Erhöhte Werte von Triglyzeriden im Blut lassen sich durch gezielte Ernährung deutlich senken – oft ganz ohne Medikamente. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche konkreten Ziele die Ernährungstherapie bei Hypertriglyzeridämie verfolgt, wie sich die Blutfettwerte nachhaltig beeinflussen lassen und welche Strategien langfristig wirklich wirken. Dabei geht es nicht nur um Verzicht, sondern um wirksame, alltagsnahe Veränderungen, die Ihre Gesundheit messbar verbessern können.
7 Minuten Lesezeit (+ 6 Minuten für weiterführende Details)
Inhaltsverzeichnis
Was kann die Ernährungstherapie bewirken?
Mit einer gezielten Ernährungstherapie lassen sich erhöhte Triglyzeridwerte effektiv senken, Folgeerkrankungen wie akute Pankreatitis und Herz-Kreislauf-Leiden vorbeugen und die Lebensqualität verbessern. Die Ernährungsziele umfassen vor allem die Reduktion schnell resorbierbarer Zucker, die Optimierung der Fettqualität, Alkoholverzicht und Gewichtsregulation.
Auf einen Blick
- Triglyzeride durch Ernährungsumstellung senken: Ein gezieltes Anpassen der Essgewohnheiten kann die Triglyzeridwerte oft um 20 bis 50 % senken.
- Vorbeugen von Folgeschäden: Durch das Normalisieren der Blutfette lassen sich Gefäßverkalkungen und das Pankreatitis-Risiko erheblich verringern.
- Stabilisieren des Stoffwechsels: Die Insulinempfindlichkeit sowie Blutzucker- und Blutdruckkontrolle werden günstig beeinflusst.
- Gewichtsreduktion und bessere Lebensqualität: Das Verringern des Übergewichts verbessert die Fettstoffwechsellage und unterstützt das Wohlbefinden.
- Langfristiges Mitwirken (Adhärenz): Nachhaltig erlernte Ernährungsgewohnheiten sind entscheidend für den langfristigen Therapieerfolg.
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Was die Erfahrungen zeigen
Triglyzeride durch Ernährungsumstellung senken
Das zentrale Ziel der Ernährungstherapie ist es, die Triglyzeridwerte effektiv zu senken. Am wirksamsten gelingt dies durch eine konsequente Reduktion von schnell resorbierbaren Kohlenhydraten wie Zucker, Süßgetränken und Fruchtsäften, da diese die hepatische Triglyzeridsynthese direkt ankurbeln. Auch Alkohol sollte strikt gemieden werden, da er die Triglyzeridproduktion zusätzlich verstärkt. Dazu kommt der Fokus auf eine abwechslungsreiche, ballaststoffreiche Ernährung mit komplexen Kohlenhydraten, hochwertigen pflanzlichen Fetten und ausreichendem Eiweiß.
Folgeschäden vorbeugen
Erhöhte Triglyzeridwerte steigern das Risiko für arteriosklerotische Gefäßveränderungen und führen in Extremfällen zur akuten Pankreatitis, die lebensbedrohlich sein kann. Durch Ernährungsmaßnahmen, die Triglyzeride senken, können diese Risiken stark reduziert werden. Die positive Beeinflussung weiterer kardiovaskulärer Risikofaktoren (z. B. Bluthochdruck, Insulinresistenz) trägt ebenfalls zur Prävention schwerwiegender Folgeerkrankungen bei.
Stoffwechsel stabilisieren
Neben den Blutfetten verbessern sich durch eine entsprechende Ernährung oft auch der Blutzucker und die Insulinempfindlichkeit. Der Verzicht auf kurzkettige Zucker sowie Fruktose stabilisiert den Glukosestoffwechsel, während mehr Ballaststoffe zu langsameren Blutzuckeranstiegen und zu einem verbesserten Stoffwechsel insgesamt führen. Die allgemeine Kontrolle über das metabolische Syndrom wird dadurch ebenfalls gestärkt.
Gewicht reduzieren und Lebensqualität verbessern
Übergewicht und insbesondere viszerale Fettansammlungen verschlechtern die Triglyzeridwerte meist erheblich. Ziel ist es daher, eine moderate, nachhaltige Gewichtsabnahme zu fördern, was sich schnell günstig auf den Triglyzeridspiegel und andere Risikofaktoren auswirkt. Die Lebensqualität steigt durch eine verbesserte Stoffwechseleinstellung, mehr Energie und weniger Folgeerscheinungen.
