FETeV Newsletter 2025-8

24.02.2025

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Der Newsletter erscheint bis auf wenige Ausnahmen wöchentlich.


Studie: Gesundheit als wirtschaftlicher Faktor – Ein Pilotprojekt mit unerwarteten Erfolgen

Bereits 2022 zeigte ein sechsmonatiges Gesundheitsprogramm in einem Produktionsbetrieb, dass gezielte Maßnahmen wie eine kohlenhydratarme Ernährung, individuelle Betreuung und digitale Selbstüberwachung sowohl die Mitarbeitergesundheit als auch die Krankheitskosten positiv beeinflussen. Die Teilnehmenden nahmen im Schnitt 17 kg ab, verbesserten ihre Blutzuckerwerte und reduzierten ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 44 %. Zudem sanken die Medikamentenkosten des Unternehmens um über 45.000 USD pro Jahr [Nor 2022].

Aktuelle Untersuchungen aus den Jahren 2023 und 2024 zeigen, dass ähnliche Programme langfristig wirksam sind. Eine groß angelegte Studie mit über 2.600 Teilnehmern belegte deutliche Verbesserungen von Gewicht (-15,6 % in 12 Monaten), Blutzucker (erhöhte Werte normalisierten sich in 72,9 % der Fälle) sowie Insulinwerten und weiteren Stoffwechselparametern [Boy 2023].

Während eine japanische Untersuchung messbare Effekte auf Körpergewicht und Taillenumfang erzielte [Li 2024], führte ein betriebliches Gesundheitsprogramm in Seoul zu verbesserten Blutdruckwerten und einem gesünderen Lebensstil der Teilnehmenden [Par 2024].

Das zeigt: Unternehmen, die in die Stoffwechselgesundheit ihrer Mitarbeitenden investieren, profitieren doppelt. Krankheitsausfälle und Gesundheitskosten sinken, während Produktivität und Arbeitszufriedenheit steigen. Nachhaltige betriebliche Gesundheitsprogramme sind also nicht nur ethisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich lohnend.


Test: Was zahlen Krankenkassen für Ernährungsberatung?

Eine Ernährungsberatung kann bei vielen Krankheiten helfen – doch welche Krankenkasse übernimmt die Kosten? Ein aktueller Test von Finanztest hat 68 gesetzliche Krankenkassen verglichen. Das Ergebnis: Die Zuschüsse unterscheiden sich erheblich. Während manche Kassen bis zu 400 Euro im Jahr für eine individuelle Beratung zahlen, übernehmen andere nur geringe Beträge oder leisten gar nichts. Besonders wichtig: Eine ärztliche Verordnung ist oft Voraussetzung für die Kostenübernahme.

Prävention oder Therapie: Wer erhält Unterstützung?

Krankenkassen fördern nicht nur Ernährungstherapien für Erkrankte, sondern auch Kurse zur Vorbeugung. Dazu zählen Programme zur Zuckerreduktion oder pflanzenbasierten Ernährung. Die Zuschüsse liegen zwischen 50 und 1.200 Euro pro Jahr, meist für zwei Kurse. Allerdings gilt: Nur zertifizierte Angebote werden unterstützt. Wer sich für eine Ernährungsberatung interessiert, sollte prüfen, ob seine Kasse auch Online-Kurse bezuschusst – einige übernehmen hier die Kosten vollständig.

Worauf es bei der Auswahl der Beratung ankommt

Nicht jede Ernährungsberatung ist fachlich qualifiziert – der Begriff ist nicht geschützt. Deshalb sollten Versicherte auf anerkannte Fachkräfte achten, etwa Ernährungswissenschaftler oder Diätassistenten. Der Finanztest zeigt auch, dass bei bestimmten Diagnosen wie Mukoviszidose oder seltenen Stoffwechselerkrankungen die Krankenkasse die Kosten vollständig übernehmen muss. Wer mehr wissen will: Alle Details zum Test und eine Liste der besten Kassen gibt es in der aktuellen Ausgabe.


Empfehlungen: Praxisnahe Ernährungsbildung – entwickelt von Expertinnen und Experten

Eine fundierte Ernährungs- und Verbraucherbildung trägt nicht nur zur persönlichen Gesundheit bei, sondern beeinflusst auch nachhaltige Konsumentscheidungen und die Reduktion von Lebensmittelverschwendung. Um diese Themen stärker im Bildungssystem zu verankern, hat das forum. ernährung heute (f.eh) gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Bildung neun Empfehlungen formuliert. Diese reichen von einem verpflichtenden Unterrichtsfach für Ernährung und Haushalt bis hin zur besseren Nutzung ganztägiger Schulformen für praktische Erfahrungen. Das Ziel: Kindern und Jugendlichen die nötigen Kompetenzen vermitteln, um bewusste Entscheidungen zu treffen.

