefäßschutz liegt in einem speziellen Botenstoff (VEGFA), der das Netzwerk intakt hält. Sinkt sein Spiegel – etwa bei langanhaltend überkalorischer Ernährung – verlieren die Adern Struktur und Funktion. Die Studie zeigt diesen Mechanismus erstmals auch im menschlichen Fettgewebe. Damit öffnet sich das Tor zu Therapien, die gezielt die Gefäßgesundheit im Fett ansprechen und Folgekrankheiten wie Diabetes oder Herzinfarkt vorbeugen.

Relevanz: Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, nicht nur das Körpergewicht, sondern vor allem den Taillenumfang im Blick zu behalten.


Symptomchecker-Apps: Nutzen oder Risiko?

Symptom-Checker sind Apps, die bei ersten Fragen rund um Beschwerden helfen. Nutzende tippen Schmerzen, Husten oder Fieber ein sowie ein paar persönliche Angaben. Die Software gleicht diese Daten mit einer großen Sammlung möglicher Krankheiten ab. Ergebnis sind Vorschläge, was hinter den Symptomen stecken könnte und welche nächsten Schritte sinnvoll erscheinen.

Die Treffgenauigkeit hängt davon ab, wie das Programm lernt und welche Daten vorliegen. Einfachere Modelle folgen festen Entscheidungswegen, die Fachkräfte vorab definiert haben. Lernende Systeme durchforsten riesige Datenmengen und erkennen Muster selbstständig. Studien zeigen jedoch, dass die erste Diagnose häufig danebenliegt und schwere Fälle teils unterschätzt werden. Fehleinschätzungen belasten auch Praxen, wenn unnötige Termine die Ressourcen binden.

Die Apps liefern Orientierung, doch eine körperliche Untersuchung bleibt unersetzlich. Ergebnisse verdienen eine kritische Prüfung, besonders wenn Schmerzen, Atemnot oder rasch schlimmer werdende Beschwerden auftreten. Ein Blick in die Datenschutzerklärung zeigt, wer Zugriff auf die sensiblen Angaben hat. Bestimmte Siegel und das CE-Zeichen garantieren Mindeststandards, doch nicht die Verlässlichkeit einer Diagnose.

6 bekannte Symptomchecker-Apps

  • Ada Health: Entwickelt in Berlin, nutzt KI-basierte Methoden zur Symptomauswertung. Die App ist in Deutsch erhältlich und mit CE‑Kennzeichnung als Medizinprodukt versehen.
  • NetDoktor: Laut deutscher Studie einer der meistgenutzten Symptom‑Checker in Deutschland, vor allem in der Altersgruppe 50–55 Jahre. Funktioniert webbasiert, greift auf medizinische Datenbanken zurück.
  • Symptomate (Infermedica): Verfügbar als App und Online‑Tool, bietet anonymisierte KI‑Analyse von Schmerzen und Beschwerden. Unterstützt Deutsch und liefert Einschätzung samt Empfehlungen zur weiteren Vorgehensweise.
  • Isabel: Ein englischsprachiger, aber auch in Deutsch nutzbarer Checker, bekannt aus dem Klinikum‑Umfeld. Stützt sich auf KI und eignet sich sowohl für Laien als auch für medizinisches Personal.
  • DoctorBox: Die App aus Berlin kombiniert Symptom-Checker mit weiteren Funktionen der Gesundheitsverwaltung. Nutzer:innen können Symptome eingeben und erhalten eine erste Einschätzung per KI. Dabei erscheint die Auswertung in Prozentwahrscheinlichkeiten.
  • Sana.de (Sana Kliniken): Die Sana Kliniken verwenden auf ihrer Website einen interaktiven Symptom-Checker, der in Kooperation mit Infermedica integriert wurde. Nutzer können Beschwerden durch Anklicken der Körperregion eingeben. Das Tool vergleicht über 1 300 Symptome mit mehr als 600 Erkrankungen und wurde ärztlich geprüft.

Best Practices: 30 Pflanzen-Challenge – Bunte Kiste, gesunder Darm

Spargel, Tomaten, Salate, Paprika, Radieschen, Gurke und Lauch – schon sieben Sorten in einer Kiste. Solche Vielfalt tut nicht nur optisch gut, sondern stärkt auch die Darmflora. Je unterschiedlicher die Pflanzen, desto mehr Futter für die nützlichen Darmbakterien. Wer regelmäßig verschiedene Gemüse- und Obstsorten isst, unterstützt das Mikrobiom und damit Verdauung, Immunabwehr und Wohlbefinden.

30-Pflanzen-Challenge: Einfach, aber wirksam

Ziel der Challenge ist es, wöchentlich 30 verschiedene Pflanzenarten zu essen. Gezählt werden nicht nur Gemüse und Obst, sondern auch Hülsenfrüchte, Nüsse, Kräuter und Vollkornprodukte. Wer bewusst variiert, erreicht das Ziel oft schneller als gedacht. Schon ein Müsli mit Nüssen und Beeren, ein Sandwich mit Salat und Kresse oder ein Linsengericht bringen Punkte. Die Methode setzt auf Vielfalt statt Verzicht und eignet sich ideal für die Ernährungsberatung.

