27.01.2025
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Inhaltsverzeichnis
Aktuelle Wissenschaft
Studie: Milch senkt, Alkohol und Fleisch erhöhen das Darmkrebsrisiko
Milch als Schutz vor Darmkrebs? Eine aktuelle Analyse der Million Women Study deutet darauf hin, dass der Konsum von Milchprodukten – insbesondere aufgrund ihres Kalziumgehalts – das Risiko für Darmkrebs deutlich senken könnte [Pap 2025]. Nach den Ergebnissen reduziert bereits eine tägliche Portion von 200 ml Milch das Risiko um etwa 14 Prozent. Kalzium spielt dabei eine Schlüsselrolle: Es bindet Gallensäuren und freie Fettsäuren im Darm und verringert so ihr karzinogenes Potenzial. Auch andere Nährstoffe wie Magnesium oder Riboflavin zeigen ähnliche, wenn auch schwächere Effekte.
Während Milch und Kalzium schützende Eigenschaften haben, gibt es klare Risikofaktoren. Alkohol erhöht das Darmkrebsrisiko schon bei mäßigem Konsum: Ein Glas Wein oder Bier täglich steigert das Risiko um 15 Prozent. Ebenfalls ungünstig sind rotes und verarbeitetes Fleisch, das das Risiko um 8 Prozent pro 30 Gramm erhöht. Interessanterweise bleiben die meisten anderen Lebensmittel ohne signifikanten Einfluss auf das Risiko – weder schützend noch fördernd.
Die Studie zeigt, dass Prävention durch Ernährung möglich ist, wenn auch mit wenigen klaren Stellschrauben: Kalzium, Alkohol und verarbeitetes Fleisch stehen im Fokus. Ob ein Glas Milch die Nachteile eines Glases Wein ausgleicht, bleibt eine spannende Frage für die Zukunft der Forschung.
Hinweis: Die in der Studie beobachteten Wirkungen von Milch, Alkohol und Fleisch beziehen sich ausschließlich auf das Darmkrebsrisiko. Andere gesundheitliche Wirkungen, sowohl positive als auch negative, spielen bei dieser Betrachtung keine Rolle.
Vorgestellt
Doku: Fasten – ein Phänomen wird erforscht
Fasten ist längst mehr als nur ein Ernährungstrend. Immer mehr Studien belegen, dass der bewusste Verzicht auf Nahrung positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Von Diabetes über Rheuma bis hin zu Autoimmunerkrankungen und sogar Krebs – die Forschung zeigt vielversprechende Ergebnisse. Die Dokumentation „Fasten – Ein Phänomen wird erforscht“ beleuchtet die neuesten Erkenntnisse zu den komplexen Vorgängen im Körper, die während des Fastens ablaufen. Dabei stehen Prozesse wie die natürliche Zellreinigung (Autophagie) und die Stoffwechselumstellung in die Ketose (Hungerstoffwechsel) im Fokus, die als entzündungshemmend und regenerierend gelten.
Neben dem klassischen mehrtägigen Fasten findet auch das Intervallfasten immer mehr Beachtung. Diese Methode, bei der die Abstände zwischen den Mahlzeiten statt die Kalorienmenge im Mittelpunkt stehen, begeistert nicht nur die sozialen Medien, sondern auch die Wissenschaft. Expertinnen und Experten sehen darin das Potenzial, chronische Erkrankungen besser behandeln oder sogar verhindern zu können. Die Vision: Fasten könnte zukünftig ein wichtiger Baustein der Gesundheitspolitik werden.
Was in der Dokumentation jedoch kaum besprochen wird: Nicht jeder profitiert vom Nahrungsverzicht. Menschen mit Vorerkrankungen oder einem erhöhten Nährstoffbedarf, wie Schwangere oder ältere Personen, sollten den Gesundheitsversprechen zum Fasten durchaus kritisch gegenüberstehen. Grundsätzlich empfohlen ist das mehrtägige Fasten unter fachkundiger Begleitung.
Beratungspraxis
Best Practices: Flüssigkeitszufuhr – Hilft viel auch viel?
Eine aktuelle Analyse von 18 randomisierten Studien beleuchtet, wie eine erhöhte Wasserzufuhr gesundheitliche Vorteile bringen kann. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine gezielte Steigerung der Flüssigkeitsaufnahme das Risiko für Nierensteine senken, bei Migräne und Harnwegsinfektionen unterstützen und sogar beim Abnehmen helfen könnte [Hak 2024]. Trotz dieser vielversprechenden Befunde bleibt die Datenlage begrenzt, da die Studien in Dauer, Teilnehmerzahl und empfohlenen Mengen stark variieren. So reichten die Empfehlungen von 0,5 Litern Wasser vor den Mahlzeiten bis zu einem täglichen Ziel-Urinvolumen von zwei Litern.
Die richtige Balance finden
Gesundheitsexperten empfehlen im Schnitt 1,5 bis 2 Liter Wasser täglich, wobei Faktoren wie Klima, körperliche Aktivität und Ernährung die ideale Menge beeinflussen [Wise 2022]. Zu wenig Flüssigkeit kann das Risiko für Dehydration (Wassermangel) und damit verbundene Gesundheitsprobleme erhöhen, während übermäßiges Trinken in seltenen Fällen zu Hyponatriämie (Natriummangel) führen kann [Ran 2021]. Wichtig ist eine gleichmäßige Verteilung der Trinkmenge über den Tag, um gesundheitliche Vorteile zu maximieren. Studien zeigen aber, dass kurze Pausen zwischen der Wasseraufnahme in der Regel unproblematisch sind, solange die Gesamtzufuhr stimmt [Son 2015].
