Niacin – kleiner Steckbrief

Inhaltstyp: Kurzprofil ? Unsere Kurzprofile beinhalten übersichtliche Steckbriefe, Checklisten oder auch Kurzportraits zu Ernährungsberatungs- und -Ernährungstherapie-relevanten Aspekten.

Aufklärung bei Mangelernährung, Alkoholmissbrauch oder Darmerkrankungen. Dieses Handout unterstützt die Wissensaufklärung zur Prävention und Behandlung von Pellagra, die Beratung bei Einnahme von Medikamenten, die den Niacinstoffwechsel beeinflussen sowie die Einschätzung von hochdosierten Präparaten im Rahmen einer Cholesterinsenkung.

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Zuletzt aktualisiert:

31. März 2026

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Funktionen

  • Energiegewinnung: Bestandteil der Coenzyme NAD und NADP, wichtig für den Abbau von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen.
  • DNA-Reparatur: Unterstützt die Erhaltung des Erbguts.
  • Zellstoffwechsel: Beteiligt an über 200 enzymatischen Reaktionen.
  • Haut und Nerven: Wichtig für gesunde Haut und ein funktionierendes Nervensystem.

Therapeutische Relevanz

  • Hypercholesterinämie: In hohen Dosen kann Niacin Blutfette senken, Einsatz heute selten wegen Nebenwirkungen.
  • Pellagra: Klassische Mangelkrankheit mit Hautentzündungen, Durchfällen und Demenz.
  • Psychische Gesundheit: Mangel kann depressive Symptome verstärken.

Bedarf und Zufuhr

  • DGE (mg Niacin-Äquivalente pro Tag): Männer 13–17; Frauen 11–13; Schwangerschaft 14; Stillzeit 16.
  • RDA/EFSA (mg pro Tag): Erwachsene 16; Schwangerschaft 16; Stillzeit 17.
  • Ist-Zufuhr (Deutschland): Durchschnittlich im Bereich der Empfehlungen.

Vorkommen

  • Pflanzliche Lebensmittel: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Kaffee.
  • Tierische Lebensmittel: Fleisch, Fisch, Geflügel, Leber.
  • Besonderheiten: Aus der Aminosäure Tryptophan kann Niacin gebildet werden (60 mg Tryptophan ≈ 1 mg Niacin).

Eigenschaften und Einflüsse

  • Eigenschaften: Wasserlöslich, teilweise hitzestabil, empfindlich gegenüber Licht.
  • Aktive Formen: Nicotinsäure, Nicotinamid.
  • Verminderte Aufnahme durch: Einseitige Ernährung mit Mais (enthält Niacin in schwer verfügbarer Form).
  • Erhöhte Aufnahme durch: Ausreichende Eiweißzufuhr (Tryptophan als Vorstufe).
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten: Isoniazid kann den Tryptophan-Stoffwechsel stören und so Niacinmangel begünstigen.
  • Wechselwirkungen mit Nährstoffen: Abhängigkeit von Vitamin B6 für die Umwandlung von Tryptophan in Niacin.

Möglicher Mangel

  • Ursachen: Sehr einseitige Ernährung, Alkoholmissbrauch, bestimmte Medikamente, Resorptionsstörungen.
  • Symptome: Pellagra mit der „3-D-Trias“: Dermatitis (Hautentzündungen), Diarrhoe (Durchfall), Demenz (geistige Verwirrung).
  • Risikogruppen: Menschen mit Alkoholabhängigkeit, Mangelernährung, chronischen Darmerkrankungen.

Toxizität

  • Ursachen: Hochdosierte Supplemente (vor allem Nicotinsäure).
  • Symptome: Hautrötung („Niacin-Flush“), Juckreiz, Leberfunktionsstörungen, Magenbeschwerden.
  • Sichere Dosis (UL, EFSA): 10 mg/Tag für Nicotinsäure; 900 mg/Tag für Nicotinamid.

Bestimmung Status

  • NAD/NADP im Blut oder Urin: Marker für Niacinstatus.
  • Metabolite im Urin: Niedrige Werte deuten auf Mangel.
  • Klinische Beobachtung: Haut- und Schleimhautveränderungen, neurologische Symptome.

Nahrungsergänzung (NEM)

  • Maximale Dosierung: Laut EFSA 10 mg Nicotinsäure bzw. 900 mg Nicotinamid pro Tag.
  • Geeignete Verbindungen: Nicotinamid (bessere Verträglichkeit), Nicotinsäure (wirksam auf Blutfette, mehr Nebenwirkungen).
  • Wirksame Kombinationen: Mit anderen B-Vitaminen im Komplex sinnvoll.
  • Besonderheiten beim Kauf: Produkte mit Nicotinamid bevorzugen, da weniger Flush-Reaktionen auftreten.

Zugelassene Health Claims

  • Niacin trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
  • Niacin trägt zur Erhaltung normaler Schleimhäute bei.
  • Niacin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.
  • Niacin trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei.
  • Niacin trägt zur Erhaltung normaler Haut bei. Niacin trägt zur normalen psychischen Funktion bei.