Zählen, kombinieren, bewusst essen

In der Beratung lässt sich die Idee leicht zeigen: Eine Gemüsekiste als Anschauungsmaterial, ergänzt durch eine Zählhilfe oder Wochenliste. Das Prinzip ist eingängig: Vielfalt sichtbar machen, Unterschiede benennen, zum Ausprobieren anregen. Die Umsetzung braucht keine Diätregeln, sondern lediglich Aufmerksamkeit und ein wenig Planung. Gerade visuelle Reize wie Farben und Formen helfen, den Zugang zur pflanzlichen Vielfalt neu zu entdecken.

Warum das Thema zählt

Die 30-Pflanzen-Regel ist alltagstauglich, wissenschaftlich fundiert und direkt umsetzbar. Sie motiviert zu bewussterem Einkaufen, neuen Rezeptideen und mehr Abwechslung im Alltag wie in der Beratung. Das stärkt das Mikrobiom, reduziert Entzündungsprozesse und wirkt präventiv. Die Challenge ist somit ein unkomplizierter Einstieg in eine gesunde, genussvolle Ernährung.

Praktische Tipps zur Umsetzung

  • Wöchentliche Checkliste führen (Papier oder App)
  • Einkauf nach Farben planen
  • Fertigprodukte mit wenigen Zutaten meiden
  • Kräuter, Nüsse, Saaten nicht vergessen
  • Smoothies, Suppen, Bowls für Vielfalt nutzen
  • Kinder mit Zählspiel oder Kistensortieren einbeziehen
  • In der Beratung: Kiste oder Foto mitbringen, Zählhilfe austeilen

Neuer Themenbeitrag: Viszerales Fett – 7 Fragen, 7 Antworten

Viszerales Fett – das unsichtbare Fettgewebe im Bauchraum – gilt als besonders risikoreich für die Gesundheit. Anders als das harmlosere Unterhautfett wirkt es hormonell und entzündungsfördernd und steigert nachweislich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und andere chronische Leiden. In diesem Artikel erfahren Sie, was viszerales Fett so gefährlich macht, wie es sich von Unterhautfett unterscheidet – und was Sie konkret dagegen tun können.

Inhaltsverzeichnis


Online-Seminar: Emotionales Essverhalten überwinden

Kategorie: Online-Seminar Datum: 04.-05.09.2025 Veranstaltet von: Jutta Kamensky Referierende: Jutta Kamensky Kosten/ Rabatt für Mitglieder: 298 EUR Kurzbeschreibung laut Veranstaltung:

Schokolade tröstet die Seele und Nudeln sollen glücklich machen. Essen ist für viele Menschen oft die einzige Strategie, wie sie sich bei Wut, Angst oder Scham wieder besser fühlen. So ge­hen sie jedem Kontakt mit wenig angenehmen Gefühlen aus dem Weg oder halten sie scheinbar leichter aus. Das rächt sich bitter, denn der Preis für die schnellen Glücksbringer sind zusätzliche Kilos und noch mehr Ärger – vor allem über sich selbst. Soll sich der Traum vom Wunschgewicht erfüllen, helfen keine Möhrchen statt Pralinen.

Emotionale Esser brauchen neben Ernährungstipps vor allem eine individuelle Anleitung, wie sie kalorienfrei mit negativen Gefühlen umgehen können. Nur so kommen sie sicher raus aus dem Teufelskreis von Essen und Emotionen.

Inhalte:

Sie lernen, wie Sie in der Praxis bei emotionalen Essern vorgehen, damit die Energie endlich in die Arbeit an den überflüssigen Pfunden fließt. Dazu gibt es viele Übungen, psychologisches Hintergrundwissen und Materialien zum Aufbau emotionaler Kompetenzen rund ums Essen:

  • Was ist emotionales Essverhalten, wie entsteht es, wobei hilft es, woran erkennen Sie es, welche Einflüsse sind unbedingt zu beachten, wie sprechen Sie es an und was ist Ihr erster Schritt in der Beratung?
  • Besser umgehen mit Emotionen: Was sind Emotionen und wofür sind sie lebenswichtig? Frühwarnsystem etablieren und unangenehme Gefühle ohne Essen regulieren können.
  • Aussteigen aus dem Teufelskreis „Essen und Emotionen“: Teufelskreis durchschauen, den richtigen Ausgang finden und Stolperfallen aus dem Weg räumen. Selbstunterstützung bei Klienten stärken, die sich selbst ausbremsen, weil sie ständig an sich rummotzen.
  • Entspannter essen lernen und dranbleiben: Der Weg zum regelmäßigen Essen mit mehr Überblick und „normalen“ Portionen. Übungen zum achtsamen Essen und Fühlen. Kontrolle behalten in schwachen Momenten und das schlechte Gewissen nach Schokolade erst gar nicht zu Wort kommen lassen.