Inhaltstyp: Kurzprofil Unsere Kurzprofile beinhalten übersichtliche Steckbriefe, Checklisten oder auch Kurzportraits zu Ernährungsberatungs- und -Ernährungstherapie-relevanten Aspekten.
Dieses Handout unterstützt bei der Aufklärung bei Alkoholabhängigkeit und einseitiger Ernährung sowie in der Wissensvermittlung zu Prävention und Behandlung von Beriberi oder auch Wernicke-Korsakow-Syndrom sowie
bei älteren Menschen und Patienten mit Herz- oder Nervenerkrankungen.
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Funktionen
- Energiegewinnung: Bestandteil von Enzymen, die am Abbau von Kohlenhydraten beteiligt sind.
- Nervensystem: Wichtig für die Reizweiterleitung und die Bildung von Neurotransmittern.
- Muskelstoffwechsel: Unterstützt Herz- und Skelettmuskelfunktion.
Therapeutische Relevanz
- Beriberi: Klassisches Mangelsyndrom mit Nerven- und Muskelschwäche, Herzproblemen und Ödemen.
- Wernicke-Korsakow-Syndrom: Neurologische Erkrankung durch Mangel, häufig bei Alkoholabhängigkeit.
- Diabetes mellitus: Ein niedriger Thiaminspiegel wird mit Nervenschäden in Verbindung gebracht.
Bedarf und Zufuhr
- DGE (mg pro Tag): Männer 1,2–1,3; Frauen 1,0; Schwangerschaft 1,2; Stillzeit 1,3; Kinder altersabhängig 0,4–1,0.
- RDA/EFSA (mg pro Tag): Erwachsene 0,1 mg pro 1.000 kcal Energiezufuhr (entspricht etwa 1,1–1,3 mg/Tag).
- Ist-Zufuhr (Deutschland): Durchschnittlich im Bereich der Empfehlung, bei Frauen und älteren Menschen teils niedriger.
Vorkommen
- Pflanzliche Lebensmittel: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Sonnenblumenkerne.
- Tierische Lebensmittel: Schweinefleisch, Leber, Fisch.
- Besonderheiten: Thiamin ist hitze- und wasserempfindlich, geht beim Kochen leicht verloren.
Eigenschaften und Einflüsse
- Eigenschaften: Wasserlöslich, hitze- und oxidationsempfindlich, keine nennenswerten Speicher im Körper.
- Aktive Formen: Thiaminpyrophosphat (TPP) als Coenzym.
- Verminderte Aufnahme durch: Alkohol, langes Erhitzen, Konservierung, polierter Reis.
- Erhöhte Aufnahme durch: Vollwertige Ernährung mit Vollkorn und Hülsenfrüchten.
- Wechselwirkungen mit Medikamenten: Diuretika und Chemotherapeutika können Thiaminabbau beschleunigen.
- Wechselwirkungen mit Nährstoffen: Zusammenarbeit mit Niacin und Riboflavin im Energiestoffwechsel.
Möglicher Mangel
- Ursachen: Einseitige Ernährung (z. B. polierter Reis), Alkoholabhängigkeit, chronische Krankheiten.
- Symptome: Müdigkeit, Reizbarkeit, Muskelschwäche, Polyneuropathien, Herzprobleme, Ödeme.
- Risikogruppen: Alkoholkranke, ältere Menschen, Patienten mit chronischen Erkrankungen, Menschen mit hoher Kohlenhydrataufnahme bei geringer Thiaminzufuhr
Toxizität
- Ursachen: Keine bekannten Risiken bei hoher Zufuhr.
- Symptome: Keine toxischen Wirkungen beschrieben.
- Sichere Dosis (UL, EFSA): Keine Obergrenze festgelegt.
Bestimmung Status
- Erythrozyten-Transketolase-Aktivität: Wichtigster funktioneller Test, erniedrigt bei Mangel.
- Thiaminspiegel im Blut oder Urin: Ergänzende Marker, begrenzt aussagekräftig.
Nahrungsergänzung (NEM)
- Maximale Dosierung: Keine Obergrenze festgelegt; therapeutische Dosierungen meist 50–100 mg pro Tag bei Mangel.
- Geeignete Verbindungen: Thiaminhydrochlorid, Benfotiamin (fettlösliche Form mit besserer Aufnahme).
- Wirksame Kombinationen: Sinnvoll im Vitamin-B-Komplex.
- Besonderheiten beim Kauf: Hochdosierte Präparate sollten gezielt bei Mangel oder medizinischer Indikation eingesetzt werden.
Zugelassene Health Claims
- Thiamin trägt zur normalen psychischen Funktion bei.
- Thiamin trägt zu einer normalen Herzfunktion bei.
- Thiamin trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei.
- Thiamin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.