Auch langfristig aktiv mitwirken
Die Umsetzung der Ernährungstherapie bei Hypertriglyzeridämien verlangt eine dauerhafte Änderung von Essgewohnheiten und Lebensstil. Individuelle Anleitung, Motivation und persönliche Anpassung sind dabei entscheidend, um Rückfälle und langfristige Misserfolge zu verhindern. Regelmäßige Erfolgskontrollen und Beratungsgespräche helfen, die Zielsetzung beizubehalten und die Lebensqualität nachhaltig zu fördern.
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Die 5 wichtigsten Nährstoffanpassungen
Die diätetischen Prinzipien bei Hypertriglyzeridämien zielen vorrangig darauf ab, mit gezielten Ernährungsanpassungen die Triglyzeridwerte im Blut wirksam zu senken und akute wie langfristige Folgeerkrankungen zu vermeiden. Der Schwerpunkt liegt auf der Reduktion schnell verfügbarer Kohlenhydrate, Alkoholverzicht, Fettmodifikation und einer energiebewussten Lebensmittelauswahl.
Auf einen Blick
- Schnell resorbierbare Kohlenhydrate und Fruktose deutlich reduzieren: Zucker, Süßgetränke, Fruchtsäfte und Lebensmittel mit Fruktose steigern die Triglyzeridproduktion besonders stark und sollten gemieden werden.
- Alkoholverzicht: Alkohol fördert die Bildung von Triglyzeriden und erhöht das Risiko für Folgeerkrankungen, daher ist ein Verzicht entscheidend.
- Fettqualität optimieren: Gesättigte Fette und Transfette im Übermaß wirken sich negativ auf den Fettstoffwechsel aus. Abhilfe schaffen ungesättigte Fettsäuren aus pflanzlichen Quellen oder Fisch.
- Ballaststoffreiche Lebensmittel bevorzugen: Vollkorn, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst helfen, Blutzucker- und Insulinspitzen zu vermeiden und die Triglyzeridwerte zu verbessern.
- Energiezufuhr dem Bedarf anpassen: Übergewicht vermeiden beziehungsweise reduzieren hilft dabei, den Fettstoffwechsel nachhaltig zu verbessern.
Was die Wissenschaft dazu sagt
Schnell resorbiere Kohlenhydrate und Fruktose reduzieren
Kohlenhydrate, insbesondere leicht resorbierbare Zuckerarten wie Fruktose, spielen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und dem Management von Hypertriglyzeridämien. Ein übermäßiger Verzehr von schnell verdaulichen Kohlenhydraten und Zucker – dazu gehören Glucose, Fruktose, Haushaltszucker (Saccharose), Fruchtsäfte und gesüßte Getränke – führt zu einer verstärkten Neubildung von Fettsäuren (De-novo-Lipogenese) in der Leber. Diese Fettsäuren werden in Triglyzeride umgewandelt und erhöhen die Konzentration der Triglyzeride im Blut erheblich [San 2015].
Fruktose ist dabei besonders problematisch: Sie wird fast ausschließlich in der Leber abgebaut und fördert dort schnell die Triglyzeridsynthese und die vermehrte Ausschüttung triglyceridreicher Lipoproteine (VLDL). Ein hoher Verzehr von Lebensmitteln mit hohem Fruktoseanteil – beispielsweise Obst in sehr großen Mengen, Fruchtsäfte, gesüßte Erfrischungsgetränke und Produkte mit Fruktose- oder Maissirup – begünstigt folglich eine hohe Triglyzeride. In Kombination mit Überernährung oder regelmäßigem Alkoholkonsum verstärkt sich dieser Effekt [Dek 2010].
Auf Alkohol verzichten
Alkohol beeinflusst den Fettstoffwechsel massiv: Er wird bevorzugt verstoffwechselt und direkt in der Leber zu Fettsäuren (und so zu Triglyzeriden) umgebaut. Auch geringe Mengen Alkohol können deren Konzentration deutlich steigern und Folgerisiken wie Pankreatitis und Gefäßerkrankungen forcieren [Soz 2008]. Ein kompletter Alkoholverzicht ist darum zentraler Bestandteil aller diätetischen Empfehlungen.
