03.03.2025
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Inhaltsverzeichnis
Aktuelle Wissenschaft
Studie: Brokkoliextrakt zur Blutzuckersenkung?
Ein Extrakt aus Brokkolisprossen kann den Blutzucker bei Menschen mit einem beginnenden Altersdiabetes (MARD) wohl messbar senken [Dwi 2025]. Besonders wirksam war die Behandlung bei Personen, deren Darmflora die Umwandlung eines enthaltenen Pflanzenstoffs begünstigt. Sulforaphan, das aus Brokkoli freigesetzt wird, hemmt bestimmte Prozesse in der Leber, die den Blutzucker erhöhen. Die Studie mit 89 Teilnehmenden lief über 12 Wochen hinweg. Insbesondere profitierten Menschen mit einer drohenden Diabetes-Entwicklung.
Ob der Brokkoli-Extrakt wirkt, scheint auch mit der individuellen Darmflora zusammenzuhängen. Bestimmte Bakterien im Darm helfen, Sulforaphan freizusetzen, das den Blutzucker positiv beeinflussen kann. Gleichzeitig wurde eine vermehrte Produktion von Butyrat festgestellt, einer kurzkettigen Fettsäure, die möglicherweise die Wirkung in der Leber unterstützt. Diese Erkenntnisse zeigen, dass nicht nur die Ernährung selbst, sondern auch die Zusammensetzung der Darmflora eine Rolle für den Stoffwechsel spielt.
Die Ergebnisse der Studie werfen die Frage auf, ob natürliche Wirkstoffe in bestimmten Fällen eine Alternative zu herkömmlichen Medikamenten sein könnten. Viele Menschen mit beginnender Diabetes sprechen nicht auf Metformin an – das bislang einzige Medikament, das nachweislich vorbeugend wirkt. Ein gesunder Lebensstil mit mehr Bewegung und einer bewussten Ernährung bleibt jedoch die wichtigste Maßnahme.
Vorgestellt
Sachbuch: Der Nährstoff-Kompass
Nahrungsergänzungsmittel versprechen mehr Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden – doch nicht alles, was beworben wird, hält auch wissenschaftlichen Prüfungen stand. Viele Produkte sind überflüssig, einige sogar potenziell schädlich. Der „Nährstoff-Kompass“ von Prof. Martin Smollich bietet eine verlässliche Orientierungshilfe. Basierend auf zwei Jahrzehnten Forschung zeigt er, welche Supplemente sinnvoll sein können und wo Risiken lauern.
Ob Vitamin D, Magnesium oder Kollagen – die Werbeversprechen der Nahrungsergänzungsmittelindustrie sind oft überzeugender als die wissenschaftlichen Fakten. Der Autor zeigt auf, welche Nahrungsergänzungsmittel seinen Erfahrungen zufolge tatsächlich wirken, welche nur Geld kosten und welche sogar gesundheitliche Risiken bergen. Er beleuchtet typische Mangelerscheinungen, erklärt den Zusammenhang zwischen Nährstoffen und bestimmten Erkrankungen und gibt praxisnahe Empfehlungen für verschiedene Lebensphasen – von der Kindheit bis ins hohe Alter. Ergänzt wird das Ganze durch Checklisten und Tipps zur sicheren Einnahme.
Wer fundierte und unabhängige Informationen sucht, findet im „Nährstoff-Kompass“ eine klare, verständliche und wissenschaftlich fundierte Übersicht. Statt auf gut Glück zu supplementieren, zeigt das Buch, warum es wichtig ist, zunächst den eigenen Bedarf zu bestimmen – etwa durch Laborwerte – und dann gezielt Nährstoffe zuzuführen. Besondere Pluspunkte: Eine kritische Auseinandersetzung mit gängigen Mythen, ein übersichtliches Kapitelkonzept und zahlreiche praktische Hinweise zur sicheren Kombination von Nahrungsergänzungsmitteln mit Medikamenten. Ein Muss für alle, die genauer hinsehen wollen.
