FETeV Newsletter 2024-30

26.08.2024

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Der Newsletter erscheint bis auf wenige Ausnahmen wöchentlich.


Studie: Molekulare Veränderungen im Skelettmuskel nach bariatrischer OP

In einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) wurde untersucht, wie sich eine bariatrische Operation (chirurgischer Eingriff zur Gewichtsreduktion) auf stark übergewichtige Menschen mit und ohne Diabetes mellitus Typ 2 auswirkt. Dabei wurde insbesondere die Veränderung im Skelettmuskel analysiert, der eine wichtige Rolle bei der Aufnahme von Zucker aus dem Blut spielt. Es wurde untersucht, ob diese Veränderungen nach der Operation rückgängig gemacht werden können [Kov 2024].

Die Ergebnisse zeigen, dass übergewichtige Patienten ohne Typ-2-Diabetes ein Jahr nach der Operation größere gesundheitliche Verbesserungen erzielten als Patienten mit Typ-2-Diabetes. Dies zeigte sich in der Art und Weise, wie bestimmte Gene im Muskel aktiviert wurden, was für die Zuckeraufnahme und den Stoffwechsel wichtig ist. Bei den Patienten mit Typ-2-Diabetes waren die Veränderungen weniger stark ausgeprägt, was auf spezielle genetische Faktoren hinweisen könnte.

Die Studie hebt die Bedeutung dieser molekularen Veränderungen im Muskel hervor und deutet darauf hin, dass genetische Mechanismen eine wichtige Rolle bei der Genesung nach der Operation spielen könnten. Diese Erkenntnisse könnten helfen, die Behandlung von übergewichtigen Patienten mit und ohne Typ-2-Diabetes in Zukunft zu verbessern.


Positionspapier der DGE: Empfehlungen zum Alkoholkonsum

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) hat ein neues Positionspapier zum Thema Alkoholkonsum veröffentlicht, das auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert. Die zentrale Aussage des Papiers ist, dass es keine risikofreie Menge an Alkohol gibt, die bedenkenlos konsumiert werden kann. Selbst geringste Mengen können das Risiko für diverse Erkrankungen wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lebererkrankungen erhöhen. Daher empfiehlt die DGE, ganz auf Alkohol zu verzichten oder den Konsum zumindest stark zu minimieren. Insbesondere für Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende wird ein völliger Verzicht auf Alkohol dringend angeraten.

Darüber hinaus betont das Positionspapier die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Reduzierung des Alkoholkonsums auf gesellschaftlicher Ebene. Dazu zählen unter anderem die Einschränkung der Verfügbarkeit von Alkohol, Werbebeschränkungen sowie verbesserte Beratung und Screening im Gesundheitssystem. Diese Maßnahmen sollen helfen, die durch Alkoholkonsum bedingten gesundheitlichen und sozialen Schäden zu verringern, die in Deutschland jährlich erhebliche Kosten verursachen.

Laut den neuen Berechnungen und Empfehlungen der DGE gelten bereits sehr geringe Mengen Alkohol als potenziell schädlich. Menschen, die bisher keinen Alkohol trinken, wird daher geraten, abstinent zu bleiben, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Vermeidung von Rauschtrinken, da dies zu erheblichen gesundheitlichen und sozialen Problemen führen kann.

Das Positionspapier sowie der Download der Abbildung „Risiko für negative Gesundheitsfolgen in Abhängigkeit vom Alkoholkonsum“ sind auf der Website der DGE verfügbar.


Pro und Kontra: Schädigen hochverarbeitete Lebensmittel per se die Gesundheit?

Bei der Diskussion um die gesundheitlichen Auswirkungen hochverarbeiteter Lebensmittel ist es essenziell, sowohl potenzielle Vor- als auch Nachteile differenziert zu betrachten. Hochverarbeitete Lebensmittel sind eine vielfältige Gruppe, die sowohl gesundheitlich bedenkliche als auch nützliche Eigenschaften aufweisen kann. Eine ausgewogene Betrachtung dieser Aspekte ermöglicht es, fundierte und individuelle Empfehlungen auszusprechen, die den unterschiedlichen Bedürfnissen und Lebensumständen der Patienten gerecht werden.