Fettqualität optimieren
Eine fettbewusste Ernährung bedeutet, vor allem gesättigte Fette (z. B. aus Wurst, fettem Fleisch, fettreichen Milchprodukten und Fertigprodukten) einzuschränken. Stattdessen sollten bevorzugt einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen, Nüssen und Fisch den Speiseplan bereichern [Liu 2017]. Sie fördern ein günstiges Lipidprofil, ohne die Triglyzeride anzuheben [Abe 2014]. Omega-3-Fettsäuren in hohen Dosierungen (z. B. als Pharmapräparat, in Absprache mit Ärzt:innen) können bei ausgeprägter Hypertriglyceridämie therapeutisch sinnvoll sein [Sku 2019].
Ballaststoffreiche Lebensmittel bevorzugen
Ballaststoffe aus Vollkorn, Hülsenfrüchten, Gemüse und Obst verlangsamen die Aufnahme von Zucker aus dem Darm und vermindern starke Schwankungen im Blutzucker. Dadurch wird die Insulinfreisetzung gebremst und die Bildung der Triglyzeride in der Leber bleibt niedrig [Bre 2005]. Ballaststoffe tragen zudem zur länger anhaltenden Sättigung und zu einem guten Gewichtsmanagement bei [Cla 2013].
Energiezufuhr dem Bedarf anpassen
Überversorgung mit Kalorien, besonders bei Übergewicht und viszeraler Fettvermehrung (also am Bauch), verschlechtert die Triglyzeridlage massiv. Ein moderates Kaloriendefizit hilft, überschüssiges Körperfett abzubauen. Damit bessern sich die Werte und gleichzeitig sinkt das Risiko für Folgeerkrankungen. Die Auswahl energiearmer, aber nährstoffreicher Lebensmittel fördert eine nachhaltige Gewichtsabnahme, ohne Mangelerscheinungen zu riskieren.
Welche Kost diese Nährstoffe liefert
Bei zu hohen Triglyzeriden sind diejenigen Kostformen geeignet, die auf die genannten Anpassungen von Nährstoffen setzen. Hierzu zählen vor allem kohlenhydrat- und fettmodifizierte Kostformen.
Auf einen Blick
- Kohlenhydratmodifizierte Kost: Reduzierte Aufnahme schnell verdaulicher Kohlenhydrate und Fructose senkt die Triglyzeridproduktion in der Leber.
- Pflanzenbasierte Kost: Vollkorn, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst fördern Sättigung, verbessern den Stoffwechsel und dämpfen Blutzuckerspitzen.
- Fettmodifizierte Kost: Begrenzung gesättigter Fette und Transfette; bevorzugt werden ungesättigte Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen und Fisch.
- Mittelmeerkost: Die traditionelle mediterrane Ernährung kombiniert viele dieser Prinzipien und ist nachweislich effektiv zur Triglyzeridsenkung und Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Was die Wissenschaft dazu sagt
Kohlenhydratmodifizierte Kost
Eine Ernährung mit reduziertem Anteil an leicht resorbierbaren Kohlenhydraten (z. B. Zucker, Fructose, Weißmehlprodukte, süße Getränke) ist zentral. Diese Nährstoffe fördern die Bildung von Triglyzeriden in der Leber, da sie nach rascher Aufnahme zu einem Überschuss an Energie führen, der in Fett umgewandelt wird. Die bewusste Einschränkung dieser Kohlenhydrat- bzw. Zuckerarten verhindert die Überproduktion von VLDL-Triglyzeriden und beugt sowohl metabolischen als auch vaskulären Problemen vor [Mue 2001].
Pflanzenbasierte Kost
Ballaststoffreiche Kostformen – wie sie in einer vollwertigen, pflanzenbetonten Ernährung gegeben sind – unterstützen die Senkung erhöhter Triglyzeridwerte, indem sie den Energiegehalt der Nahrung senken und Blutzucker- sowie Insulinspitzen abmildern [Sch 2011]. Ballaststoffe verbessern die Sättigung, fördern das Gewichtsmanagement und modulieren indirekt den Fettstoffwechsel günstig.
Fettmodifizierte Kost
Eine gezielte Auswahl hochwertiger Fette ist wichtig. Die Reduktion gesättigter Fette und Transfette (Wurst, fette Fleischsorten, Backwaren, Fertigprodukte) senkt nicht nur das kardiovaskuläre Risiko, sondern verhindert auch, dass die Triglyzeride weiter ansteigen [Wel 2020]. Pflanzliche Öle (z. B. Raps-, Lein-, Olivenöl) und Fisch mit hohem Omega-3-Gehalt fördern einen gesunden Fettstoffwechsel, ohne die Triglyzeridwerte negativ zu beeinflussen.
