Demenz – Kurzportrait zum Krankheitskomplex

Inhaltstyp: Kurzprofil ? Unsere Kurzprofile beinhalten übersichtliche Steckbriefe, Checklisten oder auch Kurzportraits zu Ernährungsberatungs- und -Ernährungstherapie-relevanten Aspekten.

Demenz ist ein Überbegriff für Erkrankungen, die mit fortschreitendem Verlust von Gedächtnis, Denken und Alltagskompetenzen einhergehen. Sie betrifft vor allem ältere Menschen, nimmt mit steigendem Alter stark zu.

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Zuletzt aktualisiert:

23. August 2026

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Definition und Verbreitung

  • Definition: Überbegriff für Symptome mit Beeinträchtigung von Gedächtnis, Denken und Verhalten, die alltägliche Aktivitäten stören
  • Verbreitung: Vor allem bei älteren Menschen, betrifft Männer und Frauen, Risiko steigt deutlich mit zunehmendem Alter
  • Häufigkeit (DE): Rund 1,7 Mio. Betroffene, überwiegend über 65 Jahre, Zahl weiter steigend

Ursachen und Risikofaktoren

  • Genetik (hoch): APOE ε4-Genvariante, weitere Risikogene
  • Erkrankungen (hoch): Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Schlaganfälle, Depressionen, Kopfverletzungen
  • Lebensstil (mittel): Bewegungsmangel, Rauchen, Alkohol, Isolation, geringe geistige Aktivität
  • Ernährung (mittel): Ungesunde Ernährung, Übergewicht, viel Zucker, Mangel an Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien
  • Umwelt & Soziales (gering): Luftverschmutzung, Chemikalien, niedriger sozioökonomischer Status, geringe soziale Unterstützung
  • Medikamente (gering): Anticholinergika, bestimmte Schlafmittel, Psychopharmaka

Häufige Formen

  • Alzheimer-Demenz: häufigste Form, fortschreitender Verlust von Gedächtnis und kognitiven Fähigkeiten
  • Vaskuläre Demenz: Folge von Durchblutungsstörungen im Gehirn, Gedächtnis- und kognitive Defizite
  • Lewy-Körper-Demenz: mit Parkinson-Symptomen, verursacht durch Proteinablagerungen im Gehirn
  • Frontotemporale Demenz: vorrangig Frontallappen betroffen, führt zu Persönlichkeits- und Verhaltensänderungen
  • Mischdemenz: Kombination aus Alzheimer und vaskulärer Demenz, gemischte Symptomatik

Entstehung/ Verlauf

  • Neurodegeneration: Verlust von Neuronen und deren Verbindungen → eingeschränkte neuronale Kommunikation.
  • Amyloidablagerungen: Beta-Amyloid-Plaques stören die neuronale Funktion.
  • Tau-Protein-Tangles: Bildung neurofibrillärer Tangles durch hyperphosphoryliertes Tau → Instabilität der Mikrotubuli.
  • Entzündungsreaktionen: Aktivierte Mikrogliazellen/Astrozyten fördern chronische Entzündung und Neurodegeneration.
  • Vaskuläre Veränderungen: Durchblutungsstörungen mindern Sauerstoff- und Nährstoffversorgung im Gehirn.
  • Neurotransmitterstörungen: Ungleichgewichte (z. B. Acetylcholin) beeinträchtigen Gedächtnis und kognitive Funktionen.

Symptome

  • Körperliche Symptome: Gedächtnisverlust, Sprachstörungen, Koordinationsprobleme, Schlafveränderungen, motorische Einschränkungen, Gangstörungen, eingeschränkte Selbstversorgung
  • Psychische Symptome: Verwirrtheit, Desorientierung, Stimmungsschwankungen, Angst, Isolation, Apathie, Depression, Interessenverlust
  • Ernährungsbezogene Symptome: Appetitlosigkeit, Schwierigkeiten beim Essen, unregelmäßige Mahlzeiten, Gewichtsverlust, mangelnde Hygiene beim Essen
  • Leistungsbezogene Symptome: Verminderte Konzentration, Planungs- und Ausführungsprobleme, verlangsamtes Denken, beeinträchtigte Informationsverarbeitung, erhöhte Ablenkbarkeit

Folgen und Komplikationen

  • Komplikationen: Gedächtnisverlust, Verwirrtheit, Sprachstörungen, Verhaltensänderungen, Verlust der Alltagskompetenz
  • Folgeerkrankungen: Depression, Angststörungen, Schlafstörungen, Parkinson-Krankheit
  • Häufige Begleiterkrankungen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Osteoporose

Diagnostik

  • Anamnese: Gedächtnisprobleme, Verhaltensänderungen, Schwierigkeiten bei alltäglichen Aktivitäten, familiäre Vorgeschichte, neurologische Symptome
  • Anthropometrie: Körpergewicht, Körpergröße, Body-Mass-Index (BMI)
  • Labordiagnostik: Blutuntersuchungen, Schilddrüsenwerte, Vitamin B12-Spiegel, Entzündungsmarker
  • Apparative Diagnostik: CT-Scan, MRT, EEG, neuropsychologische Tests

Therapiesäulen (nach Relevanz)

  • Medikamentöse Therapie: Donepezil, Rivastigmin, Galantamin, Memantin
  • Lebensstiltherapie: Körperliche Aktivität, geistige Stimulation, soziale Interaktion, Stressbewältigung
  • Ernährungstherapie: Mediterrane Diät, antioxidantienreiche Kost, Omega-3-Fettsäuren
  • Weitere: Ergotherapie, Musiktherapie, Kunsttherapie, Aromatherapie
  • Chirurgische Therapie: Keine spezifischen chirurgischen Therapien