FETeV Newsletter 2026-12

23.03.2026

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Der Newsletter erscheint bis auf wenige Ausnahmen wöchentlich.


Studie: Vitamin C bei bakterieller Vaginose?

Die bakterielle Vaginose ist häufig und geht mit hohen Rückfallraten einher. Ein aktueller systematischer Review mit integrierter Meta-Analyse fasst Studien zur intravaginalen Anwendung von Vitamin C zusammen [Kha 2025]. Ziel ist die Ansäuerung des vaginalen Milieus, um das Wachstum von Laktobazillen zu fördern und unerwünschte Keime zu hemmen.

In neun Studien mit insgesamt 1.107 Patientinnen wurde Vitamin C meist als Vaginalzäpfchen mit 250 mg täglich über sechs Tage eingesetzt. Für acht dieser Studien konnte eine Meta-Analyse durchgeführt werden. Kurzfristig zeigten sich nach ein bis drei Wochen höhere Heilungsraten im Vergleich zu Placebo oder keiner Therapie. Auch Hinweise auf geringere Rückfallraten nach sechs Monaten werden beschrieben. Die Aussagekraft bleibt jedoch eingeschränkt, da die Evidenz insgesamt als niedrig bis sehr niedrig bewertet wird.

Für die Praxis ergibt sich ein vorsichtiges Bild: Intravaginales Vitamin C ist ein plausibler Ansatz mit ersten positiven Ergebnissen, jedoch ohne belastbare Grundlage für klare Empfehlungen. Eine Anwendung sollte daher immer im Kontext der ärztlichen Diagnose und etablierten Therapie erfolgen.


Fachbuch: Gesunde Kommunikation für Therapieberufe

Kommunikation ist kein Beiwerk, sondern ein zentraler Wirkfaktor in der Therapie. Das Buch Gesunde Kommunikation für Therapieberufe von Lisa Holtmeier zeigt, wie stark Sprache den Verlauf von Behandlungen beeinflusst. Nicht nur Inhalte zählen, sondern wie gesprochen wird. Vertrauen, Motivation und Zusammenarbeit entstehen im Gespräch.

Das Buch verbindet fundiertes Fachwissen mit konkreten, alltagstauglichen Gesprächsstrategien. Im Fokus stehen typische Situationen aus der Praxis, etwa Erstgespräche, Zielvereinbarungen, schwierige Gesprächsverläufe oder der Umgang mit Erwartungen und Frustration. Dabei werden keine abstrakten Modelle vermittelt, sondern klare Leitfäden und Formulierungsbeispiele, die direkt im Berufsalltag eingesetzt werden können.

Strukturiert ist das Buch in drei Bereiche: Kommunikation mit Patient:innen, Kommunikation im Team und Kommunikation in Führungsrollen. Damit adressiert es nicht nur die Beratungssituation, sondern auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Praxisorganisation.

Für die ernährungstherapeutische Praxis ist vor allem der Ansatz relevant, Kommunikation als therapeutisches Werkzeug zu verstehen. Sprache kann motivieren oder hemmen, Orientierung geben oder verunsichern. Das Buch liefert Impulse, wie Gespräche klarer, empathischer und wirksamer gestaltet werden können. Der Mehrwert liegt weniger in einzelnen Techniken, sondern in der konsequenten Verbindung aus Haltung und Handwerk. Wer Kommunikation gezielt einsetzt, stärkt nicht nur die Beziehung, sondern auch die Wirksamkeit der eigenen Beratung.

Details

Titel: Gesunde Kommunikation für Therapieberufe
Autorin: Lisa Holtmeier
Verlag: Georg Thieme Verlag, 1. Auflage März 2026
ISBN: 978-3-13-245851-2
Preis (aktuell): ca. 29,00 EUR


New Practice: Salz bei Hypertonie ersetzen statt reduzieren

Die Kochsalzreduktion ist eine etablierte Empfehlung in der Hypertonie-Therapie. Gleichzeitig profitieren nicht alle Betroffenen in gleichem Ausmaß, weil Salzsensitivität individuell unterschiedlich ist. Als Alternative wird daher der Salzersatz mit Mischungen aus Kalium- und Natriumchlorid untersucht. In ersten Studien wurden damit Blutdrucksenkungen sowie eine Reduktion von Schlaganfallhäufigkeit und Schlaganfallmortalität beschrieben, während der Effekt einer reinen Salzrestriktion teils geringer ausfiel. Gleichzeitig wird eine höhere Kaliumzufuhr als eigenständiger kardiovaskulär günstiger Faktor bewertet, da Kalium als Gegenspieler zum Blutdruck-erhöhenden Natrium gilt.

