FETeV Newsletter 2025-6

10.02.2025

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Der Newsletter erscheint bis auf wenige Ausnahmen wöchentlich.


Studie: Beta-Glucane zur Allergiebehandlung?

Beta-Glucane stehen im Fokus der Forschung als mögliche Unterstützung bei der Behandlung von Allergien. Sie können das Immunsystem gezielt beeinflussen und entzündliche Reaktionen modulieren. Besonders interessant ist ihr Potenzial als sogenannte Adjuvanzien – Stoffe, die die Immunantwort verstärken. Diese werden bereits in Impfstoffen eingesetzt und könnten künftig auch helfen, allergische Reaktionen zu unterdrücken. Ziel ist es, das Immunsystem schrittweise an bestimmte Allergene zu gewöhnen und so die Überempfindlichkeit zu reduzieren.

Eine aktuelle Studie untersuchte sechs verschiedene Beta-Glucane auf ihren Einfluss auf das Immunsystem [Rai 2024]. Besonders Zymosan und Beta-1,3-Glucan zeigten vielversprechende Effekte: Sie konnten die Produktion entzündungsfördernder Stoffe verringern und allergiebedingte Immunreaktionen gezielt dämpfen. Diese Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Substanzgruppe das Immunsystem so beeinflussen kann, dass allergische Reaktionen abgeschwächt werden.

Die Forschung dazu steht allerdings noch am Anfang. Limitierend ist derzeit die begrenzte Anzahl der getesteten Substanzen und die Übertragbarkeit der Laborergebnisse auf den klinischen Alltag. Auch muss sich noch zeigen, ob die Modulation des Immunsystems durch Beta-Glucane langfristig zu einer echten Verbesserung der Allergietherapie führt. Erst dann könnten die Substanzen dazu beitragen, Allergien gezielt zu behandeln und Betroffenen eine bessere Verträglichkeit gegenüber bestimmten Auslösern zu ermöglichen.


Leifaden: Medienleitfaden Adipositas

Medien haben großen Einfluss darauf, wie Adipositas wahrgenommen wird. Der Medienleitfaden Adipositas zeigt, dass oft vereinfachte oder klischeehafte Darstellungen dominieren. Häufig werden Menschen mit Adipositas etwa nur essend oder bewegungsarm gezeigt, manchmal sogar „kopflos“, was sie anonymisiert und entmenschlicht. Zudem verstärken Begriffe wie „fettleibig“ oder „morbides Übergewicht“ negative Zuschreibungen. Der Leitfaden plädiert für eine faire und faktenbasierte Darstellung – mit neutraler Sprache und Bildern, die Menschen mit Übergewicht in unterschiedlichen Lebenssituationen respektvoll zeigen.

Ein zentraler Punkt des Leitfadens ist der 5-Fragen-Test zur Reflexion eigener Vorurteile. Fragen wie „Halten Sie Menschen mit Übergewicht für willensschwach?“ oder „Glauben Sie, sie müssten nur mehr Sport treiben?“ verdeutlichen, wie tief verankert solche Annahmen sind. Tatsächlich hat Adipositas komplexe Ursachen, darunter genetische, hormonelle und gesellschaftliche Faktoren. Neben einer besseren Medienberichterstattung fordert der Leitfaden auch eine Verbesserung der Versorgung: Aktuell ist Adipositas in Deutschland nicht als Regelleistung im Gesundheitssystem verankert, was Betroffenen den Zugang zu Therapie erschwert.

Praktische Tipps helfen dabei, Vorurteile abzubauen. Eine Tabelle im Leitfaden zeigt, welche Begriffe empfehlenswert sind und welche nicht. Beispielsweise sollte statt „Adipöse“ die Formulierung „Menschen mit Adipositas“ verwendet werden, um die Person nicht auf ihr Körpergewicht zu reduzieren. Der Leitfaden ist online frei zugänglich und bietet wertvolle Impulse für Medien, Fachkräfte und alle, die über Adipositas sprechen oder schreiben.


Kostform: Restore-Diät – Mit ursprünglicher Ernährungsweise gegen Zivilisationskrankheiten?

Eine aktuelle Studie in der Fachzeitschrift „Cell“ weist auf deutliche gesundheitliche Vorteile einer pflanzenbasierten Ernährung hin [Li 2025]. Diese, als Restore-Diät bekannte Ernährungsweise, orientiert sich an traditionellen Essgewohnheiten ländlicher Regionen Papua-Neuguineas. Bereits nach drei Wochen Umstellung konnten signifikante Verbesserungen festgestellt werden.

