Inhaltstyp: Kurzprofil Unsere Kurzprofile beinhalten übersichtliche Steckbriefe, Checklisten oder auch Kurzportraits zu Ernährungsberatungs- und -Ernährungstherapie-relevanten Aspekten.
Das Krankheitsbild in der Schnellübersicht stellt dar: Definition, Ursachen und Risikofaktoren, Formen/ Stadien, Entstehung und Symptome, Folgen, Diagnostik sowie Therapiesäulen von Gallensteinen (Cholelithiasis). Die Übersicht kann von Mitgliedern als (PDF-)Handout gedruckt werden.
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Definition und Verbreitung
- Definition: Die Cholelithiasis bezeichnet das Vorhandensein von Gallensteinen in der Gallenblase oder in den Gallengängen.
- Verbreitung: Gallensteine sind häufig; viele Betroffene bleiben beschwerdefrei.
- Deutschland: Etwa 15 bis 20 Prozent tragen Gallensteine, und etwa 75 bis 80 Prozent haben keine Beschwerden.
Ursachen und Risikofaktoren
- Erkrankungen (hoch): Adipositas und das metabolische Syndrom, Diabetes mellitus, Morbus Crohn und Kurzdarmsyndrom, Leberzirrhose, hämolytische Erkrankungen.
- Lebensstil (hoch): Bewegungsmangel, eine westliche Ernährungsweise mit hohem Anteil an Zucker und raffinierten Kohlenhydraten sowie Übergewicht und ein rascher Gewichtsverlust.
- Genetik/ Medikamente: Familiäre Veranlagung sowie Genvarianten wie ABCB4-Defizienz und ABCG5 und ABCG8; Östrogene und Fibrate können das Risiko erhöhen.
Formen
- Cholezystolithiasis: Steine in der Gallenblase; häufigste Form.
- Choledocholithiasis: Steine im Gallengang; oft mit höherem Risiko für Komplikationen.
- Cholesterinsteine und Pigmentsteine: Meist Cholesterinsteine; seltener Pigmentsteine, zum Beispiel bei Hämolyse oder Leberzirrhose.
Entstehung
- Übersättigung: Die Galle wird steinbildend, wenn zu viel Cholesterin vorhanden ist oder zu wenige Gallensäuren und Phospholipide zur Lösung vorhanden sind.
- Kristallisation: Aus einer übersättigten Galle können Kristalle ausfallen. Muzin aus der Gallenblase kann das Verklumpen fördern.
- Stase: Eine träge oder unvollständige Entleerung der Gallenblase begünstigt, dass Kristalle zu Grieß und anschließend zu Steinen wachsen.
- Komplikation: Steine können den Abfluss behindern und dadurch Entzündungen oder eine Pankreatitis auslösen.
Symptome
- Körperlich: Krampfartige Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche, Fieber und Schüttelfrost, Gelbsucht.
- Psychisch: Angst und Verwirrung können bei schweren Verläufen auftreten.
- Ernährungsbezogen: Unverträglichkeit gegenüber sehr fettreichen Speisen, Völlegefühl und Blähungen.
- Leistungsbezogen: Schwäche und Leistungsabfall, vor allem bei Komplikationen.
Folgen und Komplikationen
- Komplikationen: Akute Gallenblasenentzündung (akute Cholezystitis), Gallengangsentzündung (Cholangitis), Gallengangssteine (Choledocholithiasis) und gallensteinbedingte Bauchspeicheldrüsenentzündung (biliäre Pankreatitis).
- Folgeerkrankungen: Porzellangallenblase und ein erhöhtes Risiko für ein Gallenblasenkarzinom bei sehr großen Steinen oder Porzellangallenblase.
- Häufige Begleiterkrankungen: Adipositas und das metabolische Syndrom, Diabetes mellitus, Morbus Crohn und Leberzirrhose.
Diagnostik
- Anamnese: Typische Gallenkolik, Auslöser nach fettreichen Mahlzeiten, Risikofaktoren wie Übergewicht oder rascher Gewichtsverlust.
- Labor: Bilirubin, Gamma-GT und alkalische Phosphatase bei Cholestase; CRP und Leukozyten bei Entzündung; Lipase bei Verdacht auf biliäre Pankreatitis.
- Apparativ: Ultraschall als Methode der Wahl; bei Verdacht auf Gallengangssteine Endosonografie oder MRCP; ERCP vor allem therapeutisch.
Therapiesäulen (nach Relevanz)
- Cholezystektomie (operative Entfernung der Gallenblase): Standardtherapie bei symptomatischen Gallenblasensteinen und bei Komplikationen; bei akuter Cholezystitis oft frühzeitig sinnvoll.
- ERCP bei Gallengangssteinen: Endoskopische Steinentfernung bei Choledocholithiasis, häufig mit anschließender zeitnaher Entfernung der Gallenblase.
- Medikamente und Lebensstil: NSAR zur Kolikbehandlung; UDCA nur in ausgewählten Fällen oder zur Prophylaxe bei raschem Gewichtsverlust; langfristig ausgewogene Ernährung, moderates Gewichtsmanagement, regelmäßige Bewegung und Vermeidung langer Nüchternphasen.