Praktische Umsetzung in der Beratung

  • Option Salzersatz prüfen: Besonders, wenn konsequente Salzrestriktion schwer umsetzbar ist oder die Wirkung begrenzt erscheint.
  • Kontraindikationen aktiv abfragen: Vorsicht bei der chronischen Nierenkrankheit im Stadium 4 bis 5 (Niereninsuffizizenz), Therapie mit Spironolacton sowie bei schwerer Herzinsuffizienz mit Hyperkaliämierisiko.
  • Kalium über Lebensmittel mitdenken: Salzersatz ist kein Ersatz für eine kaliumreiche Ernährung, sondern ergänzt die Strategie.

Gut zu wissen: Ein pragmatischer Hinweis auf die Salzsensitivität ist der Reninstatus. Niedriges Renin spricht eher für ein Ansprechen auf die Natriumrestriktion. Alternativ kann der Blutdruckverlauf nach 2 bis 4 Wochen Natriumreduktion oder Salzersatz dokumentiert werden.

Gastbeitrag: Screening auf Mangelernährung soll Pflicht werden – aber wer behandelt danach?

„Was lange währt, wird manchmal gut. Das scheint sich zumindest beim Dauerthema Mangelernährung zu bestätigen. Endlich! Der Deutsche Bundestag hat am 6. März 2026 mit dem Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) die Grundlage für ein systematisches Screening von Mangelernährung bei stationären Patienten geschaffen und den „Gemeinsamen Bundesausschuss“ (G-BA) beauftragt, verbindliche Qualitätsvorgaben für die Umsetzung zu entwickeln. Krankenhäuser müssten dann bei Aufnahme der Patienten ein Ernährungsscreening durchführen, um bis zu (geschätzt) 30 % betroffener Patienten besser zu versorgen.“

Der Gastbeitrag von Dr. Friedhelm Mühleib zeigt: Ein überfälliger Schritt, der Versorgungslücken offenlegt. Denn die zentrale Frage bleibt unbeantwortet: Wer übernimmt die Therapie danach? Zwischen politischem Fortschritt und praktischer Umsetzung klafft weiterhin eine Lücke, auch im ambulanten Bereich. Ein Thema mit Signalwirkung für die gesamte Ernährungsprofession.


FETeV Plattform: Neue Veröffentlichungen und Aktualisierungen

Wir weisen auf folgende Veröffentlichungen/ Aktualisierungen auf unserer Website hin.

Verdauung: Das Folienset führt durch den gesamten Prozess der Verdauung von Nährstoffen und durch den gesamten Verdauungstrakt. Ideal geeignet für die Beratung mit dem Patienten/ Klienten.

Laborwerte-Tool: Das aktualisierte und filterbare Recherche-Tool stellt die wichtigsten Laborparameter für Ernährungsfachkräfte vor.

Schauen Sie auch regelmäßig bei unserer Website-Chronik vorbei.


Online-Seminar: Sarkopenie – früh erkennen, früh handeln, Folgeschäden abwenden

Veranstaltungstyp: Online-Seminar/Webinar
Datum: 17.04.2026
Veranstaltet von: essakademie – essteam und essenz wissenswerk
Referierende: Dr. Heike Niemeier
Kosten / Rabatt für Mitglieder: 10 % auf 149 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:

Die Sarkopenie, also der Verlust von Muskelmasse, Muskelkraft und Funktionalität, gilt klassisch als Merkmal des höheren Lebensalters. Zunehmend sind jedoch auch jüngere Erwachsene und sogar Kinder betroffen. Ein niedriger Body Mass Index ist kein verlässlicher Marker, da Sarkopenie auch bei Normalgewicht oder Adipositas auftreten kann, Stichwort sarkopene Adipositas.

Unabhängig vom Körpergewicht besteht ein erhöhtes Gesundheitsrisiko, das von Gelenkbeschwerden über Stoffwechselstörungen bis hin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz reicht. Das Seminar sensibilisiert für eine frühzeitige Erkennung und zeigt Ansatzpunkte, um Folgeschäden gezielt vorzubeugen.