Mögliche Argumente für eine per se gesundheitsschädliche Wirkung

  • Hoher Gehalt an Zucker, Salz und ungesunden Fetten: Viele hochverarbeitete Lebensmittel enthalten hohe Mengen an zugesetztem Zucker, Salz und ungesunden Transfetten. Dies kann zu Übergewicht, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes beitragen.
  • Mangel an Nährstoffen: Durch die Verarbeitung verlieren Lebensmittel oft wichtige Nährstoffe wie Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe. Der Konsum solcher nährstoffarmen Lebensmittel kann zu Mangelernährung führen, trotz ausreichender Kalorienzufuhr.
  • Zusatzstoffe und Konservierungsmittel: Hochverarbeitete Lebensmittel enthalten häufig künstliche Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker, Farbstoffe und Konservierungsmittel. Die langfristigen Auswirkungen dieser Zusatzstoffe auf die Gesundheit sind oft nicht vollständig geklärt, es gibt jedoch Hinweise auf mögliche negative Effekte.
  • Förderung von ungesundem Essverhalten: Hochverarbeitete Lebensmittel sind oft so gestaltet, dass sie übermäßig lecker sind („hyperpalatable“), was zu übermäßigem Konsum führt. Dies kann die Entstehung von Übergewicht und damit verbundenen Erkrankungen fördern.
  • Negativer Einfluss auf das Mikrobiom: Einige Studien deuten darauf hin, dass hochverarbeitete Lebensmittel das Darmmikrobiom negativ beeinflussen können. Eine gestörte Darmflora wird mit einer Vielzahl von Erkrankungen, einschließlich entzündlicher Darmerkrankungen und metabolischem Syndrom, in Verbindung gebracht.

Mögliche Argumente gegen eine per se gesundheitsschädliche Wirkung

  • Unklare Definition und Heterogenität der Lebensmittel: Der Begriff „hochverarbeitete Lebensmittel“ ist nicht einheitlich definiert. Er umfasst eine breite Palette von Produkten, von stark zuckerhaltigen Snacks bis hin zu Nährstoff-angereicherten Lebensmitteln wie jodiertes Speisesalz. Eine pauschale Aussage über deren gesundheitliche Auswirkungen ist daher problematisch.
  • Lebensmittelvielfalt und ausgewogene Ernährung: Hochverarbeitete Lebensmittel können Teil einer ausgewogenen Ernährung sein, wenn sie in Maßen konsumiert werden und zusammen mit frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln eine abwechslungsreiche Ernährung bilden. Es kommt auf das gesamte Ernährungsprofil an, nicht nur auf einzelne Lebensmittelgruppen.
  • Wissenschaftliche Evidenz ist nicht einheitlich: Die wissenschaftliche Evidenz zu den gesundheitlichen Auswirkungen von hochverarbeiteten Lebensmitteln ist nicht einheitlich. Einige Studien weisen auf potenziell negative Effekte hin, während andere keine signifikanten Zusammenhänge finden. Dies deutet darauf hin, dass weitere Forschung notwendig ist, um klare Schlussfolgerungen ziehen zu können.
  • Verfügbarkeit von nährstoffoptimierten Produkten: In Deutschland gibt es eine zunehmende Verfügbarkeit von hochverarbeiteten Lebensmitteln, die bewusst nährstoffoptimiert sind, wie z.B. ballaststoffreiche Müsliriegel oder proteinhaltige Snacks. Diese Produkte bieten eine bequeme Möglichkeit, spezifische Nährstoffbedürfnisse zu decken, ohne zwingend negative gesundheitliche Effekte zu verursachen.
  • Berücksichtigung von sozialen und wirtschaftlichen Faktoren: In Deutschland spielen hochverarbeitete Lebensmittel auch eine Rolle bei der Ernährungssicherheit, insbesondere für Menschen mit niedrigem Einkommen oder wenig Zeit zum Kochen. Sie können eine kostengünstige und nährstoffoptimierte Möglichkeit (z.B. Vitamin B12-angereicherte Produkte bei vegetarischer Ernährung) bieten, den täglichen Energie- und Nährstoffbedarf zu decken

Blogazine: Endokrine Disruptoren – Stille Störer des hormonellen Gleichgewichts

Endokrine Disruptoren (EDs) sind Chemikalien, die das hormonelle Gleichgewicht im Körper stören, indem sie an Hormonrezeptoren binden und die Hormonproduktion beeinflussen. Dies kann zu einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen führen, einschließlich reproduktiver, neurologischer und metabolischer Störungen. Das Verständnis der Quellen dieser Substanzen ist entscheidend, um Expositionswege zu erkennen und Risiken zu minimieren


Online-Seminar: E-Zert e. V. „Fakten – Hintergründe – Infos“

Kategorie: Online-Veranstaltung
Datum: 18.09.2024
Veranstaltet von: essteam
Referierende: Sandra Strehle, Andrea Barth
Kosten/ Rabatt für Mitglieder: kostenfreie Teilnahme
Kurzbeschreibung laut Veranstaltung:

Die Fragmentierung in der Branche führt oft zu Verwirrung und Ineffizienz – ein Zustand, den die Trägerverbände mit der Gründung von E-Zert e. V. aktiv verbessern möchten. Durch klare, nachvollziehbare Zulassungsvoraussetzungen und regelmäßige Überprüfungen (Fortbildungsplicht) soll gewährleistet werden, dass nur qualifizierte Fachkräfte diese essentiellen Gesundheitsdienste anbieten. 

Am Mi., 18.09.2024 von 19.00 bis 20:30 Uhr bieten wir Ihnen die Möglichkeit Fragen zu stellen alle Infos aus erster Hand zu erhalten.