Mediterrane Kost
Die Mediterrane Ernährung ist reich an Gemüse, Hülsenfrüchten, Olivenöl, Fisch und wenig Fleisch oder Süßwaren. Studien zeigen, dass sie Triglyzeride senkt, antioxidativ wirkt und Entzündungsprozesse reduziert. Dank der Kombination verschiedener diätetischer Prinzipien eignet sie sich bei erhöhten Triglyzeriden als alltagspraktische und genussvolle Kostform [Kro 2013].
Welche Lebensmittel(-gruppen) sind besonders geeignet?
Die richtige Lebensmittelauswahl setzt auf Lebensmittel, die den Anstieg der Blutfette bremsen, Insulinspitzen vermeiden und die Gewichtsregulation unterstützen. Entscheidend ist, zuckerreiche, stark verarbeitete und fettreiche Produkte zu meiden und ballaststoffreiche, pflanzenbetonte Kost zu bevorzugen.
Auf einen Blick
- Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Gemüse: Sie liefern ballaststoffreiche, langsam verdauliche Kohlenhydrate und helfen, Triglyzeride zu senken.
- Frisches Obst in kleinen Mengen: Obst liefert Vitamine und Ballaststoffe, aber hier ist besondere Zurückhaltung bei Fruchtsäften und sehr süßem Obst geboten.
- Mageres Eiweiß (Fisch, Geflügel, Soja, fettarme Milch): Fördert die Sättigung, schützt die Muskelmasse (bei Gewichtsabnahme) und beeinflusst die Blutfette positiv.
- Ungesättigte pflanzliche Öle (z. B. Raps-, Olivenöl): Senken das kardiovaskuläre Gesamtrisiko, ohne die Triglyzeride zu erhöhen.
- Zucker- und alkoholfreie Getränke: Tragen dazu bei, zusätzliche Anstiege der Fettwerte effektiv zu vermeiden.
On-Klick: Geeignete Lebensmittel bei hohen Triglyzeridwerten
Was die Wissenschaft dazu sagt
Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Gemüse
Diese Lebensmittelgruppen stehen im Zentrum der Ernährung bei Hypertriglyzeridämie. Sie sind arm an schnell resorbierbarem Zucker, liefern langkettige, ballaststoffreiche Kohlenhydrate und sorgen für langsamere Blutzuckeranstiege. So wird die Insulinausschüttung moderat gehalten und die Leber produziert weniger Triglyzeride. Ballaststoffe aus Vollkorn, Gemüse und insbesondere Hülsenfrüchten unterstützen zusätzlich das Gewichtsmanagement und wirken positiv auf den Fettstoffwechsel [And 2000].
Frisches Obst in kleinen Mengen
Obst ist grundsätzlich gesund, doch bei hohen Fettwerten spielt die Einschränkung bestimmter Sorten und Zubereitungen eine Rolle. Sehr süße Sorten (z. B. Trauben, Bananen, Trockenfrüchte) sowie Fruchtsäfte enthalten viel Fruktose, die in der Leber besonders leicht in Triglyzeride umgewandelt wird. Empfehlenswert sind kleine Portionen frisches Obst mit höherem Ballaststoffanteil (z. B. Beeren, Äpfel), während Säfte und Trockenfrüchte eher zu meiden sind [Ala 2022].
Fisch, Geflügel, Soja, fettarme Milch
Proteinreiche, magere Lebensmittel liefern wichtige Nährstoffe ohne große Mengen ungünstiger Fette oder zusätzlicher Kohlenhydrate. Mageres Fleisch, Fisch und Geflügel sowie pflanzliche Eiweißquellen wie Soja oder fettarme Milchprodukte fördern die Sättigung, erhalten die Muskulatur beim Abnehmen und geben dem Körper hochwertige Baustoffe. Eiweiß erhöht die Triglyzeride nicht und hilft somit, das Lipidprofil zu verbessern [Mag 2020].
Pflanzliche Öle
Öle wie Raps-, Walnuss- oder Olivenöl enthalten reichlich einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Diese verbessern das Herz-Kreislauf-Risiko, ohne die Triglyzeride zu erhöhen. Ungünstige Fette (z. B. Butter, Sahne, Margarine mit Transfetten) und frittierte Speisen sollten deutlich eingeschränkt werden [Liu 2017].
