Vitamin B1 (Thiamin) – Kleiner Steckbrief

Inhaltstyp: Kurzprofil ? Unsere Kurzprofile beinhalten übersichtliche Steckbriefe, Checklisten oder auch Kurzportraits zu Ernährungsberatungs- und -Ernährungstherapie-relevanten Aspekten.

Dieses Handout unterstützt bei der Aufklärung bei Alkoholabhängigkeit und einseitiger Ernährung sowie in der Wissensvermittlung zu Prävention und Behandlung von Beriberi oder auch Wernicke-Korsakow-Syndrom sowie bei älteren Menschen und Patienten mit Herz- oder Nervenerkrankungen.

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Zuletzt aktualisiert:

31. März 2026

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Funktionen

  • Energiegewinnung: Bestandteil von Enzymen, die am Abbau von Kohlenhydraten beteiligt sind.
  • Nervensystem: Wichtig für die Reizweiterleitung und die Bildung von Neurotransmittern.
  • Muskelstoffwechsel: Unterstützt Herz- und Skelettmuskelfunktion.

Therapeutische Relevanz

  • Beriberi: Klassisches Mangelsyndrom mit Nerven- und Muskelschwäche, Herzproblemen und Ödemen.
  • Wernicke-Korsakow-Syndrom: Neurologische Erkrankung durch Mangel, häufig bei Alkoholabhängigkeit.
  • Diabetes mellitus: Ein niedriger Thiaminspiegel wird mit Nervenschäden in Verbindung gebracht.

Bedarf und Zufuhr

  • DGE (mg pro Tag): Männer 1,2–1,3; Frauen 1,0; Schwangerschaft 1,2; Stillzeit 1,3; Kinder altersabhängig 0,4–1,0.
  • RDA/EFSA (mg pro Tag): Erwachsene 0,1 mg pro 1.000 kcal Energiezufuhr (entspricht etwa 1,1–1,3 mg/Tag).
  • Ist-Zufuhr (Deutschland): Durchschnittlich im Bereich der Empfehlung, bei Frauen und älteren Menschen teils niedriger.

Vorkommen

  • Pflanzliche Lebensmittel: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Sonnenblumenkerne.
  • Tierische Lebensmittel: Schweinefleisch, Leber, Fisch.
  • Besonderheiten: Thiamin ist hitze- und wasserempfindlich, geht beim Kochen leicht verloren.

Eigenschaften und Einflüsse

  • Eigenschaften: Wasserlöslich, hitze- und oxidationsempfindlich, keine nennenswerten Speicher im Körper.
  • Aktive Formen: Thiaminpyrophosphat (TPP) als Coenzym.
  • Verminderte Aufnahme durch: Alkohol, langes Erhitzen, Konservierung, polierter Reis.
  • Erhöhte Aufnahme durch: Vollwertige Ernährung mit Vollkorn und Hülsenfrüchten.
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten: Diuretika und Chemotherapeutika können Thiaminabbau beschleunigen.
  • Wechselwirkungen mit Nährstoffen: Zusammenarbeit mit Niacin und Riboflavin im Energiestoffwechsel.

Möglicher Mangel

  • Ursachen: Einseitige Ernährung (z. B. polierter Reis), Alkoholabhängigkeit, chronische Krankheiten.
  • Symptome: Müdigkeit, Reizbarkeit, Muskelschwäche, Polyneuropathien, Herzprobleme, Ödeme.
  • Risikogruppen: Alkoholkranke, ältere Menschen, Patienten mit chronischen Erkrankungen, Menschen mit hoher Kohlenhydrataufnahme bei geringer Thiaminzufuhr

Toxizität

  • Ursachen: Keine bekannten Risiken bei hoher Zufuhr.
  • Symptome: Keine toxischen Wirkungen beschrieben.
  • Sichere Dosis (UL, EFSA): Keine Obergrenze festgelegt.

Bestimmung Status

  • Erythrozyten-Transketolase-Aktivität: Wichtigster funktioneller Test, erniedrigt bei Mangel.
  • Thiaminspiegel im Blut oder Urin: Ergänzende Marker, begrenzt aussagekräftig.

Nahrungsergänzung (NEM)

  • Maximale Dosierung: Keine Obergrenze festgelegt; therapeutische Dosierungen meist 50–100 mg pro Tag bei Mangel.
  • Geeignete Verbindungen: Thiaminhydrochlorid, Benfotiamin (fettlösliche Form mit besserer Aufnahme).
  • Wirksame Kombinationen: Sinnvoll im Vitamin-B-Komplex.
  • Besonderheiten beim Kauf: Hochdosierte Präparate sollten gezielt bei Mangel oder medizinischer Indikation eingesetzt werden.

Zugelassene Health Claims

  • Thiamin trägt zur normalen psychischen Funktion bei.
  • Thiamin trägt zu einer normalen Herzfunktion bei.
  • Thiamin trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei.
  • Thiamin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.