Forschung mit Potenzial
Die Anpassung der Flüssigkeitszufuhr könnte eine kostengünstige, risikoarme Methode sein, um eine Vielzahl von Gesundheitsproblemen zu adressieren. Aktuelle Daten legen nahe, dass eine erhöhte Wasseraufnahme nicht nur die Nierenfunktion verbessert, sondern auch eine präventive Wirkung gegen chronische Erkrankungen wie polyzystische Nierenerkrankungen haben könnte. Weitere Studien sind erforderlich, um die langfristigen Effekte einer erhöhten Wasserzufuhr besser zu verstehen und standardisierte Empfehlungen zu entwickeln.
Interna/ Mitgliederservice
Download: Zahngesundheit und Ernährung
Anfang 2025 startete das neue, fortlaufend erweiterbare Beratungspaket „Unser Körper“. Es beleuchtet vielfältige Aspekte zu Organen, Geweben und Regulationssystemen mit Schwerpunkt auf Wohlbefinden und ausgewogener Ernährung.
Die einzelnen Themen eignen sich für die fundierte Ernährungs- und Gesundheitsberatung und tragen so zur Vermittlung relevanter Kenntnisse bei. Sie sind praxiserprobt und lassen sich direkt im Beratungsalltag anwenden.
In dieser Woche steht unseren Mitgliedern als drittes Thema „Zahngesundheit und Ernährung“ zum Download zur Verfügung.
Rabatt: Bis zu 20 % auf die Ernährungs Umschau
Die „Ernährungs Umschau“ ist eine renommierte deutschsprachige Fachzeitschrift, die sich auf Themen rund um Ernährung, Ernährungswissenschaften, Diätetik und verwandte Bereiche spezialisiert hat. Sie richtet sich vor allem an Ernährungsberater, Diätassistenten, Oecotrophologen, Ärzte und weitere Fachleute im Gesundheits- und Ernährungsbereich.
Als FET-Mitglied genießen Sie Sonderkonditionen bei der ERNÄHRUNGS UMSCHAU. Sammeln Sie Fortbildungspunkte für Zertifikate von DGE, VDD, VDOE, VFED, RAL-GEK und seit 2025 auch E-Zert – sechsmal jährlich. Profitieren Sie zwölfmal jährlich von verständlich aufbereitetem Ernährungswissen zu Trends, Forschung, Ernährungspraxis und Diätetik. Freuen Sie sich auf ermäßigte Teilnahmegebühren für unsere Webinare und die Jahrestagung, erhalten Sie Vollzugriff auf das digitale Heftarchiv ab 2001 und schalten Sie kostenlos ein privates Stellengesuch.
Als Nachweis der Mitgliedschaft benötigen Sie eine aktuelle Mitgliedsbescheinigung, die Sie in der Geschäftsstelle (info@fet-ev.eu) anfordern können.
Veranstaltung (extern)
Online-Seminar: Die Verbindung von Ernährung, Mundgesundheit und Lebensstilkrankheiten: Ein interdisziplinärer Ansatz zwischen Zahnarzt und Ernährungsberater
Kategorie: Online-Veranstaltung
Datum: 28.02.2025
Veranstaltet von: essakademie, essteam GbR
Referierende: Sandra von den Stemmen
Kosten/ Rabatt für Mitglieder: 10 % auf 149 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstaltung:
Erkrankungen der Mundhöhle sind ein globales Gesundheitsproblem mit ca. 3,5 Milliarden Betroffenen weltweit. In Deutschland sind fast 50 % der Menschen von einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Form der Parodontitis betroffen. Karies ist trotz Aufklärung auf einem hohen Niveau und wird vom Auftreten der Kreidezähne bald eingeholt werden.
Entzündungen wie Parodontitis beeinflussen zudem unsere Allgemeingesundheit. Über die Zahnfleischtaschen gelangen Mundbakterien in den Blutkreislauf und so in unseren Körper. Studien zeigen, dass Parodontitis damit Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Demenz und in der Schwangerschaft das Risiko von Frühgeburten begünstigen kann.
Im Seminar werden diese Zusammenhänge erklärt und Ernährungsfachkräften die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Zahnarztpraxen aufgezeigt
Inhalte:
- Krankheitsbilder der Mundhöhle (Karies, Gingivitis, Parodontitis, Mundtrockenheit, Halitosis)
- Pathogenese und orales Mikrobiom
- Was sind Risikofaktoren? Welche Rolle spielt Ernährung (Zucker, Stärke) und Ernährungsverhalten in den verschiedenen Lebensphasen
- Veränderungen der Mundhöhle im Laufe des Lebens
- Zusammenhang oraler Erkrankungen und Gesamtgesundheit
- Fallbeispiele aus der Praxis
- Zusammenarbeit zahnärztliche Praxis und Ernährungsfachkraft
- Welche Empfehlungen können Ernährungsfachkräfte geben?.
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