Zucker- und alkoholfreie Getränke
Gesüßte Limonaden, Fruchtsäfte, Energy-Drinks und vor allem alkoholische Getränke sind besonders schnell resorbierbare Energiequellen, die die Triglyzeridsynthese ankurbeln [Sut 2001]. Sie sollten konsequent gestrichen werden. Empfohlen werden Wasser, ungesüßter Tee oder Kaffee und gelegentlich Light-Getränke ohne Zuckerzusatz.
Weitere Lebensstilmodifikationen
Zusätzlich zur Ernährung können gezielte Veränderungen des Lebensstils die Triglyzeridwerte senken und das Risiko für Folgeerkrankungen verringern. Besonders wirksam sind ausreichend Bewegung, Gewichtsnormalisierung, Rauchstopp, bewusster Umgang mit Medikamenten und Stressmanagement.
Auf einen Blick
- Stressmanagement und guter Schlaf: Stress und Schlafmangel können den Stoffwechsel stören und die Fettwerte erhöhen.
- Regelmäßige körperliche Aktivität: Sport und Alltagsbewegung senken die Triglyzeride und verbessern die Stoffwechsellage nachhaltig.
- Gewichtsabnahme: Schon moderate Gewichtsverluste führen oft zu deutlichen Verbesserungen der Fettwerte.
- Verzicht auf Rauchen: Rauchen verschlechtert den Fettstoffwechsel und die Gefäßgesundheit und sollte konsequent aufgegeben werden.
- Absetzen/ Ersetzen triglyzeridsteigernder Medikamente: Manche Arzneimittel erhöhen die Triglyzeride; eine ärztliche Überprüfung der Medikation ist ratsam.
Wichtige Lebensstilmaßnahmen bei erhöhten Triglyzeriden
Was die Wissenschaft dazu sagt
Regelmäßige körperliche Aktivität
Mehr Bewegung, ob durch Ausdauersportarten wie Walken, Schwimmen, Radfahren oder durch Alltagsaktivitäten, senkt nachweislich Triglyzeride und verbessert die Insulinsensitivität [Zha 2007]. Die Empfehlungen liegen bei mindestens 150 Minuten moderater Bewegung pro Woche [Pat 1995]. Sport steigert zudem die HDL-Cholesterinwerte und unterstützt das Gewichtsmanagement, was sich zusätzlich günstig auf die Blutfette auswirkt.
Gewichtsabnahme
Übergewicht, vor allem im Bauchraum, verschlechtert die Fettstoffwechseleinstellung oft erheblich. Schon 5–10 % weniger Körpergewicht können zu einer relevanten Senkung der Triglyzeride führen [Lee 2018]. Dabei helfen sowohl eine reduzierte Energiezufuhr als auch gesteigerte körperliche Aktivität. Die Kombination nachhaltiger Maßnahmen erhöht die Erfolgschancen und fördert die Herzgesundheit.
Verzicht auf Rauchen
Rauchen erhöht oxidative Belastung und Entzündungsprozesse im Körper, was die Gefäße schädigt und den Fettstoffwechsel beeinträchtigt. Ein Rauchstopp senkt das Gesamt- und das Herz-Kreislauf-Risiko sowie – häufig innerhalb weniger Monate – auch die Triglyzeridwerte [Xu 2013]. Die positive Wirkung auf die Gesundheit ist umfassend und dauerhaft.
Absetzen/ Ersetzen triglyzeridsteigernder Medikamente
Bestimmte Medikamente – darunter einige Betablocker, Diuretika, Kortikosteroide und Östrogene – können die Triglyzeridwerte erhöhen [Sim 2015]. Bei dauerhaft hohen Werten sollte gemeinsam mit den behandelnden Ärzt:innen geprüft werden, ob eine Anpassung oder ein Wechsel der Medikation möglich ist, ohne die Grunderkrankung zu gefährden.
Stressmanagement und guter Schlaf
Chronischer Stress und Schlafmangel begünstigen hormonelle Veränderungen, die den Fettstoffwechsel belasten und die Triglyzeridwerte erhöhen können [Kyr 2007]. Entspannungsmethoden wie Yoga, progressive Muskelrelaxation, ausreichend Schlaf und eine gute Work-Life-Balance unterstützen eine stabile Stoffwechsellage und die Wirksamkeit aller Maßnahmen zur Triglyzeridsenkung.