Die Untersuchung dokumentierte unter anderem:

  • Einen moderaten Gewichtsverlust sowie einen Rückgang des Body-Mass-Index.
  • Eine Senkung des Gesamt- und LDL-Cholesterins.
  • Eine Reduktion des Nüchternblutzuckers, begleitet von einer verbesserten Insulinsensitivität.

Diese positiven Effekte fördern das allgemeine Wohlbefinden und reduzieren das Risiko chronischer Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Problemen und Typ-2-Diabetes.

Die Restore-Diät setzt auf naturbelassene Lebensmittel. Typische Zutaten sind Bohnen, Süßkartoffeln, Gurken, Kohl, Topinambur, Erbsen und Zwiebeln. Stark verarbeitete Nahrungsmittel sowie Weizen und Milchprodukte werden bewusst gemieden. Zusätzlich verbessert die Ernährungsumstellung den Stoffwechsel und begünstigt ein ausgewogenes Darm-Mikrobiom, indem sie gesundheitsfördernde Bakterien vermehrt und entzündungsfördernde Mikroorganismen zurückdrängt.

Trotz der interessanten Ergebnisse der Studie bleiben einige Einschränkungen in der Aussagekraft. Die Untersuchung erfolgte an einer kleinen Gruppe von 30 jungen Erwachsenen über lediglich drei Wochen, was die Übertragbarkeit der Resultate auf andere Bevölkerungsgruppen und die langfristige Wirkung der Restore-Diät einschränkt.


Download: Knochengesundheit und Ernährung

Anfang 2025 startete das neue, fortlaufend erweiterbare Beratungspaket „Unser Körper“. Es beleuchtet vielfältige Aspekte zu Organen, Geweben und Regulationssystemen mit Schwerpunkt auf Wohlbefinden und ausgewogener Ernährung.

Die einzelnen Themen eignen sich für die fundierte Ernährungs- und Gesundheitsberatung und tragen so zur Vermittlung relevanter Kenntnisse bei. Sie sind praxiserprobt und lassen sich direkt im Beratungsalltag anwenden.

In dieser Woche steht unseren Mitgliedern als fünftes Thema „Knochengesundheit und Ernährung“ zum Download zur Verfügung.


Online-Seminar: Achtsamkeitstraining – Eine effektive Methode für die Ernährungsberatung

Kategorie: Webinar
Datum: 07.03.2025
Veranstaltet von: Weiterbildung Ernährung
Referierende: Julia v. Franqué
Kosten/ Rabatt für Mitglieder: 10 % auf 229 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:

Wir wissen heute mehr denn je über Erziehungsmethoden, Stressmanagement, Diäten und Lebensmittel – und doch sind wir nicht alle gesund, aktiv und erfolgreich. Wieso ist das so? Mit jeder neuen Information wird es schwieriger zu entscheiden: Was ist das Richtige für MICH? Durch Achtsamkeit lerne ich, bei mir selbst anzufragen, innezuhalten und wahrzunehmen.

In verschiedenen therapeutischen Prozessen wird dem Thema Achtsamkeit bereits eine große Bedeutung beigemessen und erfolgreich als Methode eingesetzt. In der Ernährungsberatung können Achtsamkeitsübungen dem Patienten helfen, seinen eigenen Weg zu finden, um Stimmigkeit und Wohlgefühl bezüglich seiner Essgewohnheiten neu zu entwickeln und damit das ganz eigene Gleichgewicht wiederherzustellen. Mahlzeiten können auf diese Weise wieder zu befriedigenden und mit Freude verbundenen Erlebnissen werden. Auf der anderen Seite kann auch die beratende Person lernen achtsam mit sich selbst umzugehen, was vor allem in herausfordernden Beratungssituationen hilfreich sein kann.

In diesem Seminar tauchen wir in die Welt der Achtsamkeit ein und machen selbst Erfahrungen, denn Achtsamkeit wird erst durch Erlebnisse lebendig! Dabei werden wir unterschiedliche Übungen kennenlernen und ausprobieren, die sich auch sehr gut in Beratungssituationen einsetzen lassen.

Inhalte:

  • Einführung: Wirkung und Anwendung des Konzepts Achtsamkeit
  • Achtsamkeit und Ernährung
  • Achtsamkeit im Beratungsprozess
  • Kennenlernen von Achtsamkeitsübungen
  • Austausch und Diskussion über das Konzept Achtsamkeit in der Ernährungsberatung