Diese neun praxisorientierten Maßnahmen sollen die Ernährungs- und Verbraucherbildung nachhaltig stärken:

  1. Frühe Förderung – In der Grundschule Schulgärten, -küchen und Projekte nutzen, um den Bezug zu Lebensmitteln herzustellen.
  2. Verpflichtendes Unterrichtsfach – Ernährung und Haushalt als eigenständiges Schulfach in der Sekundarstufe I etablieren.
  3. Mehr Unterrichtszeit – Mindestens zwei Wochenstunden für Ernährung und Haushalt in der fünften und sechsten Schulstufe.
  4. Fächerübergreifender Unterricht – Lehrkräfte gezielt ausbilden, um Ernährungsthemen in andere Fächer zu integrieren.
  5. Lehrkräfte qualifizieren – Aus-, Fort- und Weiterbildung aller Pädagoginnen und Pädagogen verstärken.
  6. Ganztagsschulen nutzen – Schulverpflegung, Bewegung und Zusammenarbeit mit externen Fachkräften gezielt ausbauen.
  7. Hochwertige Materialien – Lehrkräfte mit geprüften, didaktisch aufbereiteten Unterrichtsmaterialien unterstützen.
  8. Praxiserfahrung ermöglichen – Schulen mit Küchen, Gärten und Praxisräumen ausstatten, um praktisches Lernen zu fördern.
  9. Lebenslanges Lernen – Ernährungsbildungsangebote für alle Altersgruppen leicht zugänglich machen.

Das sind konkrete Ansätze, um Ernährungswissen alltagsnah zu vermitteln und langfristig zu verankern. So kann Ernährungsbildung zu einer festen Säule im Bildungssystem werden – mit praktischen Erfahrungen, fundiertem Wissen und kompetenten Lehrkräften.


Download: Lebergesundheit und Ernährung

Anfang 2025 startete das neue, fortlaufend erweiterbare Beratungspaket „Unser Körper“. Es beleuchtet vielfältige Aspekte zu Organen, Geweben und Regulationssystemen mit Schwerpunkt auf Wohlbefinden und ausgewogener Ernährung.

Die einzelnen Themen eignen sich für die fundierte Ernährungs- und Gesundheitsberatung und tragen so zur Vermittlung relevanter Kenntnisse bei. Sie sind praxiserprobt und lassen sich direkt im Beratungsalltag anwenden.

In dieser Woche steht unseren Mitgliedern als siebtes Thema „Lebergesundheit und Ernährung“ zum Download zur Verfügungen.


Online-Seminar: Brainfood

Kategorie: Online-SeminarDatum: 02.04.2025
Veranstaltet von: 
Norsan GmbH
Referierende: 
Dr. Heike Niemeyer
Kosten/ Rabatt für Mitglieder: 
kostenfrei
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:

Kennen Sie das? Ihre Gedanken schweifen ab, das Gehirn fühlt sich träge an, und die Müdigkeit schleicht sich ein – obwohl Sie eigentlich genug geschlafen haben? Das könnte daran liegen, dass Ihrem Gehirn die richtige „Nahrung“ fehlt! Unser Gehirn ist ein wahres Wunderwerk: Es denkt, erinnert, lernt und verarbeitet unzählige Eindrücke – und das alles rund um die Uhr. Damit es optimal funktioniert und auch in stressigen Zeiten leistungsfähig bleibt, braucht es die richtigen Nährstoffe.

In diesem Online Seminar zeigt Ihnen die erfahrene Ökotrophologin Heike Niemeier, wie Sie Ihr Gehirn gezielt mit diesen Nährstoffen versorgen können. Sie erfahren, welche Lebensmittel die Konzentration und das Gedächtnis stärken, wie Sie Heißhunger vermeiden und Ihr Energieniveau konstant halten können. Mit praktischen Tipps und einfachen Rezeptideen lernen Sie, wie Sie „Brainfood“ ganz unkompliziert in Ihren Alltag integrieren. Melden Sie sich für dieses Online Seminar an und geben Sie Ihrem Gehirn, was es braucht, damit es Ihnen die Leistungsfähigkeit gibt, die Sie im Alltag brauchen.