🔒 Strukturierter Beratungsprozess bei hohen Triglyzeriden
Die Ernährungstherapie bei Hypertriglyzeridämie erfordert ein systematisches und individuell angepasstes Vorgehen. Im Zentrum steht ein strukturierter Prozess, der von der Erhebung relevanter Daten über die Zieldefinition bis hin zur Intervention und Evaluation reicht.
Mitglieder haben hier Zugriff auf:
✓ Assessment bei hohen LDL-Cholesterinwerten
✓ formulierte PES-Diagnosen
✓ mögliche Ernährungsziele
✓ konkrete Interventionen und
✓ Monitoringaspekte der Beratung
Kernaussagen, 🔓 Beratungsmaterialien, Glossar und Literatur
10 wichtige Kernaussagen
10 zentrale Punkte zur Triglyzeridsenkung durch Lebensstil und Ernährung:
- Ernährung als Hauptansatz: Durch gezielte Ernährung lassen sich Triglyzeride häufig um 20–50 % senken – oft ohne Medikamente.
- Zucker drastisch reduzieren: Süßwaren, Limonaden, Fruchtsäfte und Fruktose treiben die Triglyzeridproduktion in der Leber stark an.
- Alkohol konsequent meiden: Bereits geringe Mengen Alkohol erhöhen die Triglyzeride massiv – vollständiger Verzicht ist essenziell.
- Fettqualität optimieren: Statt gesättigter Fette und Transfette pflanzliche Öle, Nüsse und Fisch bevorzugen.
- Kohlenhydrate gezielt einsetzen: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Gemüse senken Insulinspitzen und reduzieren die Leberfettbildung.
- Getränke bewusst wählen: Gesüßte und alkoholische Getränke vermeiden – Wasser, ungesüßter Tee oder Kaffee sind bessere Alternativen.
- Kostformen anpassen: Mediterrane und pflanzenbetonte Ernährungsweisen sind besonders triglyzeridsenkend.
- Bewegung integrieren: Mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche senken Triglyzeride und verbessern die Insulinsensitivität.
- Gewicht reduzieren: Eine Gewichtsabnahme von 5–10 % verbessert die Triglyzeridwerte und die Stoffwechsellage deutlich.
- Ganzheitlich denken: Schlaf, Stressreduktion, Rauchstopp und Medikamentenprüfung sind entscheidende ergänzende Stellschrauben.
Glossar der Schlüsselbegriffe
Adhärenz: Die Bereitschaft und Fähigkeit eines Patienten, die vereinbarten Therapieziele und -maßnahmen langfristig einzuhalten. Im Kontext der Ernährungstherapie ist dies entscheidend für nachhaltigen Erfolg.
Arteriosklerose: Eine chronische Erkrankung der Arterien, bei der es zu Ablagerungen von Fetten, Cholesterin und anderen Substanzen (Plaques) an den Gefäßwänden kommt, was zu deren Verhärtung und Verengung führt.
Ballaststoffe: Unverdauliche Bestandteile pflanzlicher Nahrung, die eine wichtige Rolle bei der Verdauung spielen, die Blutzuckerregulation verbessern und zur Sättigung beitragen.
De-novo-Lipogenese: Die Neusynthese von Fettsäuren aus Nicht-Fett-Vorläufern, hauptsächlich Kohlenhydraten, in der Leber. Ein hoher Konsum schnell resorbierbarer Kohlenhydrate fördert diesen Prozess.
Fettmodifizierte Kost: Eine Ernährungsweise, die darauf abzielt, die Qualität und Menge der aufgenommenen Fette zu optimieren, indem z.B. gesättigte und Transfette reduziert und ungesättigte Fette bevorzugt werden.
Fruktose: Ein Einfachzucker (Fruchtzucker), der in Obst, Säften und vielen gesüßten Lebensmitteln vorkommt. Er wird in der Leber besonders effizient zu Triglyzeriden umgewandelt.
Glukosestoffwechsel: Der Prozess, bei dem der Körper Glukose (Zucker) aus der Nahrung aufnimmt, verwertet und speichert. Eine Störung kann zu Blutzuckerproblemen führen.
Hypertriglyzeridämie: Ein Zustand, bei dem die Konzentration der Triglyzeride im Blut erhöht ist. Dies ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Pankreatitis.
