FETeV Newsletter 2025-37

20.10.2025

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Der Newsletter erscheint bis auf wenige Ausnahmen wöchentlich.


Stellungnahme: Gesundheitliche Bewertung von Süßungsmitteln in Erfrischungsgetränken bleibt (vorerst) unverändert

Süßungsmittel stehen immer wieder in der Kritik. Die Bewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zeigt aktuell, dass ihre Verwendung in Erfrischungsgetränken nach dem heutigen Stand kein gesundheitliches Risiko darstellt. Grundlage sind neue Daten aus großen Ernährungsstudien (BfR-MEAL-Studie) und Verzehrsdaten (KiESEL, EsKiMo II), die den tatsächlichen Konsum und die Gehalte an Süßungsmitteln in gängigen Getränken erfasst haben. Auch bei Kindern und Jugendlichen lagen die Aufnahmemengen unterhalb der als sicher geltenden Werte.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • keine Überschreitung der empfohlenen Aufnahmemengen bei üblichem Konsum
  • höchste Belastung durch Cyclamat, aber weiterhin im unbedenklichen Bereich
  • Risiken nur bei übermäßigem Konsum oder zusätzlicher Aufnahme aus anderen Lebensmitteln möglich
  • mehrere Süßungsmittel werden oft gemeinsam eingesetzt, mögliche Wechselwirkungen noch unzureichend erforscht
  • keine Notwendigkeit für eine Neubewertung durch das BfR

Auch wenn die Bewertung insgesamt Entwarnung gibt, bleiben einige Unsicherheiten bestehen. Noch nicht abschließend geklärt ist, wie sich der regelmäßige, langjährige Konsum von Süßungsmitteln auf Stoffwechsel, Mikrobiom oder Appetitregulation auswirkt. Auch die gleichzeitige Verwendung mehrerer Süßstoffe wirft Fragen auf, da mögliche Wechselwirkungen bisher kaum untersucht sind. Zudem fehlen Langzeitdaten zu empfindlichen Gruppen wie Kindern, Schwangeren oder Menschen mit bestimmten Erkrankungen.

Nach wie vor bestehende Unsicherheiten:

  • wenig Forschung zu langfristigen Effekten und Kombinationswirkungen
  • unklare Einflüsse auf Darmflora und Glukosestoffwechsel
  • mögliche Appetitveränderungen durch den süßen Geschmack
  • begrenzte Datenlage zu besonderen Risikogruppen
  • offene Fragen zur Zersetzung einzelner Süßstoffe bei Hitze (ab 120 Grad Celsius) oder Verarbeitung

Die Bewertung zeigt: Süßungsmittel in Erfrischungsgetränken bergen nach aktuellem Stand kein gesundheitliches Risiko. Dennoch bleibt Forschung zu Langzeit- und Kombinationseffekten notwendig, um die Einschätzung künftig zu präzisieren.


Fachbuch: Ernährungstherapie bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Die Ernährungstherapie hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Bei Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten steht heute nicht mehr die pauschale Diät im Mittelpunkt, sondern ein individueller, an die Lebensumstände angepasster Ansatz. Grundlage bleibt stets eine klare medizinische Diagnose. Nur wenn Einschränkungen wirklich notwendig sind, werden sie umgesetzt. Das geschieht stets in enger Abstimmung zwischen Allergologen und erfahrenen Ernährungsfachkräften.

Das Buch „Ernährungstherapie bei Nahrungsmittelallergien und anderen Unverträglichkeiten“ von Imke Reese und Christiane Schäfer bietet einen umfassenden Überblick über die aktuelle Forschung und Praxis. Es behandelt unter anderem IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien, Kreuzallergien, nicht-IgE-vermittelte Reaktionen, Histamin-, Salicylat- und ASS-Unverträglichkeiten, Kohlenhydratmalassimilationen sowie Weizen-/Glutensensitivität und FODMAP-assoziierte Beschwerden. Nicht im Fokus stehen hingegen Zöliakie oder klassische Intoleranzen wie Laktoseintoleranz, da sie in anderen Standardwerken ausführlicher dargestellt werden.

Besonders wertvoll sind die praxisnahen Kapitel zu Diagnostik, Ernährungsanamnese, Provokationstests und zum Alltagsmanagement von Allergien von Säuglingen bis zu Erwachsenen. Neue Schwerpunkte wie Mikrobiom, klimagerechte Ernährung und vegane Kostformen aus allergologischer Sicht zeigen die Bandbreite moderner Ernährungstherapie.

Produktdetails

  • Titel: Ernährungstherapie bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Geschrieben von: Imke Reese, Christiane Schäfer
  • Verlag: Dustri-Verlag, 1. Februar 2025 (2., überarbeitete und ergänzte Auflage)
  • ISBN: 978-3-87185-604-4
  • Aktueller Preis: 69,00 € (Hardcover)

Best Practices: Welche Ernährung hilft bei Augenerkrankungen am besten?