Titel: Der Nährstoff-Kompass
Autor: Prof. Martin Smollich
ISBN: 3833893516
EAN: 9783833893513
Veröffentlicht: Februar 2025
Verlag/Hersteller: Graefe und Unzer Verlag
Beratungspraxis
Best Practices: Gesundheitskommunikation in polarisierten Debatten – Strategien für mehr Wirksamkeit
Gesundheitskommunikation findet längst nicht mehr in einem neutralen Raum statt. Besonders bei Themen wie Ernährung, Impfen oder Umweltbelastungen sind öffentliche Diskussionen emotional aufgeladen und von starken Meinungen geprägt. Die Herausforderung besteht darin, nicht nur wissenschaftlich fundierte Informationen zu vermitteln, sondern diese so zu kommunizieren, dass sie gehört, verstanden und angenommen werden. Drei Strategien können hier helfen, um in hitzigen Debatten wirkungsvoll zu bleiben, überzeugend zu wirken und verhärtete Fronten zu vermeiden.
1. Werte und Emotionen anerkennen, bevor Fakten vermittelt werden
Viele gesundheitsbezogene Diskussionen sind nicht rein rational, sondern eng mit Identität, Kultur und persönlichen Überzeugungen verknüpft. Gesundheitskommunikation sollte daher nicht nur auf sachliche Argumente setzen, sondern auch die emotionalen Dimensionen eines Themas berücksichtigen. Anstatt mit reinen Fakten zu kontern, kann es wirkungsvoller sein, zunächst die Perspektive des Gegenübers anzuerkennen. Ein Satz wie „Ich verstehe, dass dieses Thema für viele eine persönliche Bedeutung hat“ schafft eine Gesprächsgrundlage, die es erleichtert, wissenschaftliche Erkenntnisse im nächsten Schritt zu vermitteln.
2. Diskurse nicht weiter befeuern – pragmatische Lösungen anbieten
Polarisierung führt oft dazu, dass sich Menschen in ihrer Meinung nur weiter verhärten. Erfolgreiche Gesundheitskommunikation sollte daher vermeiden, sich in ideologischen Auseinandersetzungen zu verlieren, und stattdessen auf lösungsorientierte Ansätze setzen. Statt einer Konfrontation nach dem Muster „Ist es richtig oder falsch, Fleisch zu essen?“ kann der Fokus auf individuellen Lösungen liegen: „Es gibt verschiedene Wege, sich gesund zu ernähren – welche Optionen passen zu Ihrem Alltag?“ Wer Alternativen aufzeigt und Menschen in Entscheidungsprozesse einbindet, schafft mehr Offenheit für Veränderungen als ein dogmatischer Ansatz.
3. Narrative nutzen, die Zugehörigkeit und Autonomie fördern
Menschen lassen sich nicht durch Zwang oder Angst überzeugen, sondern durch Geschichten und Erfahrungen, mit denen sie sich identifizieren können. Gesundheitskommunikation sollte deshalb weniger auf Verbote und Bedrohungsszenarien setzen, sondern auf positive, lebensnahe Erzählungen. Statt Gesundheitsrisiken isoliert zu betonen, kann sie ansprechendere Narrative verwenden: „Viele Menschen berichten, dass sie sich mit einer pflanzenbasierten Ernährung energiegeladener fühlen – wäre es interessant, das einmal auszuprobieren?“ Solche Formulierungen können zur Reflexion anregen, ohne Widerstand hervorzurufen.
Effektive Gesundheitskommunikation erfordert mehr als nur die Weitergabe von Fachwissen. Sie bewegt sich in einem Spannungsfeld aus Emotionen, Identität und gesellschaftlichen Diskursen. Wer erfolgreich kommunizieren will, muss verstehen, dass Gesundheitsthemen nicht nur durch Wissenschaft geprägt sind, sondern auch durch die Art und Weise, wie sie in der Öffentlichkeit und im Miteinander verhandelt werden. Eine kluge Strategie setzt genau dort an – mit Empathie, Verständlichkeit und einer offenen, pragmatischen Herangehensweise.