Insulinempfindlichkeit: Die Fähigkeit der Körperzellen, auf Insulin zu reagieren und Glukose aus dem Blut aufzunehmen. Eine verminderte Insulinempfindlichkeit (Insulinresistenz) kann zu erhöhten Blutzucker- und Triglyzeridwerten führen.
Kohlenhydratmodifizierte Kost: Eine Ernährungsweise, die die Art und Menge der aufgenommenen Kohlenhydrate anpasst, z.B. durch Reduktion schnell resorbierbarer Zucker und Erhöhung komplexer Kohlenhydrate.
Kompensationsmechanismus: Ein körperlicher Prozess, der darauf abzielt, eine Störung oder Dysbalance auszugleichen und die Homöostase (das innere Gleichgewicht) aufrechtzuerhalten.
Lipidprofil: Eine Messung der verschiedenen Fette (Lipide) im Blut, einschließlich Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyzeriden.
Metabolisches Syndrom: Eine Kombination von Risikofaktoren wie Übergewicht (insbesondere Bauchfett), Bluthochdruck, erhöhten Blutzuckerwerten und ungünstigen Blutfettwerten, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes erhöhen.
Mittelmeerkost: Eine traditionelle Ernährungsweise aus dem Mittelmeerraum, die reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Olivenöl und Fisch ist, mit moderatem Verzehr von Milchprodukten und wenig rotem Fleisch.
Omega-3-Fettsäuren: Eine Gruppe mehrfach ungesättigter Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken und sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System und die Triglyzeridwerte auswirken können. Vorkommen z.B. in fettem Fisch und bestimmten Pflanzenölen.
Pankreatitis: Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die akut oder chronisch sein kann. Sehr hohe Triglyzeridwerte sind ein bekannter Auslöser für eine akute Pankreatitis.
Pathophysiologie: Die Lehre von den gestörten physiologischen Abläufen und Funktionen des Körpers bei Krankheiten.
Saccharose: Haushaltszucker, der aus Glukose und Fruktose besteht.
Triglyzeride: Eine Art von Fettmolekülen im Blut, die eine wichtige Energiequelle darstellen. Erhöhte Werte sind ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
VLDL (Very Low-Density Lipoprotein): Eine Art von Lipoprotein, die in der Leber produziert wird und Triglyzeride von der Leber zu anderen Geweben transportiert. Hohe VLDL-Werte sind mit erhöhten Triglyzeriden assoziiert.
Viszerale Fettansammlungen: Fettansammlungen im Bauchraum, die die inneren Organe umgeben. Dieses Fett ist metabolisch aktiver und stärker mit Stoffwechselstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert als subkutanes Fett.
Literatur
Landmesser, U. et al. (Hrsg.) (2016). ESC/EAS Pocket Guidelines: Diagnostik und Therapie der Dyslipidämien. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK), übernommen und adaptiert nach: 2016 ESC/EAS Guidelines for the Management of Dyslipidaemias (European Heart Journal, 2016; doi:10.1093/eurheartj/ehw272). www.dgk.org
Barter, P. & Genest J. (2019). HDL cholesterol and ASCVD risk stratification: A debate. Atherosclerosis, 283, 7–12. doi:10.1016/j.atherosclerosis.2019.01.001
Auerbach, R., Richter, W. O. & Schwenk, M. (Hrsg.) (2021). Ernährungstherapie: Grundlagen und Praxis für Klinik und Beratung. 2. Auflage, UTB.
Therapie von Fettstoffwechselstörungen – Deutsches Ärzteblatt, Parhofer, K. G. (2016). Therapie von Fettstoffwechselstörungen. Deutsches Ärzteblatt. Verfügbar unter: https://www.aerzteblatt.de/archiv/therapie-von-fettstoffwechselstoerungen-cded0348-aec5-4965-9969-3d6e16933401
Richter, W. O. (2004). Taschenbuch der Fettstoffwechselstörungen: Praktische Diagnostik und Therapie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.
Hauner, H. et al. (2019). Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP). Aktuelle Ernährungsmedizin, 44, 384–419.
DGE, ÖGE, SGE (Deutsche, Österreichische und Schweizerische Gesellschaft für Ernährung) (2015). Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr (2. Aufl., 6. aktual. Ausgabe). Neuer Umschau Verlag.
Weitere Informationen zum Thema
Die Inhalte dieses Artikels dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Bei Fragen zur eigenen Erkrankung oder Medikation empfehlen wir das Gespräch mit einer Fachkraft.