Viele Augenerkrankungen lassen sich nicht heilen, aber ihr Verlauf kann beeinflusst werden. Studien zeigen, dass eine ausgewogene, pflanzenbetonte Ernährung Entzündungen hemmt, Gefäße schützt und die Zellen der Netzhaut stabilisiert. Besonders die mediterrane Kost gilt als bewährtes Muster, um oxidativen Stress zu mindern und das Fortschreiten von Erkrankungen wie Makuladegeneration oder diabetischer Retinopathie zu verlangsamen.

Zink, Selen, Vitamin C und E sowie mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind zentrale Bausteine der Augengesundheit. Sie schützen vor Zellschäden, fördern die Durchblutung und stabilisieren die Sehfunktion. Auch Curcumin, der gelbe Pflanzenstoff aus Kurkuma, wird zunehmend erforscht. Dieser wirkt antioxidativ und entzündungshemmend.

Praktische Ernährungstipps für die Augen

  • Mediterran essen: Antioxidative Wirkung durch reichlich Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Fisch und Olivenöl; schützt Gefäße und Netzhaut.
  • Zinkreich genießen: Zink senkt das AMD-Risiko, da es oxidativen Stress im Pigmentepithel reduziert; steckt in Nüssen, Linsen, Hafer, Eiern und Meeresfrüchten.
  • Zucker reduzieren: Hoher Zuckerkonsum fördert Gefäßschäden und Entzündungen; zuckerhaltige Getränke, Süßigkeiten und Weißmehlprodukte meiden.
  • Curcuma einbauen: Curcumin wirkt antioxidativ und antientzündlich; täglich kleine Mengen als Gewürz in Suppen, Reisgerichten, Smoothies oder goldener Milch.
  • Gesunde Fette bevorzugen: Omega-3-Fettsäuren verbessern die Durchblutung der Netzhaut und hemmen Entzündungen; enthalten in Leinöl, Rapsöl, Walnüssen und fettem Fisch.
  • Bunt essen: Lutein und Zeaxanthin schützen die Makula vor Lichtschäden; enthalten in Spinat, Grünkohl, Mais, Eigelb und orangefarbenem Gemüse.
  • Nahrungsergänzung gezielt einsetzen: Sinnvoll bei erhöhtem Risiko, z. B. mit AREDS-Formulierung (Vitamin C, E, Zink, Kupfer, Lutein, Zeaxanthin); kein Ersatz für frische Kost.
  • Ausreichend trinken: Gute Flüssigkeitszufuhr unterstützt Tränenfilm und Nährstofftransport; 1,5–2 Liter Wasser oder ungesüßter Kräutertee täglich.

Plattform FETeV: Neue Veröffentlichungen und Aktualisierungen

Wir weisen auf folgende Veröffentlichungen/ Aktualisierungen hin.

Essen gegen chronische Müdigkeit: Was kann die Ernährung gegen chronische Schmerzen beitragen? 15 Ernährungsoptionen zur Linderung chronischer Erschöpfung.

Therapie-Update Migräne: Neue und aktuelle Therapieoptionen laut überarbeiteter Leitlinie 2025.

Handouts zu Mineralstoffen verfügbar: Steckbriefe u.a. mit therapeutischer Relevanz, Statusbestimmung und Hinweisen zur Nahrungsergänzung.

Schauen Sie auch regelmäßig bei unserer Website-Chronik vorbei.


Hybrid-Seminar(e): Das Konzept des Clinical Reasoning verstehen und in den G-NCP einbinden

Veranstaltungstyp: Hybrid-Veranstaltung
Datum: 06.–07.11.2025 (Teil 1, online) und 09.-10.12.2025 (Teil II, Präsenz)
Veranstaltet von: Pohl Seminare / Diät-Ethik-Seminare
Referierende: Michaela Pohl
Kosten / Rabatt für Mitglieder: 10 % Rabatt auf je 290 EUR (pro Teil)
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:

Teil I befasst sich überwiegend mit den möglichen Denkprozessen im Clinical Reasoning, die Ihnen während des therapeutischen Gesprächs durch den Kopf schießen. Diese gilt es zu sortieren und abzuwägen, um am Ende eine Ernährungsdiagnose, wie sie im G-NCP angedacht ist, stellen zu können. Der Betroffene mit seinen Wünschen, Bedürfnissen, Fortschritten und Unzulänglichkeiten ist Teil des Konzepts und macht das Clinical Reasoning zu einem flexiblen Konzept für Ihren Beratungsalltag und ist somit ein wichtiger Teil des G-NCP.

Teil II bezieht sich mehr auf die Formen des Clinical Reasoning, die die Denkprozesse auf unterschiedliche Weise beeinflussen können. Neben der Besprechung der Formen wird das Seminar durch Fallbeispiele, Übungen und persönliche Erfahrungen der Teilnehmenden ergänzt.

Grundlagen zum G-NCP sind von Vorteil, aber keine Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar. Gerne können Sie eigene Fallbeispiele einbringen, die ggf. im Seminarverlauf bearbeitet werden. Weiterhin ist Zeit für einen kollegialen Austausch eingeplant.