Interna/ Mitgliederservice
Ankündigung für Mitglieder: Vereins-App „easyverein“ für Verwaltung & Kommunikation
Die Vereinsverwaltung wird digitaler und effizienter: easyVerein steht ab sofort zur Verfügung. In Kürze erhalten unsere Mitglieder eine E-Mail mit einem Einladungslink und weiteren Informationen.
Über die App lassen sich künftig:
✔️ Kontaktdaten (E-Mail, Anschrift, Telefon) verwalten und aktualisieren
✔️ Kontodaten hinterlegen und anpassen
✔️ Rechnungen einsehen und den Status überprüfen
✔️ Mitgliedsbescheinigungen abrufen
Weitere Funktionen werden schrittweise vorgestellt, darunter Möglichkeiten für Kommunikation und Austausch – etwa in Videoräumen, Chatgruppen oder über direkte Nachrichten.
Aufgrund der Implementation verschiebt sich der Versand der diesjährigen Beitragsrechnungen und damit der Zahlungsfrist um ca. 2 Wochen.
Kleinere Korrekturen und Aktualisierungen
In der letzten Woche haben wir einen fehlerhaften Link zum Miniposter „Lebergesundheit und Ernährung“ versendet. Außerdem haben wir einen kleinen Rechtschreibfehler im Miniposter „Gelenkgesundheit und Ernährung“ korrigiert.
Außerdem haben wir unsere filterbaren Recherche- und Tabellentools zu Nährwertgehalten in Lebensmitteln von Hauptnährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen umfassend aktualisiert.
Veranstaltung (extern)
Online-Seminar: Die Rolle der Ernährung bei Migräne und Kopfschmerzen: Praktische Lösungsansätze für Ihre PatientInnen
Typ: Online-Seminar
Datum: 22.03.2025
Veranstaltet von: DiaEATa-Akademie
Referierende: Dr. Ulrike Eigner
Kosten/ Rabatt für Mitglieder: 10 % Rabatt auf 220 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:
Chronische Kopfschmerzen und Migräne zählen zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Rund 54 Millionen Menschen sind davon betroffen, besonders häufig Frauen. Sie leiden mindestens drei Mal so oft unter Migräne als Männer. Nicht nur für die Betroffenen – darunter auch schon zahlreiche Kinder und Jugendliche – entsteht großes Leid, das ihren familiären, schulischen und beruflichen Alltag belastet. Auch für die Gesellschaft und die Wirtschaft entstehen hohe Kosten, insbesondere aufgrund von Arbeitsunfähigkeit und durch medizinische Ausgaben.
In diesem Seminar erfahren Sie, welche Formen von Kopfschmerzen auftreten können, wie sich die mehreren Hundert Arten von Kopfschmerzen einteilen lassen und wie sich starke Kopfschmerzen von Migräne unterscheiden.
Häufig spielt der Lebensstil, Nährstoffmängel, eine unregelmäßige Ernährungsweise sowie Nahrungsmittelunverträglichkeiten als Auslöser von Kopfschmerzen und Migräne eine bedeutende Rolle. Im Seminar erarbeiten wir, wo wir mit unserer ernährungswissenschaftlichen Expertise ansetzen und Patient:innen anleiten können, ihre Migräne oder Kopfschmerzen zu lindern oder ganz zu heilen.
In einem Impulsvortrag, der Erarbeitung von Fallbeispielen in kleinen Gruppen sowie deren Besprechung im Plenum erhalten Sie das Rüstzeug für Ihre ernährungstherapeutische Beratung von Kopfschmerzpatienten und Migränikern.
Inhalte:
- Verschiedene Formen von Kopfschmerzen und ihre Klassifikation
- Die Entstehung von Kopfschmerzen und Migräne
- Aus der Praxis für die Praxis: Ernährungs- und Lebensmittelbezogene Ursachen von Kopfschmerzen, wichtige Aspekte in der Anamnese, Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung und dem Mahlzeitenrhythmus, Spezialfall , Bauch-Migräne
- Erarbeiten von Fallbeispielen und Besprechung.
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