Inhaltstyp: Kurzprofil Unsere Kurzprofile beinhalten übersichtliche Steckbriefe, Checklisten oder auch Kurzportraits zu Ernährungsberatungs- und -Ernährungstherapie-relevanten Aspekten.
Diese Handout eignet sich zur Aufklärung bei niedriger Aufnahme durch einseitige Ernährung, zur Prävention in Schwangerschaft und Stillzeit, zur Beratung bei Migräneprophylaxe, Alkoholmissbrauch und chronischen Krankheiten.
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Funktionen
- Energiegewinnung: Bestandteil der Coenzyme FMN und FAD, wichtig für Abbau von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen.
- Zellschutz: Beteiligung am antioxidativen System (Glutathion-Reduktase).
- Sehvorgang: Unterstützt Funktion der Netzhaut.
- Wachstum und Entwicklung: Fördert Zellteilung und Gewebewachstum.
Therapeutische Relevanz
- Migräneprophylaxe: Hochdosiertes Riboflavin wird zur Vorbeugung eingesetzt.
- Augenerkrankungen: Mangel kann zu Hornhautveränderungen führen.
- Schilddrüsenerkrankungen: Unterstützt Stoffwechselprozesse.
- Ariboflavinose: Klassisches Mangelsyndrom mit Haut- und Schleimhautveränderungen.
Bedarf und Zufuhr
- DGE (mg pro Tag): Männer 1,4; Frauen 1,1; Jugendliche 1,1–1,4; Schwangerschaft 1,3; Stillzeit 1,4.
- RDA/EFSA (mg pro Tag): Erwachsene 1,6; Schwangerschaft 1,9; Stillzeit 2,0.
- Ist-Zufuhr (Deutschland): Durchschnittlich 1,2–1,4 mg pro Tag – überwiegend ausreichend, bei Frauen und älteren Menschen teils niedriger.
Vorkommen
- Pflanzliche Lebensmittel: Vollkornprodukte, Pilze, Mandeln, Brokkoli.
- Tierische Lebensmittel: Milch, Käse, Eier, Fleisch, Fisch, Leber.
- Besonderheiten: Riboflavin ist lichtempfindlich, geht bei Lagerung in hellem Licht verloren (z. B. Milch in Glasflaschen).
Eigenschaften und Einflüsse
- Eigenschaften: Wasserlöslich, lichtempfindlich, mäßig hitzestabil.
- Aktive Formen: FMN (Flavinmononukleotid), FAD (Flavinadenindinukleotid).
- Verminderte Aufnahme durch: Alkoholmissbrauch, bestimmte Medikamente.
- Erhöhte Aufnahme durch: Gute Versorgung über Milchprodukte und Vollkorn.
- Wechselwirkungen mit Medikamenten: Antidepressiva und Chemotherapeutika können den Stoffwechsel beeinflussen.
- Wechselwirkungen mit Nährstoffen: Eng verbunden mit Vitamin B6 und Niacin im Energiestoffwechsel.
Möglicher Mangel
- Ursachen: Einseitige Ernährung, Alkoholmissbrauch, chronische Krankheiten.
- Symptome: Hautentzündungen, rissige Mundwinkel, Zungenentzündung, Lichtempfindlichkeit, Müdigkeit.
- Risikogruppen: Ältere Menschen, Alkoholkranke, Schwangere, Menschen mit chronischen Krankheiten.
Toxizität
- Ursachen: Keine relevanten Risiken bekannt.
- Symptome: Keine toxischen Wirkungen beschrieben.
- Sichere Dosis (UL, EFSA): Keine Obergrenze festgelegt.
Bestimmung Status
- Erythrozyten-Glutathion-Reduktase-Aktivität: Funktioneller Marker, erniedrigt bei Mangel.
- Riboflavinkonzentration im Blut oder Urin: Ergänzende Marker, jedoch weniger aussagekräftig.
Nahrungsergänzung (NEM)
- Maximale Dosierung: Keine Obergrenze festgelegt; therapeutisch bis 400 mg bei Migräneprophylaxe.
- Geeignete Verbindungen: Riboflavin oder Riboflavin-5-Phosphat.
- Wirksame Kombinationen: Sinnvoll in Vitamin-B-Komplex-Präparaten.
- Besonderheiten beim Kauf: Hochdosierte Präparate färben den Urin gelb-orange – das ist jedoch harmlos.
Zugelassene Health Claims
- Riboflavin trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei.
- Riboflavin trägt zur Erhaltung normaler roter Blutkörperchen bei.
- Riboflavin trägt zur Erhaltung normaler Haut bei.
- Riboflavin trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
- Riboflavin trägt zur Erhaltung normaler Schleimhäute bei.
- Riboflavin trägt zu einem normalen Eisenstoffwechsel bei.
- Riboflavin trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei.
- Riboflavin trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
- Riboflavin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.